Ganzheitlich optimierter Lkw senkt Diesel-Verbrauch und CO2-Emissionen um bis zu 14 Prozent.

Efficiency Run 2015.

Ganzheitlich optimierter Lkw senkt Diesel-Verbrauch und CO₂-Emissionen um bis zu 14 Prozent.
  • Efficiency Run 2015.

  • Efficiency Run Sattelzugmaschine Mercedes-Benz Actros.

    Großer Feldversuch.

    Der Kraftstoffverbrauch und damit die CO₂-Emissionen moderner Lastwagen-Kombinationen lassen sich mit am Markt verfügbaren Mitteln um einen zweistelligen Prozentsatz senken. Das ergab ein Praxisversuch, dessen Ergebnis Mercedes-Benz Trucks in Berlin vorgestellt hat. Diesem Feldversuch unter dem Projektnamen „Efficiency Run“ kommt bei der Umsetzung von CO₂-Zielen für den Straßengüterverkehr große Bedeutung zu. Denn der Efficiency Run hat gezeigt, dass der Kraftstoffverbrauch und damit auch der CO₂-Ausstoß deutlich stärker – und auch kostengünstiger – reduziert werden können, wenn nicht nur der Motor der Zugmaschine weiter optimiert wird, sondern das Fahrzeug insgesamt.

    Unter realistischen Bedingungen.

    Die Testreihe hat Mercedes-Benz Trucks zusammen mit den führenden deutschen Logistik-Unternehmen DB Schenker Logistics, Große-Vehne und Elflein durchgeführt. Dabei fuhr man unter realistischen Bedingungen auf typischen Routen typische Transporte mit typischen Beladungen. Die unabhängige Prüforganisation DEKRA begleitete die Versuche im Detail. Sie definierte die Versuchsbedingungen, nahm die Messungen vor und wertete die Ergebnisse aus.

    Efficiency Run Sattelzugmaschine Mercedes-Benz Actros bei DB Schenker.

    Eines der Kernresultate: Die beiden für den Efficiency Run optimierten Actros Standard-Sattelzüge verbrauchten jeweils rund 12 bis 14 Prozent weniger Kraftstoff als ein Standard-Sattelzug der Spedition auf Basis des Fuhrpark-Bestands 2014.

    Integrierter Ansatz.

    Die Vorgabe für die Durchführung des Efficiency Run lässt sich auf eine einfache Formel bringen: So realitätsnah wie möglich. Das bedeutet, dass bei der Versuchsreihe Standard-Sattelzugmaschinen mit serienmäßigem Antriebsstrang zum Einsatz kommen sollten. Die Actros-Sattelzugmaschinen wurden mit gewichtsoptimierten Krone Eco Trailern komplettiert, die in dieser Form ebenfalls am Markt verfügbar sind.

    Krone Eco Trailer inkl. Seitenverkleidung und Heckeinzug.

    Zusätzlich zum niedrigeren Leergewicht durch Leichtbauweise und die Verwendung von Aluminium statt Stahl im Front- und Heckbereich traten die Eco Trailer mit Seitenverkleidung, Wabco OptiFlow Tail (einklappbare Heckflügel), abgerundetem Unterfahrschutz, Wegfall von Staukästen, leichten Alu-Fallstützen und Abtropfkante aerodynamisch optimiert zum Efficiency Run an. Leichtlauf-Reifen rundeten die Optimierung der Fahrzeuge ab.

    Efficiency Run Lang-Lkw Mercedes-Benz Actros bei Elflein.

    Erwartungen deutlich übertroffen.

    Der Efficiency Run untersuchte ebenfalls das Potenzial des Lang-Lkw – auch hier mit eindeutigem Ergebnis. Der Lang-Lkw erzielte im Test einen Verbrauchsvorteil von rund 17 Prozent gegenüber dem eingesetzten Standard-Sattelzug im volumenbasierten Transport. „Damit ist bewiesen: Wenn wir den Verbrauch und die CO₂-Emissionen deutlich weiter senken wollen, dürfen wir nicht nur beim Motor ansetzen. Dann müssen wir die Kräfte bündeln und auch Reifen, Auflieger und andere wichtige Komponenten einbeziehen. Nur so gelingt uns das auf bezahlbare Art und Weise“, kommentierte Dr. Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Daimler Trucks & Buses.

    Ein erster Schritt.

    Daimler betrachtet den erfolgreichen Testlauf mit dem Ergebnis zweistelliger Einsparungen bei Kraftstoffverbrauch und der damit verbundenen Reduktion des CO₂-Ausstoßes als Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg intensiv weiter zu arbeiten.

    Überwachung der Vergleichsfahrten durch DEKRA.

    Bernhard: „Der Efficiency Run war als realitätsnaher Praxisversuch angelegt – diesen haben wir erfolgreich abgeschlossen. Wir haben das angestrebte Ziel von sechs Prozent Kraftstoffersparnis klar übertroffen. Der Efficiency Run war ein erster Schritt, dem weitere folgen werden. Wir sind davon überzeugt, dass sich dabei zusätzliche Potentiale ergeben, die einerseits unsere Trucks noch umweltschonender machen werden und andererseits für die kostenbewussten Transportunternehmen auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten darstellbar bleiben.“ Das Video dazu auf RoadStars.

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