Mercedes-Simplex 40 PS.

  • Mythos 2: Mercedes-Simplex 40 PS.

  • Mercedes-Simplex 40 PS.

    Dieser Mercedes-Simplex 40 PS ist der älteste noch erhaltene Mercedes. Er ist der direkte Nachfolger des von Wilhelm Maybach konstruierten Mercedes 35 PS, der das erste moderne Automobil der Welt war. Der Namenszusatz „Simplex“ verweist auf die aus damaliger Sicht einfache Handhabung des Fahrzeugs.

    • Zylinder 4
    • Hubraum 6785 cm³
    • Leistung 40 PS (29 kW)
    • bei Drehzahl 1100/min
    • Höchstgeschwindigkeit 80 km/h

    Der älteste noch erhaltene Mercedes.

    Dieser Mercedes-Simplex 40 PS gehörte dem amerikanischen Milliardär William K. Vanderbilt. Er wurde im März 1902 ausgeliefert und ist heute der älteste noch erhaltene Mercedes der Welt. Er ist weitgehend identisch mit seinem Vorgänger, dem Mercedes 35 PS, dem ersten Mercedes überhaupt, der Ende 1900 an Emil Jellinek in Nizza ausgeliefert wird. Mit einem leichten Motor, einem tiefem Schwerpunkt, mit einem revolutionären Kühlsystem, das die Motoren zu neuen Höchstleistungen treibt, dominieren die neuen Mercedes-Wagen im März 1901 die Rennwoche von Nizza, das Eldorado der Automobilisten. Es ist die Geburtsstunde des Mythos Mercedes.

     

    Der Mercedes-Simplex 40 PS aus dem Jahr 1902 ist technisch weitgehend identisch mit seinem Vorgänger, dem Mercedes 35 PS, dem ersten Mercedes überhaupt. Mit dem Mercedes-Konzept setzt Wilhelm Maybach eine Reihe von Erfindungen durch, die den Automobilbau neu definieren: Der Press-Stahlrahmen für das Fahrwerk und das Leichtmetall-Kurbel-Gehäuse für den Motor sparen Gewicht. Die durch Nockenwellen gesteuerten Einlassventile steigern die Motorleistung. Der lange Radstand und ein niedriger Schwerpunkt sorgen für eine verbesserte Straßenlage. Maybachs Meisterstück aber ist das neue, äußerst effiziente Kühlsystem, der Bienenwabenkühler: Mit seinen rund 8000 Vierkantröhrchen vergrößert er die Oberfläche des Kühlers um ein Vielfaches und steigert so die Kühlwirkung enorm. Das Mercedes-Konzept wird, kaum auf dem Markt, von zahlreichen anderen Herstellern übernommen.

    Ein Automobil zu bedienen ist zu jener Zeit eine Kunst für sich. Der schwere Motor muss von Hand angekurbelt werden, die Antriebsketten wollen ständig geschmiert, der Vergaser gereinigt sein. Jede Reifenpanne, und es gibt deren viele, ist eine Strapaze. Die Oberschicht zieht es vor, sich von einem 'Chauffeur' kutschieren zu lassen - mit Ausnahme der so genannten Herrenfahrer, deren Stolz es ist, allein unterwegs zu sein. Wohl in der Absicht, breiteren Schichten die Angst vor dem Autofahren zu nehmen, tauft die Daimler-Motoren-Gesellschaft ihre Wagen ab 1902 'Mercedes- Simplex', wobei 'Simplex' soviel heißt wie 'einfach zu bedienen'. Einige Zweifel an diesem Namenszusatz hegt Deutschlands oberster Automobilist, Kaiser Wilhelm der Zweite. Auf der Berliner Automobil-Ausstellung 1903 meint er zu Maybach: 'Ja wunderschön Ihr Motor! Aber, na ganz so simplex ist er ja auch wieder nicht.'

    Dieser Wagen ist der älteste Mercedes, den es noch gibt. Der amerikanische Milliardär und Autofan William Vanderbilt hat ihn 1902 bei Daimler gekauft und selbst abgeholt. Am nächsten Tag war er schon unterwegs, nach Paris. Damals war das eine Reise von einer Woche auf schmalen, holprigen Landstraßen voller Pferdefuhrwerke. Aber Mister Vanderbilt fuhr gern schnell und brauchte nur zwei Tage für die 621 Kilometer. Als begeisterter Sportsmann war er sowieso ständig auf Rekordjagd. Eine Zeitung berichtet im April 1902, dass Mr. Vanderbilt mit diesem Auto in Südfrankreich nachts durch ein Dorf raste, im vierten Gang, ohne Licht, 'um die Leute nicht aufzuwecken', wie er behauptete. Dabei hätte er beinahe den Dorfpolizisten überfahren. Der hielt ihn an und verhaftete ihn. Heutzutage müsste Mr. Vanderbilt dafür seinen Führerschein abgeben – aber den gab es ja damals noch nicht.

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