Mercedes-Benz O 303 Reise-Omnibus.

  • Mythos 5: Mercedes-Benz O 303 Reise-Omnibus.

  • Mercedes-Benz O 303 Reise-Omnibus.

    Mit dem O 303 präsentiert Mercedes-Benz 1974 eine Omnibusreihe, die bei Reisebussen neue Maßstäbe für Komfort und Sicherheit setzt. Mit Bussen dieser Baureihe werden von 1980 an Überrollversuche durchgeführt, die zur Entwicklung des überrollfesten Aufbaugerippes für Omnibusse führen. Auch bei der aktiven Sicherheit setzt der O 303 Maßstäbe: er ist 1981 der weltweit erste Bus mit ABS.

    • Zylinder V8
    • Gesamthubraum 12763 cm³
    • Leistung 188 kW
    • Bei Drehzahl 2500/min
    • Höchstgeschwindigkeit 123 km/h
    • Sitzplätze 56
    • Produktionszeitraum 1974-1992
    • Produzierte Stückzahl 25778

    Eine grundlegend neu konstruierte Modellreihe.

    Mit dem O 303 präsentiert Mercedes-Benz im Oktober 1974 in Paris eine grundlegend neu konstruierte Modellreihe von Omnibussen. Sieben Längen, drei Höhen sowie zahllose Ausstattungs- und Türvarianten ermöglichen verschiedene Anwendungen des O 303, ob als Reisebus, Überlandbus oder Linienbus – eben als „Omnibus“, was im Lateinischen „für alle“ bedeutet. Neue Erkenntnisse zur Verbesserung der aktiven und passiven Sicherheit werden im O 303 umgesetzt: Die Karosserie besitzt Knautschzonen und ein Spoiler vermeidet das Verschmutzen des Heckfensters. 1981 kommt das weltweit erste Antiblockiersystem für Nutzfahrzeuge hinzu. Von 1980 an entwickelt Mercedes-Benz in sehr aufwändigen Überrollversuchen mit dem O 303 ein überrollfestes Aufbaugerippe, das den Passagieren bei einem Überschlag des Busses den nötigen Überlebensraum garantieren soll. Es kommt ab 1991 im O 404, dem Nachfolgemodell des O 303, serienmäßig zum Einsatz.

     

    Der O 303, der 1974 auf den Markt kommt, kombiniert bewährte Komponenten der LKW-Produktion – wie seine Starrachsen und seine im Heck eingebauten V-Motoren aus der 400er-Baureihe – mit neuen Standards an Komfort und Sicherheit. Für mehr Fahrkomfort sorgt die Luftfederung, die beim O 303 zur Serienausstattung gehört: Luftfederbälge ersetzen die bisher üblichen Schraubenfedern aus Stahl. Heute gehört die Luftfederung bei Personenwagen der S-Klasse zur Serienausstattung. Ein ganzes Bündel von technischen Innovationen erhöht die aktive und passive Sicherheit des O 303: Knautschzonen im vorderen und hinteren Unterbau und ab 1981 das gemeinsam mit dem Bremsenhersteller WABCO-Westinghouse entwickelte Antiblockiersystem (ABS) für Nutzfahrzeuge. Dieses wird als Weltneuheit zunächst für Fernlastwagen und den O 303 angeboten. In den folgenden Jahren findet es im kompletten Lkw- und Omnibusprogramm von Mercedes-Benz Anwendung.

    Die ersten Omnibusse waren ungefederte Lastwagen mit Aufbauten zur Personenbeförderung. Heute sind Omnibusse rollende, luftgefederte und gutbelüftete Ruheräume. Auch der O 303, der 1974 auf den Markt kommt, leistet zu dieser Entwicklung einen wertvollen Beitrag. Mercedes-Benz bietet den O 303 in zahllosen Varianten mit verschiedenen Längen und Höhen an, nicht nur als luxuriösen Reisebus mit 9 bis 15 Sitzreihen, sondern auch als Überlandbus oder als Linienbus. Sicherheit und Komfort sind bei allen Modellen die oberste Maxime und werden in der 19-jährigen Produktionszeit des O 303 stetig verbessert. Für Frischluft sorgt eine Klimaanlage mit individuell verstellbaren Düsen und auf Wunsch ist der O 303 mit Chemietoilette, Miniküche und Kühlbar erhältlich. Mehr als 38 000 Exemplare werden vom O 303 gebaut. Dank dieses Produktionsrekords wird der O 303 werksintern stolz der „Weltmeister“ genannt.

    Mit dem Reisebus O 303 haben die Mercedes-Benz Techniker zum ersten Mal getestet, wie stabil ein Bus bei einem Überschlag ist. Dazu haben sie den O 303 einen Abhang heruntergerollt. Bei diesen schwierigen Versuchen haben sie herausgefunden, wie man Omnibusse bauen muss, damit sie auch einen Überschlag überstehen. Mit seiner weichen Federung, seinen bequemen Sitzen und seinem leisen Motor ist der O 303 aber auch ein gutes Beispiel dafür, wie die Ingenieure von Mercedes- Benz seit jeher hart daran arbeiten, aus dem Omnibus einen bequemen Reisewagen für große und kleine Fahrgäste zu machen. Vor vielen Jahren waren Omnibusse so unbequem, wie man sich das heute kaum noch vorstellen kann. Die harte Federung rüttelte die Reisenden ordentlich durch, die Sitze waren aus Holz, man schlich mit 60 Stundenkilometer über die Landstraßen, und der riesige Motor dröhnte von vorne in den Innenraum, besonders wenn es bergauf ging. Statt einer Lüftung gab es ein Faltdach zum Aufschieben, das Gepäck wurde über eine Außenleiter aufs Dach verfrachtet, und wer bei langen Reisen auf die Toilette wollte, musste warten, bis der Fahrer einen Parkplatz fand. All das änderte sich erst durch die Erfindungen der Ingenieure, die die Omnibusse immer weiter verbessert haben.

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