Mercedes-Benz L 6500 Pritschenwagen.

  • Collection 2: Mercedes-Benz L 6500 Pritschenwagen.

  • Mercedes-Benz L 6500 Pritschenwagen.

    1935 bringt Mercedes-Benz den Schwerlastwagen L 6500 auf den Markt, der im Werk Gaggenau produziert wird. Er ist mit einem leistungsstarken Sechszylinder-Dieselmotor ausgestattet und speziell auf die Anforderungen des Güterfernverkehrs ausgerichtet. Die dreiachsige Ausführung für zehn Tonnen Nutzlast wird als L 10000 angeboten.

    • Zylinder 6
    • Hubraum 12517 cm³
    • Leistung 150 PS (110 kW)
    • bei Drehzahl 1700/min
    • Höchstgeschwindigkeit 57 km/h
    • Nutzlast 6500 kg
    • Produktionszeitraum 1935-1940
    • Produzierte Stückzahl 2137

    Immer mehr Lastkraftwagen.

    In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg sind auf deutschen Straßen nur wenige Lastkraftwagen unterwegs. Sie kommen fast nur im innerstädtischen Verkehr zum Einsatz, als Lieferfahrzeuge für Brauereien, Umzugsunternehmen, Mühlen und Ziegeleien. Nach dem ersten Weltkrieg ändert sich das Bild. Immer mehr Lastkraftwagen, viele davon aus ehemaligen Heeresbeständen, sind auf deutschen Straßen unterwegs. Als mit dem Wirtschaftsaufschwung der 30er-Jahre der Transportbedarf steigt, setzen sich die Lkw endgültig durch. Die jährliche Produktion von Mercedes-Benz Nutzfahrzeugen steigt bis 1938 auf rund 15.000 Stück. Zugleich gewinnt der Güterfernverkehr an Bedeutung. 1935 präsentiert Mercedes-Benz einen neuen Schwerlastwagen mit Sechszylinder- Dieselmotor:

    den L 6500 für eine Nutzlast von 6500 kg. Er ist für den Fernverkehr konstruiert und bietet mit seiner langen Motorhaube ein imponierendes Erscheinungsbild. Diesen Lkw zu steuern erfordert ein gehöriges Maß an Muskelkraft und Ausdauer. Der Langhauber wird mit 2.100 Exemplaren im Schwerlastbereich zum Verkaufsschlager. Als Fernfahrer fühlte man sich in diesem L 6500 aus dem Jahr 1938 als König der Landstraße. Zwar war die Ausstattung anspruchslos, die Arbeit am Lenkrad beinhart und der Dieselqualm enorm. Außerdem gab es auch nicht alle 20 Kilometer eine Raststätte, wo man tanken, essen und sich waschen konnte. Aber der Fahrer war Herr über seinen Wagen und seine Zeit. Heute sind Lkw-Fahrer per Funk oder Handy ständig mit ihrer Zentrale verbunden. Sie müssen unterwegs bestimmte Meldepunkte ansteuern und jeder Umweg, den ihr Laster fährt, wird vom Computer angezeigt. Egal was sie transportieren, ob Champagner oder Milch, ob Glasfenster, Pullover oder Zement, ihre Termine müssen sie pünktlich einhalten. Soviel Pünktlichkeit wie heute wäre damals mit diesem L 6500 nie möglich gewesen. Zwar fuhr der Wagen immerhin 60 Kilometer pro Stunde, aber es gab nur wenige Autobahnen, und viele Straßen waren in einem schlechten Zustand. Oft wusste der Fahrer nicht, was ihn hinter der nächsten Kurve erwartet.

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