Mercedes-Benz 190 E.

  • Mythos 5: Mercedes-Benz 190 E.

  • Mercedes-Benz 190 E.

    Mit den Typen 190 und 190 E präsentiert Mercedes-Benz 1982 eine dritte Pkw-Baureihe und erweitert seine Produktpalette bei den Mittelklassewagen. Der „Baby-Benz“, wie er bald genannt wird, verbraucht dank geringem Luftwiderstand und niedrigem Gewicht vergleichsweise wenig Benzin. Trotz seiner kompakten Abmessungen ist er genauso sicher und komfortabel wie die größeren Mercedes-Benz Pkw.

    • Zylinder 4
    • Gesamthubraum 1997 cm³
    • Leistung 90 kW
    • Bei Drehzahl 5100/min
    • Höchstgeschwindigkeit 195 km/h
    • Produktionszeitraum 1982-1993
    • Produzierte Stückzahl 638180

    Die Kompaktklasse.

    1982 lanciert Mercedes-Benz neben der S-Klasse und der Mittel-Klasse eine neue Modellreihe, die Kompaktklasse. Sie umfasst zunächst nur die Typen 190 und 190 E, die Urväter der heutigen C-Klasse. Die Kompaktklasse zeichnet sich durch ihre kompakten Abmessungen, den niedrigen Luftwiderstand, das geringe Gewicht und daher auch den geringen Kraftstoffverbrauch aus. Prompt erhalten die 190er Modelle den Spitznamen „Baby-Benz“. In puncto Sicherheit nimmt es das „Baby“ aber spielend mit jedem ausgewachsenen Oberklasse-Fahrzeug auf. Der Clou der Kompaktklasse ist die neue Raumlenker-Hinterachse. Sie ermöglicht trotz des relativ kurzen Radstands brillante Fahreigenschaften, denn jedes Hinterrad wird von fünf unabhängigen Streben, sogenannten Lenkern, geführt, die widerstreitende Kräfte ausgleichen und große Spursicherheit garantieren. Die Raumlenker-Hinterachse findet seitdem – in jeweils verfeinerter Ausführung – in fast jeder Mercedes-Benz PKW-Baureihe Verwendung.

     

    Mit den Typen 190 und 190 E lanciert Mercedes-Benz Ende 1982 die neue Kompaktklasse. Trotz der konsequenten Leichtbauweise und der kompakten Abmessungen ist die neue Modellreihe in puncto Sicherheit der S-Klasse absolut ebenbürtig. Die Gabelträgerstruktur des Vorderwagens, die schon in der 126er Baureihe Verwendung fand, hält die Fahrgastzelle auch beim asymmetrischen Frontalaufprall stabil. Eine vollständige Neuentwicklung ist die Raumlenker-Hinterachse, die mit diesem Typ debütiert: Die Hinterräder werden von fünf räumlich angeordneten Lenkern geführt, die Geradeauslauf, Lastwechselreaktion und Seitenkraftlenken verbessern. Um die komplexe Fahrdynamik dieser ausgeklügelten Neukonstruktion bis ins Detail zu testen, hatten die Ingenieure eigens ein spezielles Testfahrzeug gebaut, mit dem sie monatelang verschiedene neue Achskonstruktionen auf der Untertürkheimer Einfahrbahn testeten. In diesen Testreihen setzte sich die Konzeption der Raumlenker-Hinterachse gegen andere Lösungsansätze durch.

    Zu Beginn ihrer Entwicklung sind die Kompaktklassemodelle, zu denen auch der 190 E gehört, für den amerikanischen Markt bestimmt. Dort sollen sie dazu beitragen, den Flottenverbrauch zu reduzieren, den durchschnittlichen Benzinverbrauch aller Wagen eines Herstellers. Folglich schenken die Mercedes-Benz Ingenieure dem Luftwiderstand und der konsequenten Leichtbauweise dieser Baureihe sehr viel Aufmerksamkeit. Dies ist keine leichte Aufgabe: Trotz kompakter Abmessungen und geringem Gewicht müssen die Kompaktklassemodelle in Komfort, Sicherheit und Langlebigkeit die hohen Mercedes-Benz Maßstäbe erreichen. Die mit großem Aufwand betriebene Entwicklung führt zum Ziel: Die Kompaktklasse wird weltweit zum Verkaufsschlager. Das Werk Bremen wird mit hohem Investitionsaufwand ausgebaut, um ab Ende 1983 neben dem Werk Sindelfingen ebenfalls die neue Kompaktklasse zu produzieren.

    Beim Bau dieses Autos ging es den Mercedes-Benz Ingenieuren darum, ein kleineres Auto zu bauen als bisher, das weniger Benzin verbraucht, aber ebenso viel kann und genauso sicher ist wie die großen - die sogenannte Kompaktklasse. Bei der Planung des Autos wurde jeder Schritt von Tests begleitet. Zuerst wurde ein lebensgroßes Tonmodell des neuen Autos angefertigt, das in einen Windkanal gestellt wurde. Ein Windkanal ist eine Kabine, etwa so groß wie eine Garage, in der mit großen Ventilatoren sehr starker Wind erzeugt wird. Im Windkanal wurde das Tonmodell von den Ingenieuren genau beobachtet, um festzustellen, wie die Form des Autos verändert werden muss, um der Luft möglichst wenig Widerstand zu bieten. Dann wurden einige Versuchswagen gebaut, die schon richtig fahren konnten und sehr lange auf ganz verschiedenen Straßen getestet wurden - bei Wind und Regen, bei Eisglätte und bei brütender Hitze. Erst als alle diese Tests erfolgreich waren, wurde die Kompaktklasse auch in Serie gebaut und verkauft.

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