Mercedes-Benz 540 K Cabriolet B.

  • Mythos 3: Mercedes-Benz 540 K Cabriolet B.

  • Mercedes-Benz 540 K Cabriolet B.

    Der Mercedes-Benz 540 K ist der leistungsstärkere Nachfolger des 500 K. Er wird in verschiedenen Karosserievarianten angeboten, von denen das Cabriolet B die bei weitem beliebteste ist. Rein äußerlich ist er – je nach Variante und Baujahr – vom Typ 500 K nur schwer zu unterscheiden.

    • Zylinder 8
    • Hubraum 5401 cm³
    • Leistung 115 PS (85 kW)
    • Mit Kompressor 180 PS (132 kW)
    • bei Drehzahl 3400/min
    • Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
    • Produktionszeitraum 1936-1939
    • Produzierte Stückzahl 419

    Nachfolger des 500 K.

    Der Typ 540 K feiert seine Premiere als Nachfolger des 500 K im Oktober 1936 auf dem Pariser Automobil-Salon. Rein äußerlich sind die beiden Fahrzeuge kaum zu unterscheiden, die Änderungen betreffen vor allem den Hubraum und das Getriebe. Als „Weltbegriff für Schönheit und Schnelligkeit“ preist der Verkaufs-Prospekt diesen 540 K. Auch wenn die Kataloge aus jener Zeit den Eindruck der Serienproduktion erwecken, so wird der 540 K – wie schon der 500 K – weitestgehend in Handarbeit nach den Wünschen der Kunden gefertigt. Beispiellose Meisterschaft im Karosseriebau erreicht das Sindelfinger Werk. Über 90 Prozent der Käufer entscheiden sich denn auch für eine Mercedes-Benz Werkskarosserie, obwohl es ebenfalls möglich ist, nur das Fahrgestell zu beziehen und sich die Karosserie von einem anderen Hersteller bauen zu lassen.

     

    Rein äußerlich unterscheiden sich der 500 K und 540 K nur in Details. Die technischen Weiterentwicklungen sind gut versteckt unter den acht verschiedenen Karosserie-Varianten, die angeboten werden. Die weitaus beliebteste davon ist dieses viersitzige Cabriolet B. Für den 540 K erhält der Motor des 500 K eine Hubraumerhöhung auf 5,4 Liter. Seine Leistung erhöht sich dadurch auf 115 PS beziehungsweise 180 PS mit Kompressor. Der Reihen-8-Zylinder wird zudem mit einer automatischen Zündverstellung und mit im Rennsport erprobten Natrium gekühlten Auslassventilen versehen. Im Februar 1939 erhält der 540 K ein Fünfganggetriebe, das die Drehzahl im fünften Gang gegenüber dem vierten um 20 Prozent reduziert. Sieben Monate später beginnt der Zweite Weltkrieg. Die Produktion des 540 K wird eingestellt.

    Zwei Attribute des 500 K und seines Nachfolgers 540 K sorgen manchmal für Verwirrung: Die außen sichtbaren, mit Metallschläuchen verkleideten Auspuffrohre und der Buchstabe K in der Typenbezeichnung. Oft wird angenommen, diese beiden Merkmale seien typisch für die Familie der Kompressor-Wagen. Weder das eine noch das andere trifft zu. Selbstverständlich sollen die imposanten Auspuffrohre des 500 K und des 540 K das Publikum an die Kompressor-Sportwagen der Typenreihe erinnern. Aber technisch gesehen besteht keinerlei Zusammenhang zwischen dem Kompressor und der Führung der Auspuffrohre. Und das K? Es steht in der Typensprache von Mercedes-Benz zunächst als Kürzel für 'kurzer Radstand', etwa beim SSK. Erst 1934 mit dem 500 K und hier beim 540 K erscheint das K erstmals als Abkürzung für 'Kompressor'.

    Dieser Mercedes-Benz 540 K ist eine Art Kunstwerk - so sahen es die Dichter und Komponisten, die Filmregisseure und Fotografen in den dreißiger Jahren, als dieses Auto gebaut wurde. Sie schrieben Gedichte und komponierten Lieder über diesen Sportwagen, ließen ihn in Filmen auftreten und fotografierten ihn mit schönen Frauen in wunderschönen Landschaften. Der 540 K begeisterte mit seiner Form, aber auch mit vielen Details: Ein austauschbares Dach? Kein Problem! Fahnenstangen neben dem Kühler oder eine zweifarbige Lackierung? Bitteschön! Und natürlich glitzerte überall der Mercedes-Stern: Auf dem Tankdeckel, auf den Rädern, auf dem Lenkrad und gleich zweimal vorne auf dem Kühler. Bei all dem glitzernden Luxus wurden aber auch die praktischen Fragen nicht vergessen. Zum Beispiel das viereckige Loch in der Mitte des Trittbretts: Dort streifte man vor dem Einsteigen den Schmutz von den Schuhen.

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