Mercedes-Benz 300 S Cabriolet A.

  • Mythos 4: Mercedes-Benz 300 S Cabriolet A.

  • Mercedes-Benz 300 S Cabriolet A.

    Der Mercedes-Benz 300 S erscheint Ende 1951 als besonders exklusives Spitzenmodell mit sportlicher Note. Der Zweitürer ist als Coupé, Cabriolet und Roadster erhältlich. Er basiert technisch auf dem Typ 300, ist aber mit einem noch leistungsstärkeren Motor ausgerüstet. In seinem eleganten Design entspricht er eher der klassischen Linie der 1930er-Jahre als den zukünftigen „Ponton“-Modellen.

    • Zylinder 6
    • Hubraum 2996 cm³
    • Leistung 150 PS (110 kW)
    • bei Drehzahl 5000/min
    • Höchstgeschwindigkeit 175 km/h
    • Produktionszeitraum 1951-1955
    • Produzierte Stückzahl 560

    Ein weiteres Spitzenmodell.

    Sechs Monate nach der Präsentation des Typs 300 wird im Oktober 1951 ein weiteres Spitzenmodell vorgestellt: der Mercedes-Benz 300 S. Mit dem exklusiven Zweitürer auf Basis des 300ers rundet das Unternehmen sein Produktionsprogramm ab, das nun, sechs Jahre nach Kriegsende, wieder höchsten Anforderungen genügt. Form und Design des Luxuswagens erinnern an die großen Kompressorwagen der 30er-Jahre. Wie der 300er folgt auch der Typ 300 S noch der klassischen Bauweise mit separatem Chassis und aufgesetzter Karosserie. Fahreigenschaften und Komfort werden von der Fachpresse in den höchsten Tönen gelobt. Mit 175 Kilometern pro Stunde ist der Mercedes-Benz 300 S zudem der schnellste deutsche Pkw seiner Zeit. Angeboten wird der sportlich-elegante Wagen als Cabriolet, als Coupé und als Roadster. Doch von Juli 1952 bis August 1955 werden insgesamt nur 560 Exemplare gebaut. Für die meisten Bundesbürger bleibt das exklusive und kostspielige Fahrzeug ein Traumauto.

     

    Der 300 S knüpft stilistisch an die eleganten Kompressorwagen der Vorkriegszeit an. Er ist – neben dem Sportwagen 300 SL – der letzte Mercedes-Benz Pkw, der noch als klassisches Rahmenfahrzeug konzipiert ist. Der repräsentative Wagen basiert weitgehend auf dem Typ 300, verfügt aber über ein verkürztes Fahrgestell mit 150 Millimeter geringerem Radstand. Eine höhere Verdichtung und drei Vergaser steigern die Leistung des Sechszylinder-Motors auf 150 PS. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 175 Kilometern pro Stunde schlägt der Luxuswagen selbst den Porsche 1500 Super, der kurz darauf als schnellstes Porsche-Modell in Produktion geht. Fachjournalisten, die den Mercedes-Benz 300 S zur Probe fahren, rühmen die handliche Bedienung, die erstaunlichen Fahrleistungen und den Komfort. Heute zählt das Traumauto der 50er-Jahre zu den begehrtesten Liebhaberfahrzeugen überhaupt.

    Im Verlauf der 50er-Jahre normalisiert sich das Leben in der jungen Bundesrepublik. Der wirtschaftliche Aufschwung und die Entwicklung in den USA wecken die Hoffnung, dass sich bald jeder einen eigenen Wagen leisten kann. Doch noch entspricht der Preis eines Volkswagens mit 4.400 Mark in etwa einem durchschnittlichen deutschen Jahreslohn. Mit 34.500 Mark ist der Mercedes-Benz 300 S fast achtmal so teuer wie der Käfer. Dennoch gehen immerhin rund 200 der 560 verkauften Exemplare des Typs 300 S an deutsche Kunden. Das Spitzenmodell ist ein Fahrzeug für die Reichen dieser Welt: Leinwandgrößen wie Gary Cooper und Bing Crosby fahren den schnellen Luxuswagen. Auch König Hussein von Jordanien und der Schah von Persien erliegen seiner Eleganz und seinem Charme. Der Herzog von Windsor bricht für den deutschen Wagen gar ein ungeschriebenes Gesetz: Danach dürfen Mitglieder der königlichen Familie nur Modelle einheimischer Hersteller fahren. Der Herzog aber kann nicht widerstehen – sehr zum Verdruss der englischen Automobilindustrie.

    Dieses grüne 300 S Cabriolet wurde 1954 an einen Feuerzeugfabrikanten in Wien geliefert. 13 Jahre später verkaufte der Mann den Wagen wieder an Mercedes-Benz für die Sammlung des Firmenmuseums. Der 300 S war ein besonders luxuriöses Auto und bei weitem der teuerste Mercedes- Benz seiner Zeit. Insgesamt wurden nur 560 Stück gebaut. Für ein Automodell sind das nicht besonders viele. Aber dieses elegante Fahrzeug konnten sich nur wirklich reiche Leute leisten. Der Schah von Persien zum Beispiel oder berühmte Schauspieler wie Gary Cooper. Der 300 S war höchst komfortabel ausgestattet und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 175 Kilometern pro Stunde zu seiner Zeit der schnellste deutsche Pkw. Sogar heute noch ist der Zweitürer für viele ein Traumauto und sehr begehrt. Liebhaber zahlen mehrere hunderttausend Euro für ein Exemplar: Fans, die sich das nicht leisten können, freuen sich daher besonders, dass sie dieses wunderschöne Cabriolet im Museum bewundern können.

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