Mercedes-Benz Stromlinienrennwagen W 25 „Avus“.

  • Mythos 7: Mercedes-Benz Stromlinienrennwagen W 25 “Avus”

  • Mercedes-Benz Stromlinienrennwagen W 25 „Avus“.

    Diesen W 25 Stromlinienrennwagen entwickelt Mercedes-Benz 1937 speziell für das formelfreie Rennen auf der Berliner Avus. Manfred von Brauchitsch fährt ihn mit Höchstgeschwindigkeit über die langen Geraden und durch die neue Steilwandkurve. Hermann Lang gewinnt das Rennen in einem ähnlichen Wagen mit einem Durchschnitt von 261,7 km/h – ein Wert, den bis 1958 niemand überbietet.

    • Zylinder V12
    • Hubraum 5577 cm³
    • Leistung 570 PS (419 kW)
    • bei Drehzahl 5800/min
    • Höchstgeschwindigkeit 370 km/h

    Seine eigenen Gesetze.

    Das Berliner Avus-Rennen wird nicht nach der Grand-Prix-Formel mit ihrer Gewichtsbeschränkung ausgetragen; es hat seine eigenen Gesetze. 1937 führt der spektakuläre formelfreie Wettkampf erstmals über die neue Nordkurve, eine zwölf Meter breite Steilwandkurve. Mercedes-Benz bringt drei Stromlinienrennwagen an den Start, die für besonders hohe Geschwindigkeiten konstruiert wurden. Dieser W 25 ist eines dieser Fahrzeuge. Wie der Rekordwagen von 1936 ist er mit einem 5,6-Liter-V12-Motor ausgerüstet. Manfred von Brauchitsch gewinnt damit den zweiten Vorlauf; im Hauptrennen aber muss er wegen Überhitzung des Getriebes aufgeben. Die Vollverkleidung der Karosserie hat nicht genug Kühlluft durchgelassen.

    Ein zweiter Mercedes-Benz Stromlinienrennwagen mit einem Achtzylindermotor hält das enorme Tempo hingegen durch. Hermann Lang gewinnt das Rennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 261,7 Kilometer pro Stunde - ein Rekord, der bis 1958 nicht überboten wird. Die Avus in Berlin war Ende der 30er-Jahre die schnellste Rennstrecke der Welt. Sie besaß eine zwölf Meter breite Steilkurve. Um dort bestehen zu können, brauchte man ganz besondere Rennsportwagen. Der Fahrer Manfred von Brauchitsch ging 1937 mit dieser äußerst schnellen Spezialkonstruktion ins Rennen: einem umgebauten Formel-Rennwagen mit Stromlinienkarosserie. Es gibt zwei Sichtöffnungen auf jeder Seite des Wagens: eine unten an der Cockpitseitenwand und eine oben an der Radabdeckung. So konnte der Fahrer während des Rennens den Zustand der Reifen beobachten. Die nutzen bei Geschwindigkeiten von bis zu 380 Kilometer pro Stunde nämlich ganz schnell ab. Was von Brauchitsch aber nicht sehen konnte, war das Getriebe des Wagens: Es erhitzte sich während des Rennens so stark, dass Öl auslief, und er aufgeben musste. Gewonnen hat das Rennen ein anderer Mercedes-Benz Stromlinienwagen. Hermann Lang fuhr ihn mit durchschnittlich 261,7 Kilometer pro Stunde ins Ziel: ein Rekord, der über 20 Jahre halten sollte. Bis 1958 fuhr kein Rennfahrer der Welt eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit bei einem Autorennen.

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