Der Arocs unter Tage bei der Wacker Chemie AG.

Unterweltler.

Der Arocs unter Tage bei der Wacker Chemie AG.
Fotos: Henrik Morlock

150 Meter unter der Oberfläche.

Salz aus dem Bergwerk in Haigerloch-Stetten hält im Winter die Straßen eisfrei und die Chemie von Wacker am Laufen. Der Arocs 4142 8×4 sorgt dafür, dass die durch den Salzabbau entstehenden Kammern langzeitsicher bleiben. Im Salzbergwerk von Wacker Chemie in Haigerloch-Stetten meistert der robuste Bauspezialist diese Herausforderung Tag für Tag.

Stefan Stehle bohrt mithilfe eines ferngesteuerten Bohrwagens Sprenglöcher in den Salzstock.

Sein Revier liegt unter der Erde: ein riesiger Salzstock mit einem mehr als 160 Jahre alten Netzwerk aus engen Straßen und dunklen Schächten.

Michael Schulz ist Elektroingenieur und Gesamtbetriebsführer.

Bergbauexperte.

„All das Steinsalz hier unten war einmal in Meerwasser gelöst“, sagt Michael Schulz, Gesamtbetriebsführer des Bergwerks. „Die Muschelkalk-Salzvorkommen bildeten sich vor rund 230 Millionen Jahren, als das Wasser in urzeitlichen Meeresbecken langsam verdunstete und sich eine Salzschicht nach der anderen ablagerte. Zu dieser Zeit haben sich auf dem Superkontinent Pangäa gerade die ersten Dinosaurier entwickelt.“ Der ganze Verdunstungsvorgang dauerte nur etwa 100 Jahre. Die entstandenen Vorkommen liegen heute in 100 bis 160 Metern Tiefe und sind bis zu 15 Meter dick.

160 Kilometer Wege unter der Erde.

1857 beginnt die Förderung von Steinsalz in Stetten. Es findet zunächst als Speise- und Viehsalz Verwendung. Im Jahr 1960 wird Wacker Chemie Eigentümer des Salzbergwerks. „In Stetten wird Salz seit jeher im Kammerfestenbau abgebaut“, erläutert Michael Schulz. Dabei werden zunächst lange Straßen in den Berg getrieben.

Der Arocs 4142 8×4 meistert jede Salzpiste unter Tage.

Schulz: „Unser Wegenetz im Bergwerk hat eine Länge von knapp 160 Kilometern. Das gesamte Gebiet umfasst zwölf Quadratkilometer und ist damit fast so groß wie Lower Manhattan.“

Förderung von Steinsalz.

In Deutschland werden nur knapp drei Prozent des geförderten Salzes für Lebensmittel verwendet. Der größte Salzverbraucher in der Bundesrepublik ist die chemische Industrie, die rund 75 Prozent des gewonnenen Steinsalzes in wertvolle Produkte umwandelt. 80 Prozent aller pharmazeutischen Erzeugnisse kommen im Laufe ihrer Herstellung mit Salz oder dessen Folgeprodukten in Berührung. Silikone aus dem Baumarkt, reinstes Silizium in einer Fotovoltaikanlage oder Polymere für Fassaden und Holzschutz – Salz aus Stetten gehört nicht nur auf winterlichen Straßen zum Alltag.

Radlader füttern die Walzenbrecher mit Rohsalz.
Frank Stocker fährt einen Mercedes-Benz Arocs 4142.

Starker Kumpel.

Alles andere als alltäglich ist der Arbeitsplatz von Frank Stocker. Der 36-Jährige fährt im Salzbergwerk Stetten einen Arocs 4142 8×4 mit Schubbodenmulde von Fliegl. Mit ihm verfüllt er die durch den Salzbergbau entstandenen Hohlräume. „Überall dort, wo wir Salz abbauen, lagern wir im Sinne der nachhaltigen Bergewirtschaft auch Versatzstoffe wieder ein“, erläutert Stocker. „Versatzstoffe, das sind mineralische Abfälle aus der Industrie. Die Hohlräume füllen wir wieder auf, um diese zu sichern.“ Für die Versatzaktivitäten fahren täglich rund 50 Lkw über den Clara-Stollen direkt ins Bergwerk ein.

Umladestation Versatzbunker.

Da die Versatzkammern eine Deckenhöhe von vier bis sechs Metern besitzen, können normale Straßen-Lkw mit Kipper-Aufbau dort nicht direkt abladen. Stattdessen geht es für sie zu einem Versatzbunker mit ausreichender Deckenhöhe, direkt am Eingang des Bergwerks. 

Im Versatzbunker belädt ein Bagger den Arocs.

„Hier wird die Ladung der Straßentrucks abgekippt und mit einem Bagger auf den Arocs umgeladen. Ich fahre dann von hier aus pro Fahrt etwa 20 Tonnen Versatzmaterial durch den Salzstock in die zu verfüllenden Kammern“, sagt Stocker.

Das Video gibt es auf RoadStars.

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