Mercedes-Benz Lo 2000 Diesel Pritschenwagen.

  • Mythos 3: Mercedes-Benz Lo 2000 Diesel Pritschenwagen.

  • Mercedes-Benz Lo 2000 Diesel Pritschenwagen.

    Als erster dieselbetriebener Leichtlastwagen der Welt verhilft der Lo 2000 dem Fahrzeug-Dieselmotor endgültig zum Durchbruch. Mit ihm bietet Mercedes-Benz erstmals einen Diesel-Lkw an, der speziell auf die Wünsche der Kleinunternehmer zugeschnitten ist. Mit seiner Nutzlast von zwei Tonnen würde er heute dem Transporter-Segment zugeordnet.

    • Zylinder 4
    • Hubraum 3770 cm³
    • Leistung 55 PS (40 kW)
    • bei Drehzahl 2000/min
    • Höchstgeschwindigkeit 65 km/h
    • Nutzlast 2000 kg
    • Produktionszeitraum 1932-1940
    • Produzierte Stückzahl 12253

    Erster Leichtlastwagen.

    Im März 1932 präsentiert Mercedes-Benz auf dem Genfer Auto-Salon diesen ersten Leichtlastwagen der Welt mit Dieselmotor: den Lo 2000. Zwar wird der Lo 2000 auch mit einem Benzinmotor angeboten, aber der Diesel setzt sich überlegen durch: Von den bis 1940 ausgelieferten 13 000 Lo 2000 laufen nur etwa 1 000 mit Benzin. Der OM 59, ein 55 PS starker Dieselmotor, macht den Lo 2000 zum wirtschaftlichsten Fahrzeug seiner Klasse. Der 2-Tonnen-Lastwagen trägt wesentlich zum wirtschaftlichen Überleben der von der Wirtschaftskrise angeschlagenen Daimler-Benz AG bei und kommt gerade rechtzeitig für den einsetzenden Wirtschaftsaufschwung: Mit seinen zwei Tonnen Nutzlast ist er geschaffen für den Warentransport von Gütern aller Art und verhilft dem Fahrzeug-Dieselmotor zum endgültigen Durchbruch.

     

    Dieser Lo 2000, der erste Leichtlastwagen der Welt mit Dieselmotor, wäre nicht denkbar ohne Prosper L’Orange, den Konstrukteur der Firma Benz von 1909 bis 1922. Das von ihm entwickelte Vorkammer-Verfahren überwand das gängige schwerfällige Lufteinblase-Verfahren. Das Grundprinzip wurde 1909 patentiert und zehn Jahre später mit dem sogenannten Trichter-Patent ergänzt. Auf Basis dieser beiden Patente entwickelt man bei Benz den schnell-laufenden Fahrzeug-Dieselmotor: erst einen Zweizylinder mit 25 PS für Motorpflüge, ein Jahr später den Vierzylinder-Typ OB 2, der bereits eine Leistung von 50 PS bei 1000 Umdrehungen pro Minute erzeugt und in die Benz-5-Tonnen-Lastwagen eingebaut wird. Ihm folgt 1927 der OM 5, der den Mercedes-Benz-5-Tonner L 5 antreibt und schließlich der OM 59 unter der Haube dieses Lo 2000, der bei einer Nutzlast von 2 Tonnen eine Geschwindigkeit von 65 km/h ermöglicht.

    Der Lo 2000 ist der erste leichte Lastwagen der Welt mit Dieselmotor. Bis zu seiner Markteinführung im Frühjahr 1932 sind in Deutschland nur etwa 500 Lastwagen und Omnibusse mit dem sparsamen und zuverlässigen Dieselmotor im Einsatz, davon 90 Prozent von Mercedes-Benz. Mit dem neuen Lo 2000, der mit Benzin- oder Dieselmotor angeboten wird, und mit dem beginnenden Wirtschaftsaufschwung ändert sich dies: Allein in den ersten beiden Produktionsjahren entstehen 2500 Exemplare des Lo 2000, ein Großteil davon mit Dieselmotor. Im Vergleich zum Benziner verbraucht die Dieselausführung weniger Kraftstoff, der außerdem nur etwa ein Drittel, ab 1936 die Hälfte des Benzins kostet. Das Erscheinen des äußerst wirtschaftlichen Lo 2000 läutet auf Deutschlands Straßen den endgültigen Abschied vom Pferdefuhrwerk ein.

    Dieser Lastwagen heißt Lo 2000. Der Name setzt sich also aus den Buchstaben L und O und der Zahl 2000 zusammen. Der Buchstabe L bedeutet Lastwagen, O bedeutet Omnibus. Das heißt: mit dem Fahrgestell dieses Wagens konnte sowohl ein Omnibus wie ein Lastwagen gebaut werden. Die Zahl 2000 bezeichnet das Gewicht in Kilogramm, mit dem der Wagen beladen werden konnte: Ein Lo 2000 durfte zum Beispiel höchstens 50 Kohlensäcke von je 40 Kilo Gewicht transportieren. Bevor der Lo 2000 gebaut wurde, sah man in den Städten und auf Landstraßen und Feldwegen noch viele Pferdefuhrwerke. Weil der Lo 2000 im Betrieb aber billiger und zuverlässiger war als ein Pferd, kauften sich viele Bauern und Transportfirmen einen Lo 2000. Die Pferdefuhrwerke verschwanden endgültig von den Straßen.

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