Mercedes Grand-Prix-Rennwagen.

  • Mythos 7: Mercedes Grand-Prix-Rennwagen

  • Mercedes Grand-Prix-Rennwagen.

    Um den neuen Vorgaben des Grand-Prix-Reglements zu entsprechen, entwickelt die Daimler-Motoren-Gesellschaft für die Saison 1914 einen Grand-Prix-Rennwagen mit einem vollkommen neu konstruierten 4,5-Liter-Motor. Beim Großen Preis von Frankreich belegen die Piloten Christian Lautenschlager, Louis Wagner und Otto Salzer mit diesen Fahrzeugen die Plätze eins, zwei und drei.

    • Zylinder 4
    • Hubraum 4483 cm³
    • Leistung 105 PS (77 kW)
    • bei Drehzahl 3100/min
    • Höchstgeschwindigkeit 180 km/h

    Den Hochleistungs-Vierzylinder.

    Das Reglement für den Grand Prix von Frankreich 1914 beschränkt das Gewicht der Rennwagen auf 1.100 Kilogramm, den Hubraum auf 4,5 Liter. Die Ingenieure der Daimler-Motoren-Gesellschaft konstruieren deshalb einen völlig neuen Motor: den Hochleistungs-Vierzylinder, der in diesem Grand-Prix-Rennwagen steckt. Er ist mit einer oben liegenden Nockenwelle und Vierventiltechnik, das heißt zwei Einlass- und zwei Auslassventilen pro Zylinder versehen. Obwohl der Hubraum aufgrund des Reglements nur etwa ein Drittel so groß ist wie beim Grand-Prix- Wagen von 1908, erreicht der Wagen fast die gleiche Leistung. Möglich wird dies nur durch sehr hohe Drehzahlen. Dieser Motor erreicht seine Höchstleistung bei 3.100 Umdrehungen und verträgt bis zu 3.500 Umdrehungen pro Minute. In einer Zeit, in der die Höchstdrehzahlen bei etwa 2.200 Umdrehungen pro Minute liegen, ist das eine Sensation. Die französischen Konkurrenten sind sich sicher: Die Kurbelwellenlager werden nicht lange halten. Doch was die Franzosen nicht wissen: Der Motor ist konsequent auf diese hohe Drehzahl ausgelegt.

    Die Kurbelwellen aus Spezialstahl sind fünffach gelagert. Dem Mercedes-Team gelingt so das scheinbar Unmögliche: Christian Lautenschlager, Louis Wagner und Otto Salzer erringen in Lyon einen triumphalen Dreifachsieg. Die französischen Konkurrenten staunten nicht schlecht, als die Rennfahrer Otto Salzer, Christian Lautenschlager und Louis Wagner 1914 beim Großen Preis von Frankreich die ersten drei Plätze belegten. Diesen triumphalen Sieg schafften sie in einem solchen Mercedes Grand-Prix- Rennwagen. Vor allem der Motor dieses Wagens ist etwas ganz Besonderes. Er ist sehr klein und trotzdem enorm stark und zuverlässig. Selbst zehn Jahre später - im Autorennsport eine halbe Ewigkeit - wollte man ihn weiter benutzen und baute ihn deshalb 1924 in ein moderneres Fahrzeug ein. Sechs Jahre lang, von 1924 bis 1930, nahm dieser Rennwagen an Autorennen teil. Sein Fahrer Otto Salzer taufte ihn wegen seines altertümlichen Motors die „Großmutter“. Doch sie sah alles andere als alt aus. Im Bergrennen am Schweizer Klausenpass gewann die technisch aufgemotzte „Großmutter“ 1927 locker gegen ihre Enkel.

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