Mercedes-Benz 220 S.

  • Mythos 5: Mercedes-Benz 220 S.

  • Mercedes-Benz 220 S.

    Der Mercedes-Benz 220 S und seine Schwestermodelle 220 und 220 SE sind die weltweit ersten Serienfahrzeuge mit der von Béla Barényi patentierten Sicherheitskarosserie. Diese zeichnet sich durch Knautschzonen vorne und hinten und eine besonders stabile Fahrgastzelle aus. Ihren Beinamen „Heckflosse“ verdankt die Modellreihe den Peilstegen rechts und links des Kofferraums.

    • Zylinder 6
    • Gesamthubraum 2195 cm³
    • Leistung 110 PS (81 kW)
    • Bei Drehzahl 5000/min
    • Höchstgeschwindigkeit 165 km/h
    • Produktionszeitraum 1959-1965
    • Produzierte Stückzahl 161119

    „Heckflosse“.

    Der Mercedes-Benz 220 S trägt wie seine Schwestermodelle 220 und 220 SE den Spitznamen „Heckflosse“. Er verdankt ihn seinem markanten Karosseriedesign nach dem Vorbild amerikanischer Straßenkreuzer. Allerdings fallen die Heckflossen, dem europäischen Geschmack entsprechend, um einiges dezenter aus als bei den Amerikanern. Da die Heckflossen gute Orientierungshilfen beim Rückwärtsfahren bieten, werden sie bei Mercedes-Benz offiziell „Peilstege“ genannt. Weniger auffällig als die Heckflossen, dafür überlebenswichtig ist das neue übergreifende Sicherheitskonzept der 220er Modelle. Mit der vorderen und hinteren Knautschzone, den patentierten Keilzapfen-Türschlössern und seinem gepolsterten Innenraum in der steifen Fahrgastzelle ist der Heckflossen-Mercedes der erste ganz unter dem Aspekt der Sicherheit konstruierte Personenwagen der Welt. Dies zu einer Zeit, in der Sicherheit im Straßenverkehr noch kaum ein Thema ist.

     

    Der Heckflossen-Mercedes 220 S und seine Schwestermodelle 220 und 220 SE sind ein Meilenstein der vom Mercedes-Benz Ingenieur Béla Barényi geprägten Sicherheitstechnologie. Die Karosserie ist mit ihrer steifen Fahrgastzelle und den Energie absorbierenden Knautschzonen so konzipiert, dass mögliche Unfallfolgen gemindert werden. Dieser Ansatz gilt auch für den gesamten Innenraum der 220er Modelle: Das dick gepolsterte Armaturenbrett und eine Prallplatte auf dem Lenkrad dämpfen die Folgen eines Aufpralls. Biegsame Hebel und Schalter verringern die Verletzungsgefahr ebenso wie die Windschutzscheibe, die sich aus ihrer Halterung löst und herausfällt, falls ein Insasse bei einem Unfall mit ihr kollidiert. Und die Türen der Heckflossen-Modelle werden mit der neuen, 1958 patentierten, Weiterentwicklung des Keilzapfen- Türschlosses mit zwei Sicherheitsrasten ausgerüstet. Es stellt sicher, dass die Autotüren bei einem Unfall nicht von selbst aufspringen, aber in zusammengestauchtem Zustand problemlos zu öffnen sind: eine überlebenswichtige Neuerung, die eine schnelle Rettung der Insassen ermöglicht.

    Als sich der junge Ingenieur Béla Barényi 1939 bei der Daimler-Benz AG bewirbt, sagt man ihm: „Herr Barényi, Sie denken 15 bis 20 Jahre voraus, Sie kommen in Sindelfingen unter einen Glassturz und alles was sie herausfinden, kommt direkt an die Patentabteilung.“. Bis 1972 arbeitet Barényi für Mercedes-Benz. Er entwickelt zahllose technische Neuerungen und meldet rund 2500 Patente an. Als in den sechziger Jahren die Zahl der Autos und der Verkehrsunfälle drastisch steigt und die Sicherheit im Straßenverkehr zum vordringlichen Thema wird, ist Mercedes-Benz auch dank Barényi der Konkurrenz weit voraus. Die Knautschzonen, die steife Fahrgastzelle, das Keilzapfen -Türschloss, das Sicherheitslenkrad und der entschärfte Innenraum machen den Heckflossen-Mercedes zu einem der sichersten Autos seiner Zeit.

    Je mehr der Autoverkehr zunahm, desto mehr stieg auch die Zahl der Unfälle. Die Mercedes-Benz Ingenieure hatten schon lange über verschiedene Lösungen nachgedacht, um Autos sicherer zu machen. Im Mercedes 220 S aus dem Jahr 1959 haben sie eine Menge neuer Erfindungen eingebaut, zum Beispiel die sogenannte 'Knautschzone'. Die Idee dafür ist ganz einfach: Um die Fahrerkabine in der Mitte des Autos bei einem Unfall zu schützen, wird eine sehr stabile Kabine für die Fahrgäste gebaut. Zugleich werden das Vorderteil und das Hinterteil des Autos so konstruiert, dass sie sich bei einem Unfall zusammenknautschen, ohne die Fahrerkabine zu beschädigen. Die 'Knautschzonen' machten den 220er zu einem sicheren Auto und werden bis heute in jedes Auto eingebaut. Der 220er trug übrigens den Spitznamen 'Heckflosse' wegen seiner beiden kleinen Flügel hinten links und rechts, die aussehen wie Schwimmflossen. Sowas galt damals als chic, weil die Amerikaner gerne mit großen, schwungvollen Autos herumfuhren.

    Verwandte Themen.