Mercedes-Benz 1,5-l-Rennwagen W 165 „Tripolis“.

  • Mythos 7: Mercedes-Benz 1,5-l-Rennwagen W 165 Tripolis

  • Mercedes-Benz 1,5-l-Rennwagen W 165 „Tripolis“.

    Ende der 1930er-Jahre dominieren deutsche Rennwagen den Grand-Prix-Sport. Der italienische Motorsportverband schreibt deshalb für 1939 seine Rennen nur für Fahrzeuge der kleineren 1,5-l-Klasse aus, in der keine deutschen Hersteller starten. In nur acht Monaten entwickelt Mercedes-Benz daraufhin den W 165 und belegt beim Großen Preis von Tripolis die Plätze eins und zwei.

    • Zylinder V8
    • Hubraum 1493 cm³
    • Leistung 254 PS (187 kW)
    • bei Drehzahl 8000/min
    • Höchstgeschwindigkeit 272 km/h

    Eines der glanzvollsten Autorennen der 30er-Jahre.

    Der Große Preis von Tripolis im nordafrikanischen Libyen ist eines der glanzvollsten Autorennen der 30er-Jahre. Nach seinem Sieg 1937 gewinnt Hermann Lang auf Mercedes-Benz auch 1938 das Rennen. Im italienischen Motorsportverband sinnt man über Maßnahmen nach, um die deutsche Konkurrenz zurückzudrängen. Tripolis steht unter italienischer Kolonialherrschaft. In einem Überraschungscoup schreiben die Italiener das Rennen der folgenden Saison nur noch für die 1,5- Liter-Klasse aus. In dieser Kategorie sind die italienischen Rennwagenhersteller führend. Die Deutschen haben ihnen nichts entgegenzusetzen. Doch Mercedes-Benz nimmt die Herausforderung an: In der Rekordzeit von nur sieben Monaten bauen die Konstrukteure diesen 1,5-Liter-Formel- Wagen, den W 165. Rahmen, Fahrwerk und Karosserie werden nach dem Vorbild des „großen Bruders“ W 154 konstruiert. Im Innern aber röhrt ein brandneuer 254 PS starker V8-Motor.

    Am 7. Mai 1939 ist es soweit: Bei einer Bodentemperatur von 52 Grad starten Rudolf Caracciola und Hermann Lang gegen eine übermächtige Konkurrenz von sechs Alfa Romeo und 22 Maserati. Trotz des erzwungenen Umstiegs in die 1,5-Liter-Klasse ist Mercedes-Benz nicht zu bremsen: Lang gewinnt das Rennen vor „Carratsch“ zum dritten Mal in Serie. Der Große Preis von Tripolis in Nordafrika ist in den 30-er Jahren unter Rennfahrern sehr begehrt. Dem Sieger winkt nämlich eine märchenhafte Siegesfeier im Palast des Gouverneurs. 1937 und 1938 gewinnt Hermann Lang das Rennen für Mercedes-Benz. Der Ärger bei den Italienern ist groß. Sie sind zu dieser Zeit die Herren in Libyen, das unter italienischer Verwaltung steht. Zu gerne hätten sie einmal einen Heimsieg gefeiert. Das folgende Rennen im Jahr 1939 wollen die Italiener um jeden Preis gewinnen. Um die Deutschen auszutricksen, schreiben sie den Grand Prix nur noch für die kleine Rennklasse der 1,5-Liter-Wagen aus. Solche Fahrzeuge hat die Mercedes- Benz Rennabteilung nicht. In nur sieben Monaten - für einen Rennwagen superschnell - entwerfen und bauen die Mercedes-Benz Ingenieure diesen 1,5-Liter-Wagen W 165 für den Grand Prix in Libyen. Am Renntag stehen die zwei brandneuen Silberpfeile sechs Alfa Romeo und 22 Maserati gegenüber. Doch trotz des gewaltigen Aufgebots der italienischen Rennwagen macht der Fahrer Hermann Lang auf Mercedes-Benz auch dieses Mal das Rennen – und kann am Abend als Sieger das prachtvolle Fest genießen.

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