Mustafa-Kerim Aktas fährt einen Arocs 4463, ausgestattet mit einer Turbo-Retarder-Kupplung.

Tief runter, hoch hinauf.

Mustafa-Kerim Aktas fährt einen Arocs 4463, ausgestattet mit Turbo-Retarder-Kupplung.
Fotos: Alex Kraus
  • Tief runter, hoch hinauf.

  • Überlegen anfahren.

    Endlich, irgendwann in der Nacht, hat der Regen über Basel aufgehört. Die Löcher in der Straße auf dem Weg zur Kiesgrube stehen noch immer randvoll mit Wasser. Mustafa-Kerim Aktas stellt den Fahrmodus seines Arocs 4463 auf „Offroad“. „Gut, dass ihr schon Fotos vom Lkw gemacht habt, gleich wird er nämlich dreckig“, sagt der 21-Jährige und grinst. Denn jetzt geht es steil bergab zum Grubengrund, wo ein Radlader den Lkw beladen wird.

    Voll ausgeladen auf schwierigem Untergrund – dank Turbo-Retarder-Kupplung kein Problem.

    „In den zwei Monaten, die ich den Arocs fahre, habe ich schon mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt. Und fast jede Tour erreicht die 40 Tonnen Gesamtgewicht“, so Mustafa.

    Schwieriges Gelände.

    Probleme bereitet das hohe Gewicht in Verbindung mit dem anspruchsvollen Terrain der Kiesgruben nicht. „Mir macht das Fahren Spaß. Aufpassen muss man nur, wenn der Lkw leer ist und die Räder verschlammt sind, dann kann es rutschig werden.“ Aber leer fährt Mustafa ohnehin selten aus der Kiesgrube heraus. Unten angekommen beginnt ein Radlader sofort, Wandkies – ein unsortiertes Sand-Stein-Gemisch – in die Mulde zu schaufeln. Die Ladung transportiert Mustafa zu einem Steinbrecher, der daraus Kies für die Baustellen hier in der Region Basel gewinnt. Den Berg, den Mustafa eben so souverän heruntergefahren ist, muss er nun wieder voll beladen hinauf.

    Der Bagger schaufelt 23 Tonnen Gestein in die Mulde des Arocs Kipper.
    Mustafa-Kerim Aktas fährt einen Arocs 4463.

    Problemlos anfahren.

    Die Steigung beginnt ansatzlos. Der 10×4/6-Kipper arbeitet sich souverän den Schotterweg hinauf. Dank Turbo-Retarder-Kupplung steht die volle Kraft des Arocs schon bei niedrigen Drehzahlen zur Verfügung. Beim Rangieren in der Grube oder eben beim Anfahren am Berg wird die Kraft mühelos auf den Untergrund übertragen. Noch bevor Mustafa oben angekommen ist, kommt ihm ein anderer Kipper entgegen – er muss anhalten und den Kollegen vorbeifahren lassen. „Das macht nichts. Ich komme hier trotzdem hoch.“ Mustafa wird langsamer, bleibt leicht mit dem Fuß auf dem Gaspedal und kommt am Berg zum Stehen.

    Immer cool.

    Mustafa hält den Lkw jetzt mit dem Gaspedal. Die Betriebsbremse muss er dafür nicht nutzen. Kaum ist die Straße wieder frei, drückt Mustafa wieder etwas stärker aufs Gaspedal, und der Arocs setzt sich in Bewegung. Stetig zieht der 6-Zylinder-Reihenmotor mit 460 kW und 3.000 Newtonmeter Drehmoment den Kipper die Steigung hinauf. „Ich kann am Berg mit dem Gas so balancieren, dass der Lkw steht, und dann auch noch verschleißfrei wieder anfahren. Mit einer normalen Kupplung ist das undenkbar.“

    Mercedes-Benz Arocs 10×4/6-Kipper.

    Der Arocs 5-Achser bei Meyer-Spinnler. Das Video dazu auf RoadStars.

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