Mercedes 2-l-Rennwagen „Targa Florio“.

  • Mythos 7: Mercedes 2-l-Rennwagen Targa Florio.

  • Mercedes 2-l-Rennwagen „Targa Florio“.

    1924 gewinnt Christian Werner mit diesem Kompressor-Rennwagen die Targa Florio, ein hartes Straßenrennen durch Sizilien. Dabei hilft ihm die rote Lackierung, die eigentlich für italienische Rennwagen typisch ist: Rote Wagen sind vor Behinderungen durch heimische Motorsport-Fans sicher – im Gegensatz zu den deutschen und französischen Konkurrenten in ihren weißen und blauen Fahrzeugen.

    • Zylinder 4
    • Hubraum 1986 cm³
    • Leistung 126 PS (93 kW)
    • bei Drehzahl 4500/min
    • Höchstgeschwindigkeit 120 km/h

    Die Targa Florio in Sizilien.

    Einen Höhepunkt der Rennsaison bildet zu Beginn der 20er-Jahre die Targa Florio in Sizilien, ein strapaziöses Straßenrennen über gut vierhundert Kilometer. Ferdinand Porsche, neuer Chefkonstrukteur der Daimler-Motoren-Gesellschaft, entwickelt dafür eigens diesen Wagen mit Kompressormotor. Der Kompressor – ein so genanntes Rootsgebläse – ist an der Kopfseite des Motors angeflanscht. Bei Bedarf aktiviert ihn der Fahrer durch einen kräftigen Tritt auf das Gaspedal. Diese mechanische Aufladung steigert die Leistung von 68 auf 126 PS. Das Mercedes- Team bereitet sich 1924 generalstabsmäßig auf die Targa Florio vor. Bereits drei Monate vor Beginn des Rennens werden zwei Fahrzeuge zu Testfahrten nach Sizilien geschickt. Ungewöhnlich für deutsche Rennwagen ist die Lackierung in Rot, eigentlich die Farbe der Italiener. Mit dieser Tarnung will man sich vor Behinderungen durch die Einheimischen schützen.

    Christian Werner gewinnt auf dem roten Mercedes souverän das Rennen. Damit hat der Kompressormotor seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Eine neue Rennsport-Ära beginnt. Seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts waren Rennsportwagen viele Jahre lang, je nach Herkunftsland, verschiedenfarbig lackiert. Die deutschen Wagen waren weiß, die französischen blau und die italienischen rot. Dieser rote Rennwagen von 1924 ist ein Mercedes, er müsste als deutscher Wagen also eigentlich weiß sein. Er fuhr aber nicht bei irgendeinem Rennen mit, sondern bei der Targa Florio, dem berühmt-berüchtigten Straßenrennen über mehr als 400 Kilometer in Sizilien. Die rote Lackierung war eine Vorsichtsmaßnahme. Die Einheimischen hielten die vorbei rasenden Mercedes-Rennwagen damit für italienische Autos. Sie feuerten die Fahrer an, statt sie zu behindern oder mit Steinen zu bewerfen. Der Trick funktionierte, und Christian Werner gewann 1924 auf dem roten Mercedes die Targa Florio. Das lag natürlich nicht nur an der roten Lackierung, aber geholfen hat die bestimmt auch ein bisschen

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