Daimler „Phönix“ 23 PS Rennwagen.

  • Mythos 7: Daimler Phönix 23 PS Rennwagen

  • Daimler „Phönix“ 23 PS Rennwagen

    Der „Phönix“ 23 PS ist Anfang 1900 der stärkste Daimler-Rennwagen. Wegen seines hohen Schwerpunkts, seines 300 Kilogramm schweren Motors und seines kurzen Radstands – der bei der ausgestellten Variante verlängert wurde – ist er nicht leicht zu beherrschen. Nach dem schweren Unfall beim Rennen Nizza – La Turbie im März 1900 konstruiert Wilhelm Maybach einen neuen Rennwagen: den ersten Mercedes.

    • Zylinder 4
    • Hubraum 5507 cm³
    • Leistung 27 PS (20 kW)
    • bei Drehzahl 900/min
    • Höchstgeschwindigkeit 80 km/h

    Dynamischer und gedrungener als sein Vorgänger.

    Dynamischer und gedrungener als sein Vorgänger, ist dieser „Phönix“ 23 PS im Frühjahr 1900 der leistungsstärkste Daimler Rennwagen. Er ist die Trumpfkarte von Emil Jellinek und der Daimler- Motoren-Gesellschaft bei der Rennwoche von Nizza. Doch das neue Modell mit seinem charakteristischen rechteckigen Röhrchenkühler hat einen Schwachpunkt: Sein kurzer Radstand und sein hoher Schwerpunkt – bedingt durch den hoch eingebauten, 300 Kilogramm schweren Motor – führen dazu, dass der Wagen sehr schwierig zu steuern ist. Während des Rennens von Nizza nach Marseille überschlägt sich einer der beiden von Jellinek gemeldeten „Phönix“-Wagen. Drei Tage später beim Bergrennen Nizza – La Turbie verunglückt der zweite, diesmal mit tödlichen Folgen.

    Die Daimler-Motoren-Gesellschaft will sich nicht mehr am Rennsport beteiligen, doch Jellinek ist hartnäckig. Er regt die Konstruktion eines leichteren Fahrzeugs mit längerem Radstand und niedrigerem Schwerpunkt an das ein Jahr später bei der Rennwoche von Nizza als erster Mercedes an den Start geht. Dieser Daimler „Phönix“ 23 PS Rennwagen wurde im März 1900 von Stuttgart nach London geliefert. Der wagemutige Rennfahrer Graf Zborowski hatte ihn bestellt. Im Frühling 1902 gewann er mit diesem „Phönix“ in seiner Klasse das berühmte Bergrennen von Nizza. Später verkaufte der Graf den Rennwagen an einen englischen Großgrundbesitzer, der darin voller Stolz auf sein schnelles Gefährt zehn Jahre lang durch die Gegend brauste. Als Fahrzeug hatte der „Phönix“ damit ausgedient. Doch zum alten Eisen kam er noch lange nicht. Der Landlord setzte den Wagen in den folgenden 30 Jahren zum Antrieb einer Kreissäge auf seinem Grundstück ein. Zugewuchert und verrostet entdeckte ihn dann 1954 ein Oldtimerfan. Er kaufte den „Phönix“ und reparierte ihn liebevoll. Nach 69 abenteuerlichen Jahren kam der Wagen schließlich zurück nach Stuttgart, wo er nun seinen Ruhestand im Museum verbringt.

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