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  • Zum Saisonstart 2018 des markenoffenen Klassikertreffens „Cars & Coffee“ sind die „Strich-Acht“-Baureihen W 115 und W 114 gut vertreten.
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    Sternenfieber und Sommerstimmung.

    Markenoffenes Klassikertreffen „Cars & Coffee“ startet in die Saison 2018.

So frisch wie 1968.

Ganz schön jung geblieben! Automobile Altachtundsechziger mit zeitlosem Design rollen Mitte Juni auf den Hügel am Mercedes-Benz Museum. Zum Saisonstart 2018 des markenoffenen Klassikertreffens „Cars & Coffee“ sind die „Strich-Acht“-Baureihen W 115 und W 114 gut vertreten: Limousinen und Coupés in verschiedenen Farben, fast das ganze Programm der Vier- und Sechszylinder, Ausführungen vor und nach der Modellpflege.


Automobile Altachtundsechziger mit zeitlosem Design rollen Mitte Juni auf den Hügel am Mercedes-Benz Museum.
Geburtstagskind: Der „Strich-Acht“ wird 50. Rolf Knappert, Vorsitzender des MB /8 Clubs Deutschland e.V. mit seinem Mercedes-Benz 200.

Geburtstagskind: Der „Strich-Acht“ wird 50. Rolf Knappert, Vorsitzender des MB /8 Clubs Deutschland e.V. mit seinem Mercedes-Benz 200.


Sternfahrt ans Museum.

Die Präsenz passt prima. Schließlich hat der „Strich-Acht“ in diesem Jahr den fünfzigsten Geburtstag, erinnert Rolf Knappert, Vorsitzender des MB /8 Clubs Deutschland e.V. Er ist an dem sonnigen Sonntagmorgen mit seinem mittelblauen Mercedes-Benz 200 ans Museum gekommen. „Ungeschweißter Originalzustand“, sagt Knappert über die 1970 gebaute Schweden-Version der Limousine mit Motor-Heizstab und anderen Details für den strengen skandinavischen Winter.

Die Saisoneröffnung des Klassikertreffens am Museum ist für den Markenclub auch eine kleine Vorpremiere der diesjährigen „Sternfahrt“. Diese wird nämlich zum goldenen Baureihenjubiläum für zwei Tage an die Geburtsstätte des „Strich-Acht“ führen: Am 27. Juli trifft sich der Club in der Halle 36 im Werk Sindelfingen. Und am 28. Juli ist er am Mercedes-Benz Museum zu Gast. „Um die 125 Fahrzeuge erwarten wir“, freut sich der Vorsitzende.


Sommer-Genuss.

Eine Besonderheit zum Saisonstart ist die Möglichkeit, die eigene Picknickdecke auf dem Museumshügel auszubreiten: Sommer-Genuss vor der eindrucksvollen Kulisse von Museumsbau und Auto-Klassikern. Und wer keinen Picknickkorb gepackt hat? Eine große Auswahl an Kaffeespezialitäten, erfrischenden Getränken und vielem mehr gibt es direkt nebenan in der ALL TIME STARS Sommerlounge.

Die Lounge ist den ganzen Sommer über geöffnet. Sie hat sich längst als lebendiger Treffpunkt für die bis in den September hinein jeden Sonntag ab 9 Uhr stattfindenden Klassikertreffen „Cars & Coffee“ etabliert. Zum ersten „Cars & Coffee“ 2018 kommen über den ganzen Tag mehr als 300 Fahrzeuge.


Was die Menschen an „Cars & Coffee“ begeistert? „Die ungezwungene Atmosphäre und die Markenvielfalt “, sagt Karl-Joachim Grün, Stammbesucher des Klassikertreffens am Museum. Er ist mit seinem Porsche gekommen, einem 911 T aus dem Jahr 1971 mit Karmann-Karosserie, der allerdings den Motor des Carrera RS 2.7 hat – selbst eingesetzt. „Kompletter Leichtbau“, sagt Grün über das Fahrzeug mit einem Walter-Röhrl-Autogramm auf dem Tankdeckel. Als weiteren Klassiker besitzt er einen Mercedes-Benz 190 SL. Sein Fazit zur Leidenschaft Oldtimer? „Karosserierestaurierung ist mindestens so viel hohe Kunst wie Handwerk.“


Kraft-Herz: Blick in den Motorraum eines Porsche 911 T von 1971 mit einem 2,7-Liter-Motor des RS aus dem Jahr 1973.

Kraft-Herz: Blick in den Motorraum eines Porsche 911 T von 1971 mit einem 2,7-Liter-Motor des RS aus dem Jahr 1973.


Kultur der Leistung.

Bunt gemischt ist beim Treffen nicht nur das Feld der Marken, sondern auch das der Antriebe: vom Dreizylinder-Zweitakter im Auto Union 1000 über den genügsamen Transporter-Selbstzünder bis zu den variantenreichen Otto- und Dieselmotoren der Personenwagen. Akustisch besonders präsent: die gewaltigen V8 in zahlreichen US-Klassikern. Satt brabbelt deren Sound immer wieder über den Museumshügel.

