Daimler Motorkutsche.

  • Mythos 1: Daimler Motorkutsche.

  • Das erste vierrädrige Automobil der Welt.

    Diese Motorkutsche von Gottlieb Daimler ist das erste vierrädrige Automobil der Welt. Wie der Name verrät, handelt es sich dabei um eine herkömmliche Kutsche, der Daimler und Maybach ihren kleinen und schnell laufenden Motor, die so genannte „Standuhr“, eingebaut haben.

     

    • Zylinder 1
    • Gesamthubraum 462 cm³
    • Leistung 1,1 PS (0,8 kW)
    • bei Drehzahl 650/min
    • Höchstgeschwindigkeit 18 km/h

    Kutsche als Geburtstagsgeschenk.

    Im März 1886 bestellt Gottlieb Daimler bei der Wagenbaufabrik „Wilhelm Wimpff & Sohn“ in Stuttgart eine Kutsche als Geburtstagsgeschenk für seine Frau Emma. 775 Mark – das ist immerhin der Jahreslohn eines Arbeiters – lässt er sich die Anschaffung kosten. Doch das Geburtstagsgeschenk wird Emma Daimler nie erhalten: Als die Kutsche fünf Monate später, in der Nacht des 28. August heimlich angeliefert wird, entfernen Daimler und sein enger Mitarbeiter Wilhelm Maybach als erstes die Deichsel. In der Maschinenfabrik Esslingen ließen sie anschließend einen Motor einbauen, eine stärkere Variante des im Jahr zuvor entwickelten Typs, genannt “Standuhr“. In den folgenden Wochen unternehmen Daimler und Maybach unter strengster Geheimhaltung eine Serie von Fahrversuchen zwischen Esslingen und Cannstatt. Ihre sogenannte “Motor-Kutsche” ist das weltweit erste Automobil mit vier Rädern und einem Benzinmotor.

     

    „Immer hieß die Losung für solche Motoren, dass sie Zwerge an Gewicht und Riesen in der Leistung sein sollten“ sagt Karl Benz rückblickend. Der für die Motor-Kutsche verwendete luftgekühlte Einzylinder-Motor von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach ist so ein Leistungsriese und dem von Benz für seinen Patent-Motorwagen entwickelten Aggregat überlegen: Mit einem Hubraum von 462 Kubikzentimetern erzeugt er bei 650 Umdrehungen pro Minute 1,1 bis 1,5 PS und bringt die Motor-Kutsche auf eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Kilometer in der Stunde. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder erfolgt über Riemen auf eine Vorgelegewelle und von dort über Ritzel auf die Außenzahnkränze der Räder. Der Motor wird zunächst luft-, in späteren Versionen wassergekühlt. Ein Nachteil der Motor-Kutsche ist ihre Drehschemel-Lenkung: Sie fordert vom Chauffeur starken Einsatz und erlaubt nur minimale Kurvengeschwindigkeiten.

    Anders als Karl Benz, der vor allem Automobile bauen will, träumt Gottlieb Daimler von der Motorisierung 'zu Wasser, zu Lande und in der Luft'. Daimlers Hauptziel ist zunächst die Herstellung von geeigneten Motoren. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Wilhelm Maybach entwickelt er in jahrelanger Forschungsarbeit einen kleinen schnell-laufenden Motor, der so leicht und so stark ist, dass er ein Fahrzeug antreiben kann. Diesen Motor, die sogenannte 'Standuhr', bauen Daimler und Maybach 1885 zuerst in ein Laufrad ein, den 'Reitwagen', und konstruieren damit das erste Motorrad der Welt. 1886, ein Jahr später, motorisieren sie ein Boot, das ihnen für Versuchsfahrten auf dem Neckar dient. Im gleichen Jahr bauen sie eine stärkere Version der 'Standuhr' in eine Kutsche ein. Das Ergebnis ist die sogenannte Motor- Kutsche: Das weltweit erste Automobil mit vier Rädern und einem Benzinmotor.

    Diese sogenannte Motor-Kutsche ist das erste Auto der Welt mit vier Rädern und einem Benzinmotor. Gottlieb Daimler hat sie 1886 zusammen mit Wilhelm Maybach konstruiert. Das Ziel der beiden Erfinder war es, Kutschen, Schiffe und sogar Luftschiffe mit Motorkraft in Bewegung zu bringen. Heute hört sich das ziemlich normal an, aber damals glaubten die Wenigsten, dass dies je möglich sein würde. Der Grund: Die Motoren, die es zu dieser Zeit gab, waren sehr gross und sehr schwer. Aber Daimler und Maybach gelang es, sehr kleine und starke Motoren zu bauen. Einen ihrer ersten Motoren bauten sie in eine ganz gewöhnliche Kutsche ein und unternahmen damit Testfahrten. Wer sie mit der Motor-Kutsche unterwegs antraf, erschrak nicht schlecht. Schon das Geräusch war ungewöhnlich. Aber vor allem: wo waren die Pferde geblieben?

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