Der Freerunner Kilian Jornet trainiert die Langdistanz im Berglauf in den französischen Alpen unweit von Chamonix.

Kilian Jornet: die Weisheit der Berge.

Der 28-jährige Katalane Kilian Jornet läuft Marathondistanzen dort, wo sich sonst nur Bergsteiger hinwagen. Das Porträt eines Ausnahmesportlers.

  • Kilian Jornet: die Weisheit der Berge.

  • Kilian Jornet lebt seine Überzeugung und findet sein Glück in den Bergen.

    Katalane mit alpiner Überzeugung.

    Es gibt viele Wege, Weisheit zu erlangen. Manchen wird sie in Form gelebter Erfahrungen im Alter zuteil. Andere ziehen sich zum Lesen zurück oder meditieren an einsamen Orten. Auf Kilian Jornet trifft nichts davon zu. Der 28-Jährige verbringt die meiste Zeit damit – einfach ausgedrückt –, Berge hoch- und runterzulaufen. „Dinge zu tun, die zum Unglücklichsein führen können, ist sinnlos.“ Es sind einfache Wahrheiten, die oft an der Realität scheitern. Doch der Katalane lebt seine Überzeugungen. Sein Glück hat er in den Bergen gefunden.

    So hoch die Füße tragen.

    Kilian Jornet streckt seine Beine aus. Seine Beine, die von der Konkurrenz gefürchtet und von Bergsportbegeisterten in aller Welt gefeiert werden. Die ihn im Rekordtempo die Gipfel dieser Welt hoch- und runtertragen. „Ich bin doch nur ein Bergsteiger, der Spaß hat“, antwortet er lächelnd. Spaß sieht bei Kilian Jornet so aus: den Montblanc in 4:57 Stunden hoch- und wieder herunterzulaufen. Weltrekordzeit. In acht Tagen die Pyrenäen zu überqueren und dabei 850 Kilometer und 42.000 Höhenmeter zu überwinden. Den Mount McKinley, mit 6.186 Metern der höchste Berg Nordamerikas, zu Fuß bei Schnee und Nebel zu besteigen, um ihn dann auf Skiern wieder herunterzufahren. 11:48 Stunden war er unterwegs – Rekordzeit, versteht sich. Kilian Jornet dominiert den Ausdauer-Bergsport.

    Kilian Jornet dominiert den Ausdauer-Bergsport und ist mehrfacher Weltmeister im Ultra-Trail- und Sky-Running.

    Er ist mehrfacher Weltmeister im Ultra-Trail-Running, das sind Extrembergläufe, die gewöhnlich 80 bis 160 Kilometer lang sind. Er gehört zur Weltklasse im Sky-Running – kürzere Bergläufe, die 20 bis 42 Kilometer umfassen – und im Vertical Climbing. Und auch im Ski-Bergsteigen, bei dem die Teilnehmer die Berge zu Fuß erklimmen und dann auf Skiern wieder herunterfahren, ist der Spanier eine Klasse für sich.

    Kilian wuchs in den Pyrenäen auf. Sein Vater war Bergführer, die Mutter Ski-Lehrerin.

    Ein Kind der Berge. Ein Mann der Berge.

    Warum er sich das antut, wird Kilian gefragt. „Warum nicht?“, fragt er lächelnd zurück. „Es macht mich glücklich.“ Der Spanier ist ein Kind der Berge. Er wuchs in den Pyrenäen auf. Der Vater war Bergführer, die Mutter Ski-Lehrerin. Bei seinen rastlosen Läufen durch die Gebirgsmassive dieser Welt reifte er zum Mann.

    Bei nicht wenigen Experten gilt er als wohl bester Ausdauerathlet auf diesem Planeten. Dennoch würde Kilian Jornet nie einen der lukrativen Straßenmarathons bestreiten: „Ich mag es nicht, sinnlos Kilometer auf Kilometer abzuspulen“, sagt der Spanier. „Das Erreichen des Gipfels, der Blick von da oben, die Felsen, die Berge. Das macht diesen Sport aus.“

    Perfekte Voraussetzungen für Höchstleistungen.

    Für seinen Sport verfügt Kilian über die idealen mentalen und physischen Voraussetzungen: 171 Zentimeter groß und 58 Kilogramm schwer bringt er ideale Voraussetzungen für Ausdauersportarten mit sich. Bei Kilian Jornet wurden ein Ruhepuls von 34 Schlägen pro Minute und ein Lungenvolumen von 5,3 Litern gemessen. Das sind Werte, wie man sie auch von den besten Radfahrern und Marathonläufern der Welt kennt. Wenn Kilian Jornet einen Rekordversuch unternimmt, hat er immer nur das Allernötigste dabei. „Wenn du schnell in den Bergen unterwegs sein willst, dann laufe leicht“, lautet sein Motto. Um sich allerdings auch mental perfekt auf den nächsten Hochleistungstag vorbereiten zu können, hat er sich als Unterkunft für seine Trainingsphasen einen Marco Polo von Mercedes-Benz ausgewählt. „Das Fahrzeug ist der ideale Ausgangspunkt für meine Tagesetappen“, betont Kilian.

    Der Mercedes-Benz Marco Polo ist der ideale Ausgangspunkt für die Tagesetappen von Kilian Jornet.

    „Der Marco Polo ist komfortabel, bestens ausgestattet und bietet mir einen Rückzugsort, an dem ich Kraft sammeln kann.“ Oft nutzt Kilian die Küche im Marco Polo, um sich einen wärmenden Tee zuzubereiten, und den integrierten Tisch, wo er seine Gedanken und Ziele in seinem Notizbuch niederschreibt.

    Mit dem Projekt „Summits of my Life“ startete Kilian Jornet 2012 eine Geschwindigkeitsrekordserie an einigen der höchsten Berge der Welt.

    Von den Bergen lernen.

    Kilian Jornet strahlt viel Lockerheit aus. Wer ihn allerdings auf einen relaxten „Sunnyboy“ reduziert, kratzt nur an der Oberfläche. 2012 startete er das Projekt Summits of my Life. Es geht dabei nicht um Titel und Medaillen, sondern um Geschwindigkeitsrekorde. Das pyrenäische Laufwunder hat sich dafür einige der anspruchsvollsten und höchsten Berge der Welt ausgesucht. Nach dem Sturm auf den Montblanc, das Matterhorn, den Denali und den Aconcagua, den höchsten Berg Südamerikas, wäre 2015 eigentlich der Mount Everest dran gewesen. Das Erdbeben in Nepal mit all seinen Verwüstungen verhinderte aber den Gipfelsturm. Kilian Jornet fuhr trotzdem mit befreundeten Alpinisten nach Nepal, um den Betroffenen vor Ort zu helfen. „Der Berg kann uns viel abverlangen. Aber er gibt uns auch alles, was wir zum Atmen brauchen“, sagt Kilian Jornet. Auch das haben ihn die Berge gelehrt.

    Bildergalerie.

    Was Kilian für den Rekord (4:57 h) am Montblanc (4.810 m) benötigte:

    ·      Trailrunning-Schuhe

    ·      Shorts

    ·      Thermo-T-Shirt

    ·      Winddichte Jacke

    ·      Winddichte Hose

    ·      Bauchtasche

    ·      Sonnenbrille

    ·      Handschuhe

    ·      Halswärmer

    ·      0,5 l Wasser

    ·      Zwei Eispickel

    ·      Uhr

    ·      15 Meter Seil

    ·      Stirnlampe

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