Mercedes-Benz 300 SL Roadster.

  • Mythos 4: Mercedes-Benz 300 SL Roadster.

  • Mercedes-Benz 300 SL Roadster.

    1957 löst die Roadsterversion des 300 SL den legendären „Flügeltürer“ ab. Die vor allem von der amerikanischen Kundschaft ersehnte offene Ausführung mit regulären Türen wird durch einen überarbeiteten Gitterrohrrahmen mit niedrigeren Seitenstreben möglich. Die neu eingebaute Eingelenk-Pendelachse macht den Hochleistungssportwagen auch für weniger geübte Fahrer leicht beherrschbar.

    • Zylinder 6
    • Hubraum 2996 cm³
    • Leistung 215 PS (158 kW)
    • bei Drehzahl 5800/min
    • Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
    • Produktionszeitraum 1957-1963
    • Produzierte Stückzahl 1858

    Eine großartige Ausnahme.

    Normalerweise hat eine Ikone keinen Nachfolger, aber beim 300 SL leistet sich die Automobilgeschichte eine großartige Ausnahme: Im März 1957 wird auf dem Genfer Automobilsalon der Mercedes-Benz 300 SL Roadster vorgestellt. Wie beim Flügeltürencoupé geht die Initiative für die Entwicklung des Wagens vom amerikanischen Importeur Maximilian E. Hoffman aus. Mehrere hundert Flügeltürer hat Hoffman auf dem amerikanischen Markt verkauft. Nun sieht er Absatzmöglichkeiten in den sonnigen Südstaaten der USA für eine offene, komfortablere, eine Roadster-Version des 300 SL. Für den Roadster wird der Gitterrohrrahmen umkonstruiert, um den Einbau seitlicher Türen zu ermöglichen. Gegenüber dem Coupé verliert der Roadster an Rennwagencharakter und wirkt zahmer, aber auch luxuriöser – kein schlechtes Verkaufsargument in den USA.

     

    Für den Mercedes-Benz 300 SL Roadster wird das technische Konzept des Flügeltürencoupés weiterentwickelt, und wie immer belassen es die Mercedes-Benz Ingenieure nicht bei nur einer Verbesserung: Die Eingelenk-Pendelachse mit tief gelegtem Drehpunkt garantiert ruhigere Fahreigenschaften als die konventionelle Zweigelenk-Pendelachse des Flügeltürers. Und die Scheibenbremsen, die ab März 1961 die Trommelbremsen ersetzen, garantieren, dass der schnelle Roadster auch schnell zum Stehen kommt. Die Fans des Traumsportwagens kommt ihre Leidenschaft teuer zu stehen: In erstklassigem Zustand ist der rollende Mythos mindestens 250 000 Euro wert. Insgesamt 1858 Exemplare wurden vom 300 SL Roadster ausgeliefert. Der hier ausgestellte Wagen zählt zu denjenigen, die mit dem, im März 1962 eingeführten, Leichtmetallmotor ausgerüstet sind.

    Wie sein älterer Bruder, das Flügeltürer-Coupé, das der Schah von Persien, der Dirigent Herbert von Karajan und Stars wie Zsa Zsa Gabor und Romy Schneider besaßen, findet auch der 300 SL Roadster seine Käufer in der Highsociety: Clark Gable, Glenn Ford, Horst Buchholz und Curd Jürgens fahren ihn ebenso wie Elvis Presley und Toni Sailer. Bis heute wird der Mythos des 300 SL weltweit gepflegt: Unmengen an Fachliteratur widmen sich dem W 198, wie der Flügeltürer und der Roadster werksintern bezeichnet werden. Oldtimer-Clubs veranstalten Ausfahrten und Präsentationen, Websites zeigen den W 198 in den verschiedenen Stadien seines aufwändigen Restaurierungsprozesses. Und noch immer träumt so mancher Fan von einem spektakulären Werkstattfund, einem verstaubten, aber fahrtüchtigen 300 SL, vergessen in Omas Garage.

    Dieser Luxusportwagen heißt 300 SL Roadster und ist einer von nur 1858 solcher Wagen, die ab 1957 gebaut wurden. 1858 Stück – das ist nicht viel, verglichen mit den Zehntausenden, die heute von einem neuen Modell gebaut werden! Kein Wunder, dass der 300 SL genauso begehrt wie eine seltene Briefmarke und der ganze Stolz eines jeden Besitzers ist. Der SL ist ein Traumauto und Traumautos parken nicht an jeder Straßenecke. Wenn Traumautos vorbeifahren, drehen die Leute die Hälse und schauen ihnen nach. Sie werden von Filmstars und Popsängern gefahren, tauchen in Filmen auf, in Photobüchern und in Comics. Traumautos sind die Lieblingskarten im Autoquartett, und wenn sie ausgedient haben, stellt man sie ins Museum – so wie hier.

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