Mercedes-Benz 770 „Großer Mercedes“ offener Tourenwagen.

  • Mythos 3: Mercedes-Benz 770 „Großer Mercedes“ offener Tourenwagen.

  • Mercedes-Benz 770 „Großer Mercedes“ offener Tourenwagen

    Der „Große Mercedes“ ist das Repräsentationsfahrzeug der 1930er- und 1940er-Jahre. In dem luxuriösen Kompressorwagen lassen sich Könige, Staatsoberhäupter und Wirtschaftsgrößen, aber auch Vertreter des NS-Regimes chauffieren. Dieser Tourenwagen gehörte dem Industriellen Otto Wolff von Amerongen.

    • Zylinder 8
    • Hubraum 7655 cm³
    • Leistung 150 PS (110 kW)
    • bei Drehzahl 2800/min
    • Höchstgeschwindigkeit 160 km/h
    • Produktionszeitraum 1930-1938
    • Produzierte Stückzahl 117

    „Großer Mercedes“.

    Der Mercedes-Benz 770 trägt nicht umsonst den Namen „Großer Mercedes“. Bei seiner Premiere ist er mit 5,60 Metern ist das längste, mit 2700 Kilogramm das schwerste und mit 39 000 Reichsmark das teuerste PKW-Modell der Daimler-Benz AG. Der Achtzylinder-Wagen wird auf dem Pariser Automobil-Salon Anfang Oktober 1930 in zwei Varianten präsentiert, mit und ohne Kompressor. Obwohl der „Große Mercedes“ auch ohne Kompressor eine Leistung von 150 PS bringt, entscheiden sich 104 von insgesamt 117 Käufern für das Kompressormodell mit 200 PS – zu einem Aufpreis von 3000 Reichsmark. Neben Industriellen wie Otto Wolff von Amerongen, dem dieser Wagen gehörte, dient der „Große Mercedes“ vor allem Staatsoberhäuptern wie Kaiser Hirohito von Japan oder Kaiser Wilhelm II im holländischen Exil. Aber auch die NS-Machthaber benutzen den „Großen Mercedes“ zur Selbstdarstellung.

     

    Der Typ 770, genannt „Großer Mercedes“, ist der erste Achtzylinder-Kompressorwagen von Mercedes-Benz. Obwohl mit Starrachsen vorne und hinten technisch eher konservativ konstruiert, überzeugt der Typ 770 mit vielen intelligenten technischen Lösungen: Wie die Modelle der „S“- Reihe ist auch der „Große Mercedes“ mit einer Doppelzündung ausgerüstet. Von den zwei Zündkerzen pro Zylinder funktioniert die eine mit einer Hochspannungs-Magnetzündung, die andere über eine Zündspule mit Batteriestrom. Das Dreigang-Getriebe mit zuschaltbarem Schnellgang sorgt für insgesamt sechs Fahrstufen des 2700 Kilo schweren Kolosses. Nicht zuletzt erleichtert die Bremsanlage mit Saugluft-Servounterstützung so manchem Chauffeur die Arbeit.

    Trotz seiner technisch konservativen Auslegung findet dieser Mercedes-Benz 770, genannt der „Große Mercedes“, schnell Anerkennung und Akzeptanz in vielen Ländern. Allein an das japanische Kaiserhaus werden zwischen 1932 und 1935 sechs Exemplare geliefert, selbstverständlich verziert mit der Chrysantheme, dem kaiserlichen Emblem. Ebenso selbstverständlich wird der Typ 770 mit Standartenstangen auf den vorderen Kotflügeln geliefert. Auch Adolf Hitler benutzt den „Großen Mercedes“ bei seinen Propagandaauftritten. Insgesamt werden 117 Exemplare des „Großen Mercedes“, darunter auch eine gepanzerte Version, hergestellt. Der hier gezeigte Wagen stammt aus dem Besitz des Industriellen Otto Wolff von Amerongen.

    Dieser Wagen wurde der „Große Mercedes“ genannt und war zu seiner Zeit eine echte Staatskarosse: Er beförderte Kaiser, Könige, Politiker, Generäle, Bankdirektoren und Wirtschaftsbosse. Obwohl sich der „Große Mercedes“ sicher hervorragend für kinderreiche Familien geeignet hätte - er ist immerhin 5,60 Meter lang und bietet Platz für acht Leute! - konnten sich die Wenigsten in Deutschland so einen Wagen leisten. Dennoch kannten die meisten Kinder den „Großen Mercedes“: Man sah ihn in der Zeitung, bei Staatsbesuchen auf der Straße oder im Kino. Heute würde man ihn im Fernsehen sehen - nur: das gab es damals noch nicht.

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