Mercedes-Benz 27/170/225 PS Typ SSK Sport Zweisitzer.

  • Mythos 3: Mercedes-Benz 27/170/225 PS Typ SSK Sport Zweisitzer

  • Mercedes-Benz 27/170/225 PS Typ SSK Sport Zweisitzer.

    Als stärkere und kürzere Ausführung des Mercedes-Benz Typ S wird der Typ SSK speziell für Bergrennen entwickelt. Der kurze Radstand dieser “Super-Sport-Kurz”-Version garantiert mehr Beweglichkeit in den engen Serpentinen. Wie kaum ein zweiter Wagen begründet der Typ SSK den Ruhm der Marke, obwohl er nur 35 mal hergestellt wird.

    • Zylinder 6
    • Hubraum 7065 cm³
    • Leistung 170 PS (125 kW)
    • mit Kompressor 225 PS (165 kW)
    • bei Drehzahl 3300/min
    • Höchstgeschwindigkeit 192 km/h
    • Produktionszeitraum 1928-1932
    • Produzierte Stückzahl 35

    Mercedes-Benz 27/170/225 PS Typ SSK Sport Zweisitzer.

    Die Konstrukteure in Untertürkheim entwickeln den erfolgreichen Typ “S” zielstrebig weiter. Die beiden nochmals stärkeren Modelle, der Typ “SS” (wie “Super-Sport”) und diese zweisitzige Kurzversion “SSK”, fahren auf den Rennstrecken der Welt von Sieg zu Sieg. Für den „Super-Sport- Kurz“ verkürzen die Konstrukteure das Fahrgestell des Typs „S“ und bauen in das kurze Chassis einen 7,1 Liter–Motor ein. Der SSK ist nicht zu trennen von seinem wagemutigen Piloten, dem Rennfahrer Rudolf Caracciola. Er steuert den speziell für Bergrennen entwickelten, besonders wendigen “SSK” in den Haarnadelkurven des Klausenrennens und zahlreicher anderer Bergrennen, aber auch bei Langstreckenrennen wie der “Mille Miglia”, überlegen ins Ziel.

     

    Obwohl insgesamt nur etwa 35 Stück des Typs SSK produziert werden, begründet dieser Hochleistungswagen wie kaum ein anderes Modell den Ruhm der jungen Marke Mercedes-Benz: Der „SSK“, der ein gekürztes Chassis des Typs “S” mit einem leistungsstärkeren Motor kombiniert, bestreitet ab 1928 einen Großteil des Rennsportengagements der Daimler-Benz AG. Für die Rennsportwagen des Werksteams mobilisieren die Motorenkonstrukteure die letzten Reserven des Triebwerks: Mit einem stärkeren Kompressor steigern sie die Motorleistung auf bis zu 310 PS. Dieser Lader, der hausintern „Elefant“ genannt wird, ist für den Kurzeinsatz konzipiert. Er wird aber nicht beim Durchtreten des Gaspedals eingeschaltet, sondern über einen Hebel unterhalb des Lenkrads.

    In Pressemeldungen der Zeit taucht der 'SSK' fast immer im Zusammenhang mit dem Namen „Rudi“ oder „Caratsch“ auf: Der Hoteliersohn Rudolf Caracciola, am 30. Januar 1901 in Remagen geboren, zählt zu den besten Rennfahrern aller Zeiten. In den 20er und 30er Jahren kennt ihn jedes Kind. Schon als er 1922 mit einem NSU-Motorrad sein erstes Rennen bestreitet, hegt er den Traum, einmal für Daimler zu fahren. Doch statt als Rennfahrer wird er als Verkäufer eingestellt. Auf sein Drängen hin stellt man ihm 1923 endlich einen 1,5-Liter-Kompressorwagen probeweise zur Verfügung. Er nimmt an der ADAC-Reichsfahrt teil und gewinnt zu aller Überraschung das Tourenwagen-Klassement. Das ist der Beginn einer großen Rennfahrer-Karriere.

    Wie viele Kinder träumte auch Rudolf Caracciola aus dem Rheinland davon, Auto-Rennfahrer zu werden. Aber zunächst reichte sein Geld nur für ein Motorrad. Mit 21 Jahren startete er bei einem Motorrad-Langstreckenrennen – und gewann! Ein Jahr später fing er bei Daimler an aber nicht als Rennfahrer sondern als Verkäufer. Rudolf Caracciola ließ nicht locker. Er überredete die Rennabteilung, ihm probeweise einen der neuen Sportwagen zu leihen. Als er das Rennen gewann, wurde er vom Verkäufer zum Rennfahrer befördert. Besonders bei Regen holte Rudolf Caracciola das Beste aus sich und seinem Wagen heraus, deshalb gaben ihm seine Team-Kollegen den Spitznamen „Regenmeister“.

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