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  • Mercedes-Benz Actros Truck Race: Mit Race-Truck-Fahrer Norbert Kiss und seinem Mercedes-Benz Race-Actros auf Kurs in Spielberg – unterwegs mit dem Team von Tankpool24 Racing.
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    Truck Racer – Die European Truck Racing Championship.

    Race-Truck-Fahrer Norbert Kiss mit dem Team von Tankpool24 Racing und seinem Race-Actros auf Kurs in Spielberg.

    Ⓒ Bernhard Huber

1.050 PS.

Die Beschleunigung presst Norberts Körper in den Rennsitz – der Actros verlässt die Pit Lane. Schalten – dritter Gang. Kurz vor der Startkurve fällt sein Körper nach vorn in die Gurte – und sofort drückt ihn der Speed wieder zurück in den Sitz. Vollgas bis zur zweiten Kurve, vierter Gang. Die 1.050 PS schieben den Race-Actros bergauf. In der Jochen-Rindt-Kurve laufen die ersten Tropfen Schweiß unterm Rennanzug. Nicht nur die Hitze im Fahrerhaus – auch der Nervenkitzel trägt seinen Teil dazu bei. Der Puls rast. Was für eine Power! Norbert konzentriert sich jetzt voll auf die kommende Kurve, immer wieder schleudern Kopf und Körper im Rennsitz hin und her. Und immer wieder das Gefühl: Gleich fliegt der Truck aus der verdammten Kurve.


Mercedes-Benz Actros Truck Race: Mercedes-Benz Race-Actros vom Team Tankpool24 Racing in der Pit Lane.
Mercedes-Benz Actros Truck Race: Race-Truck-Fahrer Norbert Kiss auf Kurs in Spielberg.

Optimale Abstimmung.

Dabei wird es erst morgen richtig ernst. „Dann wissen wir auch, wo wir stehen“, sagt Norbert Kiss, Race-Truck-Fahrer für das Tankpool24-Team. Und fügt erklärend hinzu: „Das ist Spielberg. Hier ist die Startposition extrem wichtig, weil der Kurs nur 2,1 Kilometer lang ist.“ Norbert, der jetzt den Helm abgesetzt hat, wischt sich mit der Sturmhaube übers Gesicht. Durch den Bremsüberdruck gibt der Truck hinter ihm ein lautes Pfeifen von sich. Kühlwasser von den Bremsen fließt auf den Asphalt und quer durch die Box. Der Race Truck verbraucht auf der Strecke ungefähr doppelt so viel Wasser wie Diesel.


  • Mercedes-Benz Actros Truck Race: Transport des Mercedes-Benz Race-Actros.
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Harte Arbeit.

Dem Rennstall Tankpool24 Racing stecken bis hierher schon zwei Tage harte Arbeit in den Knochen: Bereits am Donnerstag vor dem Rennen erreicht das Team den Red Bull Ring im österreichischen Spielberg. Ab dann surren zunächst die Akkuschrauber. „Die Abläufe hat man drin, auch wenn das letzte Rennen in Le Mans sieben Monate her ist“, sagt Teamchef Markus Bauer. Er öffnet den Spanngurt, der am Hinterrad des Renntrucks befestigt ist.


Der Motor des Trucks mit der Nummer 24 heult auf. Die 772 kW des OM 460 dröhnen durch das Fahrerlager. Erste Fans, die zwischen den Boxen flanieren, blicken anerkennend in Richtung Actros. Langsam rollt der Truck die Rampe des Trailers hinunter. Bis die Teambox steht und Werkzeug sowie Ersatzteile dort sind, wo sie hingehören, vergehen Stunden. Bis 23 Uhr schrauben die Mechaniker: Der Turbolader des Actros muss gewechselt werden.


Faszination Truck Race.

Norbert reist aus seiner Heimat Ungarn zu den Rennen an. Seit zwölf Jahren ist er im Racing-Geschäft. Erst Tourenwagen, später die Lkw. „Rennen mit Trucks, das hat mich sofort fasziniert. Jetzt bin ich schon sechs Jahre dabei“, sagt er und klopft von oben auf die Seitenverkleidung seines Actros. Zwei Mal holte er sich bereits den Europameister-Titel. Während der Saison sieht sich das Team regelmäßig. Alle paar Wochen findet ein Rennen statt. Im Winter stehen weniger gemeinsame Termine an. „Was das Team für uns hier und auch das Jahr über leistet, ist sensationell. Man muss ja bedenken, dass alle noch normale Jobs haben“, sagt Norbert, setzt sich in den Actros und bespricht mit Mechaniker Stefan Honens die Neuerungen.


Mercedes-Benz Actros Truck Race: Norbert Kiss und Stefan Honens besprechen die optimale Abstimmung des Mercedes-Benz Race-Actros.
Mercedes-Benz Actros Truck Race: Actros von Tankpool24 Racing vor Rennkurs in Spielberg.

Teamwork.

16 Personen arbeiten für das Team, und alle opfern ihre Freizeit für diese Leidenschaft. Norbert steht am Truck und bespricht mit André Kursim, dem zweiten Fahrer im Team, und Stefan die optimale Abstimmung der Lkw. Über den einsetzenden Regen ist keiner begeistert. In den Trainingsläufen waren alle mit alten Reifen unterwegs, da ging es noch nicht darum, alles aus dem Truck rauszukitzeln. „Bei diesem Wetter und mit 5.500 Nm Drehmoment – das kann spaßig werden“, sagt Markus. Er grinst schief und wirft einen Blick auf die qualmenden Hinterreifen. Das letzte Warm-up sagt die Rennleitung schließlich ab. Die Strecke ist einfach zu nass. Video auf RoadStars.