Mercedes-Benz 180.

  • Mythos 4: Mercedes-Benz 180.

  • Mercedes-Benz 180.

    Der 1953 vorgestellte Typ 180 markiert den Übergang von Mercedes-Benz zur modernen Pontonform. Er wird als „Ponton“-Mercedes bekannt, weil seine Silhouette dem Querschnitt einer sogenannten Pontonbrücke ähnelt. Anders als die Vorkriegsmodelle besitzt der Typ 180 eine selbsttragende Karosserie, die mit dem Chassis eine Einheit bildet.

    • Zylinder 4
    • Hubraum 1767 cm³
    • Leistung 52 PS (38 kW)
    • bei Drehzahl 4000/min
    • Höchstgeschwindigkeit 126 km/h
    • Produktionszeitraum 1953-1957
    • Produzierte Stückzahl 51907

    Nicht nur optisch eine Revolution.

    Diese Stufenheck-Limousine mit angedeuteten Kotflügeln, die im Juli 1953 in Serie geht, ist nicht nur optisch eine Revolution, sondern auch technisch. Mit dem Typ 180 lösen sich die Mercedes-Benz Ingenieure endgültig von Vorkriegskonstruktion und Vorkriegsdesign. Sie übernehmen die amerikanische „Ponton-Form“ oder „Three-Box-Bauweise“, das Bauprinzip aus drei gleich breiten quaderförmigen Blöcken: Motorraum, Fahrgastzelle und Kofferraum. Zugleich ist der Typ 180 der erste Mercedes-Benz Pkw mit einer selbst tragenden Karosserie. Diese ist mit einer soliden Rahmen-Bodenanlage fest verschweißt. Motor, Getriebe, Lenkung, Vorderradaufhängung und Hinterachse sind mit dieser Einheit aus Karosserie und Rahmen verschraubt. Dieses Konzept bringt nur Vorteile: Der Typ 180 ist deutlich stabiler als seine Vorgänger. Sein Innen- und sein Kofferraum sind größer, die Sichtverhältnisse besser und seine „Ponton-Form“ bietet dem Fahrtwind weniger Widerstand.

     

    „Ein allzu konservatives Beharren auf einmal gefundenen Lösungen und auf der sogenannten Tradition eines Unternehmens könnte über kurz oder lang die Unverkäuflichkeit der Produkte nach sich ziehen“ – mit diesem Statement begründet der Daimler-Benz-Vorstand 1953 den atemberaubenden Schritt zur amerikanischen „Ponton-Form“ oder „Three-Box-Bauweise“, die mit dem Typ 180 eingeführt wird. Die „Three-Box-Bauweise“ bezieht sich auf die „Drei Kisten“ Motorraum, Fahrgastzelle und Kofferraum und verändert das Erscheinungsbild der Mercedes-Benz Personenwagen tief greifend. Außerdem beginnt mit dem Typ 180 bei Mercedes-Benz der Abschied vom eigenständigen Fahrgestell, auf das sich eine beliebige Zahl von Karosserievarianten setzen lässt. Statt auf dem bislang üblichen X-Rohrrahmen baut die Ponton-Limousine auf einer sehr verwindungssteifen Rahmenbodenanlage auf, mit der die Karosserie mittragend verschweißt wird.

    Im Sommer 1952 bekommt ein Fotograf einen Prototypen des Typ 180 vor die Linse. Als die Zeitschrift „Auto, Motor, Sport“ die reichlich unscharfe Fotografie wenig später veröffentlicht, untertitelt die Redaktion das Bild mit ein paar holprigen Versen, frei nach dem berühmten Gedicht 'Der Erlkönig' von Johann Wolfgang von Goethe, das mit den Worten beginnt 'Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?'. Die Redaktion schreibt: 'Wer fährt da so rasch durch Regen und Wind? Ist es ein Straßenkreuzer von drüben, der nur im Umfang zurückgeblieben oder gar Daimlers jüngstes Kind?“ Dank dieser Veröffentlichung geht der Typ 180 nicht nur wegen seiner modernen Konzeption in die Automobilgeschichte ein, sondern auch als Sprachschöpfung: Prototypen eines noch nicht präsentierten Autoytps werden im deutschen Sprachgebrauch seither 'Erlkönig' genannt.

    Der Mercedes-Benz 180 aus dem Jahr 1953 ist berühmt, weil er als erstes Auto von Mercedes-Benz eine ganz neue Form hatte. Die neue Form wurde von amerikanischen Ingenieuren erfunden und 'Three-Box-Bauweise' getauft, was auf Deutsch soviel heißt wie 'Drei-Kisten-Bauweise'. Das Auto sah nämlich aus, wie wenn es aus drei Kisten besteht: Die vordere Kiste war der Motorraum, die mittlere die Fahrerkabine, die hintere der Kofferraum. Motorraum und Kofferraum waren jetzt genau gleich breit wie der Mittelteil, wo Fahrer und Beifahrer sitzen. Auch die breiten geschwungenen Kotflügel und die Trittbretter der Türen, wie sie die Autos vorher hatten, gab es jetzt nicht mehr. Die neuen Autos waren viel stabiler als bisher. Und nicht nur das: Sie waren auch sehr viel bequemer, denn die Fahrerkabine war größer. Zum Beispiel war das Fahren mit drei Personen auf dem Rücksitz plötzlich kein Problem mehr.

    Verwandte Themen.