Mercedes-Benz Atego Renntruck.

  • Mythos 7: Mercedes-Benz Atego Renntruck

  • Mercedes-Benz Atego Renntruck.

    Der Atego Renntruck ist nach dem 1450 S und dem 1834 S die dritte Stufe in der Mercedes-Benz Renntruck-Entwicklung. In seiner ersten Saison gewinnt er 1998 mit Ludovic Faure den Europameistertitel der „Super Race Class“, in der reinrassige Rennfahrzeuge fahren. Im Jahr 2000 wird der Atego Vizeeuropameister. Zum Ende der Saison 2001 zieht sich Mercedes-Benz aus dem Trucksport zurück.

    • Zylinder V6
    • Hubraum 11946 cm³
    • Leistung 1100 kW
    • bei Drehzahl 2000-2200/min
    • Höchstgeschwindigkeit 160 km/h (abgeregelt)

    Eine Rennmaschine.

    Auch wenn er von außen fast wie ein normaler Lkw aussieht, dieser Atego mit seinem 12-Liter- Hubraum ist eine Rennmaschine. Gegenüber seinem Vorgänger, dem 1834 S, weist dieser dritte und vorerst letzte Renntruck von Mercedes-Benz einen tieferen Schwerpunkt und gleichzeitig einen leichteren Rahmen auf. Dank seiner 1.500 PS könnte das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 Kilometer pro Stunde erreichen. Für Truck-Rennen ist jedoch eine Grenze von 160 Stundenkilometer festgelegt. Deshalb steigt auch die Tachonadel des Atego-Renntrucks nicht weiter. Die Scheibenbremsen sind während eines Wettkampfs extremsten Belastungen ausgesetzt. Permanente Wasserkühlung verhindert, dass die Bremsen überhitzen und zu glühen beginnen. 1998 startet der Atego zu seiner ersten Truck Race Europameisterschaft. Ludovic Faure vom Tiger Racing Team Dehnhardt gewinnt in der „Super Race Class“ auf Anhieb den Titel. Im Jahr 2000 wird Markus Oestreich auf dem Atego Vizeeuropameister.

    Am Ende der Saison 2001 verabschiedet sich Mercedes-Benz aus dem Truckrennsport, nachdem sich alle anderen Hersteller zurückgezogen haben. Als einziges Werksteam weiter an den Start zu gehen, macht für Mercedes-Benz keinen Sinn. Dieser Atego Renntruck mag zwar von außen wie ein normaler Lastwagen wirken. Tatsächlich aber ist er viel stärker und schneller als ein gewöhnlicher Brummi. Entsprechend groß ist auch sein Durst. Pro Kilometer schluckt er einen ganzen Liter Diesel. Weil Lastwagenrennen aber nur auf kurzen Strecken ausgetragen werden, nicht länger als etwa 50 Kilometer, kommt der Atego dennoch mit einem kleinen Dieseltank aus. Der benötigte Wasservorrat ist hingegen immens. Unterwegs braucht nämlich nicht nur der Motor Abkühlung. Auch die Bremsen erhitzen sich während eines Truck-Rennens so stark, dass sie unbedingt gekühlt werden müssen. Der Atego besitzt vorne und hinten Bremsen, die unterwegs ständig mit einem Wasserstrahl bespritzt werden. Dafür stoppen sie den Laster auch bei Höchstgeschwindigkeiten in wenigen Sekunden. Nicht zu bremsen war der Renn-Atego 1998 bei der Truck-Race-Europameisterschaft: Der französische Rennfahrer Ludovic Faure gewann mit ihm den Meistertitel.

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