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  • Mit dem Actros auf der neuen Seidenstraße.
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    Mit dem Actros auf der neuen Seidenstraße.

    Die neue Seidenstraße: Die Actros-Fahrer Ivan und Nikolai auf den Spuren der alten Karawanen.

    Fotos: Alex Kraus

Freiheit.

Rumpel-pumpel – Ivan nimmt den Fuß vom Gas, nutzt den Retarder. Die Chaussee ist holprig. Schon geht es einen Absatz von gefühlt eineinhalb Bordsteinhöhen von der befestigten Straße hinunter auf eine Behelfsstrecke aus Schotter. Gut, dass Ivan und Nikolai angeschnallt sind, denn trotz Schrittgeschwindigkeit fühlt es sich im Fahrerhaus gerade an wie beim Schleudergang der Waschmaschine. „Na ja, wir sind schon zügig unterwegs: Die Straßen hier sind zum Teil in einem nicht so guten Zustand, und da verlieren wir immer wieder Zeit“, sagt Ivan und umzirkelt so gut es geht die tiefsten Schlaglöcher.


Unterwegs auf der Behelfspiste.

Fernverkehr mit Tempo 20 bis 30 die nächsten paar Kilometer irgendwo im Niemandsland zwischen Almaty und der kasachisch-chinesischen Grenze, dem Ziel der langen Reise. „Aber insgesamt läuft es prima, vor allem wegen des guten Wetters. Das haben wir auch schon ganz anders erlebt“, sagt Nikolai. Vor fünf Tagen sind sie in Europa gestartet, im polnischen Koroszczyn. In unmittelbarer Nähe zur weißrussischen Grenze befindet sich eines der Logistikzentren von WEA Transport aus dem ostwestfälischen Lage, dort werden die Transporte für Russland und Zentralasien kommissioniert.


Durch Wüste und Steppe.

„Die Zollabfertigung erledigen wir direkt auf unserem Firmengelände. Das vermeidet mehrere Stunden Wartezeit an der Grenze. Aber sonst weiß man nie so genau, was kommt“, sagt Ivan, der wie Nikolai im weißrussischen Brest gleich hinter der Grenze zu Hause ist. Die Strecke verläuft über Minsk und Moskau Richtung Wolga. Ab Samara geht es entweder auf der östlichen Route über die kasachische Hauptstadt Astana und Karaganda nach Almaty. Oder, wie auf dieser Fahrt, auf der südlichen Route Richtung Aralsee und Taschkent, dann weiter entlang des Gebirges nach Almaty und schließlich weiter nach Khorgos, dem Grenzort zu China. Die Strecke: gut 5.500 Kilometer.


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Die neue Seidenstraße entsteht.

Kasachstan, das sind endlose Ebenen, Steppe, Wüste. „Wenn wir Richtung Almaty von der Wüste in die Steppe kommen, tauchen meistens auch Kamele auf. Irgendwie irre, dass auf deren Rücken früher der gesamte Fernhandel zwischen Asien und Europa, Arabien und Afrika stattfand“, sagt Ivan. Ein Teil der Reise verläuft tatsächlich entlang der alten Seidenstraße, die mit ihrem Wegenetz lange Zeit der schnellste Handelsweg nach China war.


An diese Idee knüpft nun die chinesische Regierung wieder an. Seit Jahren wird an der „neuen Seidenstraße“ gearbeitet, um neben dem Seeweg einen effizienten und deutlich schnelleren Landtransport zu ermöglichen.

Mehr Bilder und ein Video zu Ivan und Nikolais Abenteuer auf der neuen Seidenstraße gibt es unter RoadStars.