Mercedes-Benz 2,5-l-Rennwagen W 196 R.

  • Mythos 7: Mercedes-Benz 2,5-l-Rennwagen W 196 R

  • Mercedes-Benz 2,5-l-Rennwagen W 196 R.

    An den Formel-1-Rennen der Jahre 1954 und 1955 nimmt Mercedes-Benz mit zwei Ausführungen des W 196 R teil. Auf den Hochgeschwindigkeits-Parcours in Reims, Berlin und Monza wird der Stromlinienrennwagen eingesetzt. Bei den meisten Rennen kommt jedoch der klassische Monoposto mit frei stehenden Rädern zum Einsatz, der für kurvenreiche Rennstrecken besser geeignet ist.

    • Zylinder 8
    • Hubraum 2497 cm³
    • Leistung 290 PS (213 kW)
    • bei Drehzahl 8500/min
    • Höchstgeschwindigkeit 275 km/h

    Ebenso erfolgreich ist wie das Stromlinien-Modell.

    Am 1. August 1954 beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring startet Mercedes-Benz erstmals mit dieser zweiten Variante des W 196 R, die auf Anhieb ebenso erfolgreich ist wie das Stromlinien-Modell. Juan Manuel Fangio gewinnt in dem Monoposto mit freistehenden Rädern sowohl auf dem Nürburgring wie auch drei Wochen später in Bern. Beiden Rennwagen gemeinsam ist der schräg in den Gitterrohrrahmen eingebaute Achtzylinder-Motor mit Benzineinspritzung. Er ist dank der neuen Ventilsteuerung noch zuverlässiger als die Motoren der Silberpfeile aus den 30er-Jahren. Die Steuerung öffnet das Ventil nicht nur aktiv, sie verschließt es mit einem zweiten Nocken auch wieder. Die bisher verwendeten Ventilfedern, die bei hohen Drehzahlen äußerst bruchanfällig waren, sind nicht mehr notwendig. Nach fünf Siegen im Jahr 1954 wird der W 196 R für die neue Saison überarbeitet.

    Er erhält einen weiterentwickelten Motor mit höherer Leistung, und es entstehen mehrere Varianten mit verkürztem Radstand, um die Wendigkeit auf kurvenreichen Strecken zu verbessern. Die mühevolle Entwicklungsarbeit der Mercedes-Benz Ingenieure zahlt sich aus: 1955 gewinnen die Silberpfeile fünf von sechs Rennen, und Fangio wird erneut Formel-1-Weltmeister. Beim Großen Preis von Frankreich gewinnt der Argentinier Juan Manuel Fangio auf einem W 196 R mit Stromlinienkarosserie. Zwei Wochen später, beim Großen Preis von England, will Mercedes-Benz diesen Erfolg wiederholen. Doch das Rennen verläuft nicht wie geplant. Juan Manuel Fangio rammt mehrere Ölfässer, welche die Strecke markieren, und wird am Ende nur Vierter. Was war bloß mit ihm los? Nach dem Rennen erklärt er Rennleiter Alfred Neubauer das Problem: Weil sie von der Stromlinienkarosserie abgedeckt waren, konnte er die Räder seines Fahrzeugs während des Rennens nicht sehen und deshalb die vielen Kurven nicht so genau wie gewohnt anfahren. Mercedes-Benz hat die Lösung: Die Rennabteilung arbeitet schon an einer zweiten Version des W 196 R. Rechtzeitig zum nächsten Rennen wird der Wagen mit freistehenden Rädern fertig. Er ist wendiger als das Stromlinien-Fahrzeug und kommt deshalb vor allem bei kurvenreichen Strecken zum Einsatz. Fangio zeigt darin, was er kann. Die nächsten beiden Rennen auf dem Nürburgring und in der Schweiz gewinnt er.

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