Leidenschaft für Leistung? Klar, sagt Maren Hinderer. Gerade hat die junge Frau ihren opulenten Lincoln Mark IV auf den Parkplatz am Museum gezirkelt. Den 1974 gebauten Straßenkreuzer mit gewaltigen 7,5 Liter Hubraum hat sie selbst nach Deutschland geholt. Sie fahre den Lincoln nur bei schönem Wetter, sagt die Mitarbeiterin in der Entwicklung von Mercedes-AMG.

Nebenan glänzt der E 500 limited (W 124) aus dem Jahr 1994 von Thomas Hoffmann in der Sonne. Lediglich 500 Exemplare wurden von dieser Version gebaut. Mit seiner V8-Hochleistungslimousine ist Hoffmann seit Beginn an ausgesprochen glücklich: „Der fühlte sich beim Kauf an wie ein gut eingefahrenes Neufahrzeug – obwohl er schon mehr als zehn Jahre gelaufen war“, sagt er.


Grazer Gene.

Zweieiige Zwillinge treffen sich in Blickweite neben der ALL TIME STARS Sommerlounge auf zwei Ebenen des Museumshügels: Unten steht der weiße Mercedes-Benz 230 GE von ALL TIME STARS, dem Fahrzeughandel von Mercedes-Benz Classic. Oben präsentiert Frank Hinness seinen olivgrünen Puch 230 GE. „Der Puch wurde 1992 an die schweizerische Armee geliefert. Die haben sich optimal um das Fahrzeug gekümmert“, sagt Hinness. Der nachträglich montierte Mercedes-Stern im Kühlergrill ist sein augenzwinkernder Kommentar zur damaligen Zwei-Marken-Strategie für den Vertrieb des G. Sonst sind an seinem Fahrzeug überall die Steyr-Daimler-Puch-Logos erhalten.


Eidgenosse: Dieser Puch 230 GE lief einst bei der schweizerischen Armee.

Eidgenosse: Dieser Puch 230 GE lief einst bei der schweizerischen Armee.


Team-Player: Der Setra ist nun ein mobiler Meeting-Raum.

Team-Player: Der Setra ist nun ein mobiler Meeting-Raum.


Wohnliche Größe.

Ein Bücher-Bus biegt auch noch um die Ecke. Thomas Mötz zirkelt gekonnt seinen wohnlich ausgebauten Setra 14-Tonner auf den Museumshügel. Der Kommunikationsexperte hat das 1983 gebaute Nutzfahrzeug zu einem mobilen Meeting-Raum umgebaut: In die einstige Fahrbücherei mit ihrem hohen Dach und den vielen Fenstern sind eine wohnliche Innenausstattung und jede Menge Computer- und Kommunikationstechnik eingezogen. Neben Touchscreen und WLAN hat aber auch ein Surfbrett unter der Decke seinen Platz gefunden.


Klassische Linien.

„Das ist mein erstes Auto“, sagt der junge Kraftfahrzeugmechaniker Ingo Schwartekopp über seinen himmelblauen B-Kadett, „ich habe es einfach behalten.“ Der 1969 gebaute Opel ist als F-Coupé karossiert. Die originale Substanz des Klassikers mit dem Blitz fasziniert: Mindestens zur Hälfte trägt das Fahrzeug noch den ersten Lack, restauriert und repariert wurde stets sehr bedachtsam. Modifiziert hat Schwartekopp daher auch nur wenig an dem Fahrzeug. Und wenn, dann stammen die Teile wie etwa das Lenkrad aus dem zeitgenössischen Rallye-Kadett. „Kadett musste einfach sein.“


Je älter das Baujahr, desto faszinierender? Das stimmt keineswegs. Dafür stehen die vielen angeregten Gespräche rund um spannende Youngtimer und um die Klassiker kommender Jahre bei „Cars & Coffee“. „Und selbst bei einer eindeutig historischen Linienführung muss ja nicht immer historische Technik im Spiel sein“, sagt Frank Pfister. Er ist mit seinem authentischen, jedoch keine 15 Jahre alten Morgan Roadster zum Treffen gekommen: Design und Grundkonstruktion stammen aus den 1930er-Jahren, dazu moderner V6-Motor und grüne Plakette.


Fußball-Fest: Fast alle Spiele der Weltmeisterschaft werden auf der Großleinwand am Mercedes-Benz Museum übertragen.

Fußball-Fest: Fast alle Spiele der Weltmeisterschaft werden auf der Großleinwand am Mercedes-Benz Museum übertragen.

Ein großer Sommer.

Noch vor dem Anstoß des ersten WM-Spiels des Tages ist am Sonntag klar: Der automobile Sommer am Mercedes-Benz Museum wird wieder großartig. Dafür sprechen die gute Stimmung, die Vielfalt der Fahrzeuge und die begeisterten Gesichter der Museumsgäste, die auf ihrem Weg zum Eingang durch das Treffen flanieren. Und dafür sprechen vor allem die zahlreichen Verabredungen der Teilnehmer von „Cars & Coffee“: „Bis nächsten Sonntag am Mercedes-Benz Museum!“

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