AMG Techniker Jens Zeitke und ein Kunde vor dessen Mercedes-Benz SLS AMG.

Mercedes-AMG: One Man – Two Engines.

Gastbeitrag des Daimler-Blogs: Jens Zeitke ist Gruppenführer für V12-Motoren in der AMG-Motorenmanufaktur. Jetzt hat ein Kunde zwei Motoren mit Zeitkes Unterschrift in der Garage stehen. Ein Bericht vom Treffen der beiden.
  • Mercedes-AMG: One Man – Two Engines.

  • Leistung, Leidenschaft und Verantwortung.

    Vielen ist der Slogan „One Man – One Engine“ ein Begriff. Er steht bei uns für „Leistung, Leidenschaft und Verantwortung“ und das leben wir Tag für Tag in der Motorenmanufaktur bei AMG in Affalterbach. Warum nun „One Man – Two Engines“? Ein Schritt zurück. Vor gut drei Jahren, im Juli 2012, hatte ich meine Blog-Premiere mit dem Beitrag Formel 1 bei AMG“

    Der Prinzip von Mercedes-AMG: „One Man – One Engine”.

    Damals hatte ich die Ehre, mit Michael Schumacher und Nico Rosberg einen 5,5-Liter-V8-Biturbomotor (M157) zu bauen, der dann in einen CLS Shooting Brake eingebaut und im Nachgang für „Ein Herz für Kinder“ versteigert wurde.

    Gegoogelt, gefunden, getroffen.

    Auf diesen Beitrag wurde ein Kunde aufmerksam, als er meinen Namen googelte und die Trefferliste an den ersten beiden Stellen Links auf das Daimler-Blog ausspuckte. Aber wieso googelt jemand meinem Namen? Der „Sucher“ ist stolzer Besitzer eines SLS AMG und eines C 63 AMG (BR204) und wie der Zufall es wollte, wurden beide Motoren von mir gebaut. 

    Jens Zeitke mit dem Kundenbesuch neben einem Mercedes-Benz SLS AMG vor dem AMG-Werk in Affalterbach.

    Als der Kunde dies bemerkte, hinterließ er folgenden Kommentar unter meinem Post: „Hallo Herr Zeitke, letzte Woche habe ich meinen AMG abgeholt. Ich habe momentan zwei AMG in der Garage stehen und habe festgestellt, dass Sie die Motoren meiner beiden Fahrzeuge montiert haben. Was für ein Zufall! Ich bin bis jetzt mit beiden Fahrzeugen zufrieden, Herzliche Grüße, Uwe W.“

    Motorenplakette eines Mercedes-AMG mit der Unterschrift von Jens Zeitke.

    Zufall oder Schicksal.

    Ob nun Zufall oder Schicksal, das darf jetzt jeder gerne selbst entscheiden. Ich freute mich also riesig, dass ein Kunde zwei Fahrzeuge mit von mir montierten Motoren hat und dass er sich die Mühe gemacht hat, mich zu googeln, um mit mir Kontakt aufzunehmen. Die fleißigen Kollegen von unserer digitalen Kommunikation sprangen auf dieses Pferd auf und fragten ihn, ob er sich nicht mal vorstellen könnte, mich persönlich bei AMG in Affalterbach kennenzulernen, beziehungsweise zu besuchen. Es dauerte ein wenig, bis wir einen gemeinsamen Termin gefunden hatten, doch schließlich hatte es geklappt.

    Besuch am Arbeitsplatz.

    Er kam mit seinem Sohn im SLS AMG zu uns nach Affalterbach. Dort zeigte ich ihm zuerst das Performance Studio und dann den gläsernen Motorenprüfstand, wo man hautnah erleben kann, wie heiß und glühend die zwei Turbos im V bei unserem neuen Motor werden können. Anschließend gingen wir an meinen Arbeitsplatz: die Motorenmanufaktur. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, den Kunden persönlich zu begleiten und erklärte ihm verschiedene Stationen, unter anderem auch die Qualitätsabsicherungen und die Arbeitsabläufe. Danach ging’s in den Showroom. Ich hatte das Gefühl, Vater und Sohn waren schon ein wenig beeindruckt.

    Kunde Uwe W. und Jens Zeitke in der Motorenmanufaktur von Mercedes-AMG.

    In der Zwischenzeit hatten wir uns auch persönlich ausgetauscht, da es mich natürlich auch interessierte, in welcher Branche er tätig ist. Am Showroom angekommen, fuhren wir erst mal den SLS in die Mitte des Hofs.

    Mercedes-AMG Techniker Jens Zeitke im Gespräch mit dem Kunden.

    Fachsimpeln unter AMG Experten.

    Wir haben über das Auto gefachsimpelt; wir sprachen beispielsweise über die Nachrüstung der „normalen“ Sitze auf die Performance Sitze, Spiegel in Carbon-Optik und auch, dass sein Fahrwerk ein wenig „härter“ ist als die „normale“ Ausführung. Es stellte sich heraus, dass er früher einen C 55 AMG hatte. Er betonte aber, dass der SLS das beste Auto ist, das er je hatte. Ich glaube, ein größeres Lob kann man als derjenige, der die Motoren dazu baut, nicht bekommen!

    Bewegender Blick unter die Motorhaube.

    Was natürlich nicht fehlen durfte, war der Blick unter die Motorhaube. Echt ein toller und wertschätzender Moment, wenn man seinen mit Leidenschaft gebauten Motor im Kundenfahrzeug sieht. Schließlich ließ ich mir es nicht nehmen, mich kurz hinter das Steuer zu setzen. Was mich natürlich auch beeindruckt hat, neben dem Auto, war das sehr lockere und offene Gespräch. Durch unsere lebhaften Fachsimpeleien verging die Zeit wie im Flug und leider rückte das Ende immer näher. Im kleinen Kreis haben wir noch mal kurz den Tag Revue passieren lassen.

    Ein Blick unter die Motorhaube des Mercedes-Benz SLS AMG.

    Ich denke, jeder war von diesem sehr gelungenen Tag hellauf begeistert. Ich hoffe natürlich, dass es nicht der letzte AMG für ihn war und wer weiß, vielleicht schaffe ich ja noch den Hattrick.

    Verwandte Themen.