Die Anfahrhilfe Hydraulic Auxiliary Drive (HAD) bietet bei Bedarf zusätzliche Traktion.

Bodenständig: Der Mercedes-Benz Arocs mit HAD.

Die Anfahrhilfe Hydraulic Auxiliary Drive (HAD) bietet bei Bedarf zusätzliche Traktion.
Fotos: Matthias Aletsee
  • Bodenständig: Der Mercedes-Benz Arocs mit HAD.

  • Schlammschlacht.

    Dieser Morgen ist einer, den Lkw-Fahrer Bernd Schweizer möglichst schnell hinter sich bringen will. Wie ein grauer Schleier legt sich der Regen über das Schotterwerk in Erkenbrechtsweiler in der Schwäbischen Alb. Seit Stunden geht das so, ein Ende ist nicht in Sicht.

    Und jetzt auch noch das: Um einem entgegenkommenden Dumper Platz machen zu können, muss er mit seinem Arocs 1848 auf den schlammigen Wegesrand an einer Steigung ausweichen.

    Arocs mit HAD im Schotterwerk.
    HAD: Maximale Traktion.

    Volle Zugkraft.

    Sorgenvoll schaut Bernd Schweizer auf die vom Regen aufgeweichte Piste vor ihm, während die riesigen Reifen des haushohen Kippers an seinem Fenster vorbeirollen. Ob die Reifen auf der Schlammpiste die Traktion behalten? „Jetzt kann das System zeigen, was in ihm steckt“, sagt der 54-Jährige. Als er Gas gibt, leuchtet im Display ein blaues Symbol auf – das Zeichen für den Hydraulic Auxiliary Drive (HAD).

    Zusätzliche Leistung.

    Bei der Einfahrt in das Schotterwerk hat er das System über einen Schalter im Armaturenbrett aktiviert. Mit bis zu 450 bar leitet die am Motor angebrachte Hochdruckpumpe jetzt den Druck an die Radnabenmotoren der Vorderachse weiter. Hier presst der Druck Zylinderkolben nach außen, die wiederum den Nockenring antreiben. So entstehen pro Rad bis zu 40 kW zusätzliche Antriebsenergie.

    Bei Bedarf wird HAD mittels Schalter aktiviert.

    Bernd Schweizer bekommt von alledem nichts mit. Er merkt nur eines: Jetzt beteiligt sich auch die Vorderachse an der Antriebsarbeit.

    Bernd Schweizer und der neue Arocs mit HAD.

    „Der ist wie für uns gemacht“.

    „Echt beeindruckend, was so ein Schalter ausmachen kann!“, sagt Bernd Schweizer. Dem kann sein Chef Joachim Schmid, Geschäftsführer der Karl Fischer GmbH, nur zustimmen. Sein Unternehmen war das Erste, das im Rahmen der Kundenerprobung das neue System auf Herz und Nieren getestet hat. HAD ist 350 Kilogramm leichter als der zuschaltbare und 500 Kilogramm leichter als der permanente Allradantrieb. Zudem gibt es keine mitlaufende Antriebsachse, die den Kraftstoffverbrauch erhöht. Bis zu acht Prozent Kraftstoff können damit im Vergleich zu den Allradvarianten eingespart werden.. Das Video sehen Sie auf RoadStars.

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