Mercedes-Benz O 3500 Allwetter-Reiseomnibus.

  • Collection 1: Mercedes-Benz O 3500 Allwetter-Reiseomnibus

  • Mercedes-Benz O 3500 Allwetter-Reiseomnibus.

    Der O 3500 ist der erste nach Kriegsende konstruierte Mercedes-Benz Omnibus. Er ist noch als klassischer Langhauber konzipiert und wird in verschiedenen Varianten als Linien- und Reisebus angeboten. Das ausgestellte Fahrzeug ist ein Luxus-Reisebus mit Dachrandverglasung, wie er in den 1950er-Jahren auch für den Italien-Tourismus zum Einsatz kommt.

    • Zylinder 6
    • Hubraum 4580 cm³
    • Leistung 90 PS (66 kW)
    • bei Drehzahl 2800/min
    • Höchstgeschwindigkeit 82 km/h
    • Sitzplätze 29
    • Produktionszeitraum 1949-1955
    • Produzierte Stückzahl 2644

    Wie selbstverständlich zum Straßenbild.

    Der Mercedes-Benz Omnibus O 3500 gehört in den fünfziger Jahren wie selbstverständlich zum Straßenbild der jungen Bundesrepublik Deutschland, ob als Linienbus im Nahverkehr oder als Reisebus. Technisch basiert der O 3500 auf dem L 3500, einem 3,5-Tonnen Lastkraftwagen, dessen Fahrgestell für die Verwendung im Omnibus angepasst wurde. In puncto Design kündigt sich mit dem O 3500 aber bereits ein neues Zeitalter an: Der Chromschmuck, die elegante Dachrandverglasung und später auch die Lackierung in zwei Farben verleihen dem Wagen Chic. Auch an Komfort für den Fahrer wird nun vermehrt gedacht: Der Fahrersitz ist, wie es in einem Prospekt heißt “auf Wunsch drehbar und nach allen Seiten verstellbar”. Als der O 3500 im Jahr 1950 auf den Markt kommt, dürfen die Deutschen wieder ins Ausland reisen. Die Devisenbeschränkungen der frühen Nachkriegszeit werden gelockert.

    Doch kaum jemand besitzt einen eigenen Pkw. Da kommt der neue Omnibus gerade recht. Gruppenreise heißt die Devise, und wer es sich leisten kann, bucht einen Urlaub im Ausland. So befördert der Serien-Reisebus deutsche Urlauberströme komfortabel an ihre Traumziele, ins nahe Österreich, in die Schweiz oder gar nach Italien. Nach den schlimmen Jahren im Zweiten Weltkrieg waren die Menschen froh, sich wieder etwas kaufen zu können. Zunächst gaben sie ihren Lohn für Kleidung, Schuhe, Möbel und Haushaltsgeräte aus. Ferien wurden - wenn überhaupt – nur in Deutschland gemacht. Das änderte sich in den 50er- Jahren, als die Deutschen auch wieder ins Ausland reisen durften. Viele Leute konnten sich nun eine Urlaubsreise leisten, aber ein eigenes Auto hatten die wenigsten. Da kam dieser Mercedes- Benz Omnibus gerade recht. Er transportierte auf seinen großen Rädern fröhliche Reisegruppen bequem zu ihren Urlaubszielen nach Österreich, in die Schweiz und sogar nach Italien. Oft hatten die Passagiere so viele Gepäckstücke dabei, dass der Kofferraum zu klein war. Dann kletterte der Busfahrer über eine Leiter auf das Dach, befestigte Taschen und Koffer auf dem Gepäckträger und zog ein wasserdichtes Gummidach darüber, falls es regnen würde.

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