Der GLE unterwegs auf der Begleitstrecke der Rallye Dakar.

Sand, Schienen, Schotter: Im GLE bei der Rallye Dakar 2016.

Herausforderung Südamerika: Mit Ellen Lohr auf der Begleitroute der härtesten Rallye der Welt.

Fotos & Text: Jörg Sand
  • Sand, Schienen, Schotter: Im GLE bei der Rallye Dakar 2016.

  • Ellen Lohr am Steuer des Mercedes-Benz GLE.

    Am Steuer: Ellen Lohr.

    14 Tage, 9.000 Kilometer ultraharte Rallyestrecken und die besten Fahrer der Welt: Die Rallye Dakar ist eine Legende. In diesem Jahr führt sie von der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires nach Uyuni in Bolivien und wieder zurück. Wir dürfen Ellen Lohr auf der Rallye begleiten. Die Wahlmonegassin hat im Motorsport schon so gut wie alles bewegt, was vier Räder hat. Vom DTM Mercedes über Race Trucks bis hin zum Dakar Rallyewagen. Jetzt fährt sie unser Pressefahrzeug, einen Mercedes-Benz GLE. Die Journalisten an Bord berichten über den sportlichen Verlauf der Rallye – und stellen sich damit ebenfalls einer echten Herausforderung, denn auch auf der so genannten Begleitroute für Presse und Servicefahrzeuge ist die Dakar ein Abenteuer, das nach einem Profi wie Lohr am Steuer verlangt.

    Abenteuer Offroad.

    Der Wagen muss vier Personen samt Kamera- und Campingausrüstung zwei Wochen lang auf dieser 7.000 Kilometer langen Begleitroute kreuz und quer durch Südamerika transportieren. Dafür hat er schwer zu tragen: Er schultert zwei Reserveräder, einen 20-Liter-Benzinkanister, zwei Sandbleche, eine Dachgepäckbox – und da man auf einer solchen Tour nie weiß, was einen erwartet, kommen noch ein Bergegurt mit neun Tonnen Bruchlast und zwei Schaufeln als Bergeausrüstung für den Notfall dazu. Und das alles auf dem Dachgepäckträger.

    Der Mercedes-Benz GLE neben der Rallye-Version des ML 63 AMG des argentinischen Colcar Mercedes-Benz Racing Teams.

    2.900 Kilogramm Gesamtgewicht bringt der GLE so ausgerüstet auf die Waage. Die maximale Zuladung des Fahrzeugs von 770 Kilogramm nutzen wir dabei vollständig aus.

    Bolivien, Ruta 21.

    Über spektakuläre Andenpässe erreichen wir Bolivien. Bot Argentinien noch eine gut ausgebaute Infrastruktur, sieht es hier anders aus: Wer sich in Bolivien uneingeschränkt bewegen – und Spaß haben – will, sollte ein Fahrzeug mit Allradantrieb haben. Es gibt noch jede Menge unbefestigte Landstraßen, die je nach Witterung mehr oder weniger gut zu befahren sind.  Die auf den Straßenkarten ausgewiesenen Hauptstraßen können sich vor Ort als die übelsten Schotterpisten entpuppen. Wie die legendäre Ruta 21 nach Uyuni. Die 220 Kilometer lange Schotterpiste führt von Tupiza aus durch Flussbetten und über bis zu 4.600 Meter hohe Pässe. Sie verbindet kleine Dörfer und einige alte Silber- und Kupferminen. Ursprünglicher kann man Bolivien nicht kennenlernen. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus: Die Dörfer verfügen bis in 4.000 Meter Höhe über Fußballplätze, sogar mit Zuschauertribünen. Fußball unter Sauerstoffmangel in diesen Höhen – für uns unvorstellbar.

    Der Mercedes-Benz GLE unterwegs auf der Rallye Dakar.
    Der Mercedes-Benz GLE im Gelände.

    Offroad extrem.

    Nach 160 Kilometern ist die Ruta 21 gesperrt. Uns bleibt nichts anderes übrig, als 60 Kilometer querfeldein zu fahren, um in unserem Zeitplan nach Uyuni zu gelangen. Der GLE ist mit robusten All-Terrain-Reifen ausgerüstet. Dass wir aber so extremes Gelände bezwingen müssen, hätten wir zuvor nicht gedacht. Ellen Lohr stellt das Fahrprogramm und damit auch das Fahrwerk des GLE in den „Offroad“ Modus. Wir überqueren einen Bahndamm und mehrere kleine Bachläufe, um in ein Tal zu gelangen, in dem wir parallel zur Ruta 21 weiterfahren können. Mit der im „Offroad“ Modus gewonnenen Bodenfreiheit gelingt die Kletteraktion. „Eine harte Herausforderung“, findet sogar Ellen Lohr – und es wird nicht die einzige bleiben.

    GLE 400 4MATIC

    Kraftstoffverbrauch kombiniert: 9,2–8,8 l/100 km;

    CO₂-Emissionen kombiniert: 215–209 g/km.*

    Bahnschienen statt Piste.

