Mercedes-Benz 300 Messwagen.

  • Mythos 5: Mercedes-Benz 300 Messwagen.

  • Mercedes-Benz 300 Messwagen.

    Der Mercedes-Benz Messwagen ist ein Einzelstück der Versuchsabteilung. Er ist mit den großen und schweren Messgeräten ausgerüstet, die bei Testfahrten die Messwerte der Versuchsfahrzeuge aufzeichnen. Die Datenübertragung erfolgt über ein langes Kabel, das die Sensoren im Testfahrzeug mit den Instrumenten im Messwagen verbindet.

    • Zylinder 6
    • Gesamthubraum 2996 cm³
    • Leistung 160 PS (118 kW)
    • Bei Drehzahl 5300/min
    • Höchstgeschwindigkeit 165 km/h
    • Produktionszeitraum 1960
    • Produzierte Stückzahl 1

    Prüf- und Simulationstechniken.

    Neue Messverfahren eröffnen in den 50er Jahren neue Dimensionen von Prüf- und Simulationstechniken zur Erprobung zukünftiger Produkte, auch in der Autoindustrie. Bald lassen sich nicht mehr alle Messungen auf dem Prüfstand oder im Testfahrzeug selbst durchführen. Da zu dieser Zeit die Messgeräte, die die Daten grafisch aufzeichnen, zu schwer, zu gross und zu empfindlich sind, um in den Testfahrzeugen selbst mitgeführt zu werden, baut die Mercedes-Benz Versuchsabteilung 1960 einen Typ 300 zum Begleitfahrzeug bei der Fahrerprobung neuer Modelle um – zum Messwagen. Über ein langes Kabel mit dem Testwagen verbunden, registriert der Messwagen die Daten, die von Sensoren im Testwagen gemessen und später ausgewertet werden. Der Messwagen war nicht für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt und zu seiner Zeit ausschließlich auf der Einfahrbahn in Untertürkheim zu sehen.

     

    1960 bauen die Ingenieure der Mercedes-Benz Versuchsabteilung diesen Mercedes-Benz 300 zu einem Messwagen für ihre Testreihen auf der Untertürkheimer Einfahrbahn um. Im Inneren des 300ers, dessen Rückbank entfernt wird, installieren sie hochsensible Datenaufzeichnungsgeräte, die die Messwerte neuer Modelle bei ihren Testfahrten aufzeichnen. Die Nabelschnur ist ein bis zu 30 Meter langes Datenkabel: Es verbindet den Messwagen mit dem Testwagen, beispielsweise einem Heckflossen-Mercedes, der mit den entsprechenden Signalgebern ausgerüstet ist. Eine Vielzahl von Parametern wie Beschleunigungen, Wege und Kräfte einzelner Fahrzeugkomponenten in den unterschiedlichsten Fahrsituationen werden via Kabel übermittelt und im Messwagen aufgezeichnet. Sein 160 PS starker Sechszylindermotor mit Benzineinspritzung verhilft dem Messwagen zu den erforderlichen Leistungsreserven, um die Versuchswagen in allen Fahrsituationen begleiten zu können.

    1956 stellt die Daimler-Benz AG den ersten Bauabschnitt der „Einfahrbahn“ fertig. Sie ist 15 Kilometer lang und liegt am Rande des Werks in Untertürkheim. Neue Modelle werden hier vor der Markteinführung, oft schon in einer sehr frühen Entwicklungsphase, ausführlich getestet und allen nur denkbaren Belastungen ausgesetzt: Seitenwind, Schlaglöchern, Kopfsteinpflaster, Steilkurven, Rutschplatten und Salzwasserbecken. Das Fahrverhalten der Testfahrzeuge wird analysiert und die entsprechenden Daten werden gesammelt. In den ersten Jahren können die Messgeräte, die die Daten aufzeichnen, aus zwei Gründen nicht im Testfahrzeug selbst mitgeführt werden: Sie sind zu empfindlich, um den Belastungen im harten Testalltag ausgesetzt zu werden und zu schwer, denn sie würden mit ihrem Gewicht die Ergebnisse verfälschen. Deshalb werden Messwagen einsetzt, die die Testfahrzeuge begleiten und mit ihnen über ein Kabel für die Datenübertragung verbunden sind. Dieser Messwagen ist ein Einzelstück der Mercedes-Benz Versuchsabteilung aus dem Jahr 1960, ein umgebauter Mercedes-Benz 300.

    Dieses Auto ist ein umgebauter Mercedes-Benz 300 aus dem Jahr 1960, der von den Mercedes-Benz Ingenieuren dafür verwendet wurde, bei Testfahrten nebenher zu fahren und die Messergebnisse aufzuzeichnen. Damals wie heute werden neue Mercedes-Benz Autos auf Biegen und Brechen getestet, bevor sie verkauft werden. Zu diesem Zweck hat Mercedes-Benz extra eine Teststrecke gebaut. Sie liegt am Rande des Werks in Untertürkheim, nicht weit vom Mercedes-Benz Museum entfernt. Neue Autos werden dort wochenlang auf Straßen mit tiefen Löchern und holprigem Kopfsteinpflaster getestet. Mit einer großen Windmaschine wird ausprobiert, ob sich das Auto auch bei Wind gut lenken lässt. Auf einer riesigen Rutschplatte untersucht man, wie schnell der Wagen in Kurven fahren kann. Neben der Rutschplatte gibt es sogar eine Art „Schwimmbad“, doch da sollte man besser nicht baden: Es ist ein Salzwasserbecken, mit dem untersucht wird, wie das Auto konstruiert sein muss, damit das Streusalz, das im Winter bei Schnee und Eis gestreut wird, keinen Schaden am Fahrzeug anrichten kann.

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