    Nach zwölf Kilometern stehen wir erneut vor einer Bahnstrecke. Da das umgebende Gelände äußerst unwegsam ist, trifft Ellen eine Entscheidung: Wir werden die nächsten zehn Kilometer auf den Bahngleisen fahren, was uns ein gutes Reisetempo erlaubt. Das Luftfederfahrwerk des GLE ermöglicht eine sichere und sogar komfortable Fahrt über die Bahnschwellen. Als wir eine altersschwache, kleine Eisenbahnbrücke erreichen, die über das Flussbett führt, zögert Ellen nicht und überquert sie souverän im Schritttempo. Vor der nächsten Brücke müssen wir dann doch kapitulieren, sie ist eingestürzt.

    Der Mercedes-Benz GLE unterwegs auf Bahngleisen.

    Ellen steuert den GLE von den Gleisen ins Flussbett, hier können wir uns nur noch mithilfe des bei Rallyes obligatorischen zusätzlichen GPS-Navigationsgeräts orientieren. Jetzt ist auch die Traktion von Allradantrieb und Reifen wieder gefragt.

    Was für eine Strecke!

    Ellen folgt dem Flussbett für weitere 20 Kilometer – was für eine Strecke! Immer wieder wechselt der Untergrund, Tiefsand folgt auf Schlamm, wir preschen durch Wasserlöcher, so dass das trübe Wasser nur so auf die staubigen Scheiben spritzt. Wir halten den Atem an, doch der 4MATIC Antrieb im „Offroad“ Modus meistert jeden Grund souverän und Ellen ist in ihrem Element: „Der GLE geht unglaublich gut. Das macht richtig Spaß hier!“ Der 4MATIC Allradantrieb lässt im „Offroad“ Modus auf losem Untergrund Schlupf zu, damit alle vier Räder maximale Traktion aufbauen können. Damit erreicht der GLE auch unter widrigsten Verhältnissen idealen Vortrieb. Und genau den brauchen wir hier.

    Der Mercedes-Benz GLE in Bolivien in einem Flussbett.
    Der Mercedes-Benz GLE in Bolivien.

    Dünenfeld voraus.

    Wir erreichen eine Ebene mit etlichen Sanddünen. Zwischen den Dünen hindurch navigiert Ellen weiter nach GPS-Koordinaten Richtung Uyuni. Erneut profitieren wir von der enormen Bodenfreiheit durch das hochgefahrene Luftfederfahrwerk. Dadurch können wir kleinere Dünen einfach überfahren. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit haben wir es geschafft: Wir fahren wieder auf die Ruta 21 auf.

    Prüfung bestanden.

    Die letzten fünf Kilometer nach Uyuni sind im Vergleich ein Kinderspiel. Abends am Lagerfeuer im Biwak feiern wir mit Ellen Lohr unsere bestandene Offroad-Prüfung. Nach dieser selbst für erfahrene Offroader aufregenden Fahrt sind wir alle aufgekratzt, genießen dieses einzigartige Gefühl, das es nur als Belohnung für einen Trip jenseits befestigter Pisten gibt, diese ganz besondere Mischung aus Adrenalin, Lebendigkeit und tiefer Ruhe. Was uns jetzt allerdings zu schaffen macht, ist die Höhe. Für uns Europäer ist sie sehr ungewohnt. Uyuni liegt auf 3.600 Metern auf einem Hochplateau. Es erstreckt sich, so weit das Auge reicht, und mitten darin liegt ein Salzsee immensen Ausmaßes. Ein eindrucksvoller Anblick. Aber er hat seinen Preis: In dieser Höhe herrscht Sauerstoffknappheit.

    Schrägansicht Heck des Mercedes-Benz GLE.

    Die Folgen: Wir kämpfen mit Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und, wenn es richtig schlimm wird, mit Übelkeit. Unser GLE hat noch reichlich Leistung, auch wenn mangels Sauerstoff nur 60 Prozent seiner 333 PS abrufbar sind.

    Schrägansicht Front des Mercedes-Benz GLE.

    Abschied.

    Auch der Rückweg verlangt uns alles ab: In Argentinien ist es extrem heiß, wir messen bis zu 47 Grad und wollen kaum noch aus unserem gut klimatisierten GLE aussteigen. Auf dieses Fahrzeug ist Verlass: Als wir wieder in Buenos Aires ankommen, hat er 7.000 Kilometer Tortur mitgemacht, und das klaglos – kein Ausfall, kein blinkendes Warnlicht, nichts. Stoisch hat er seinen Dienst geleistet. Das wird uns in Erinnerung bleiben, ebenso wie die fast schon unwirklich schöne Landschaft Südamerikas. Wir sind erschöpft, überall ist Staub und Sand, zwei Wochen lang haben wir in Zelten geschlafen und uns Hitze, tagelangem Dauerregen, Höhe und extremen Pisten ausgesetzt. Dennoch – oder deswegen: Der Abschied fällt schwer. Aber er wird sicher nicht für immer sein.

    Bildergalerie.

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