Der erste Service-Techniker war eine Frau.

Als Bertha Benz an einem Morgen im August 1888 mit ihrem Patent-Motorwagen von Mannheim nach Pforzheim aufbrach, wusste sie noch nicht, auf welches Abenteuer sie sich eingelassen hatte. Alle 20 Kilometer musste Kühlwasser nachgefüllt werden. Da es noch keine Tankstellen gab, holte man das Benzin literweise in der Apotheke. Über weite Strecken musste das Fahrzeug aufgrund des noch schwachen Motors geschoben werden.

 

Nicht nur das Vorwärtskommen hielt so manche Überraschung bereit. Auch das Anhalten gestaltete sich nicht ganz einfach. Gebremst wurde über den dünnen Lederbelag der Bremse. Der fing auf der Fahrt erst zu qualmen an und löste sich schließlich ganz auf. Zum Glück konnte der Dorfschuster mit einem Lederstreifen aushelfen – dem wahrscheinlich ersten Ersatzteil der Geschichte.

Der Benz Patent-Motorwagen von 1888.
Einer der ersten Mercedes-Benz Reparaturbetriebe.

Eröffnung der ersten Reparaturbetriebe.

Die Technik der Fahrzeuge entwickelte sich weiter und mit ihr der Bedarf an Know-how für technische Dienstleistungen. Die Reparatur der noch anfälligen Fahrzeuge stand im Fokus. Erste Reparaturbetriebe wurden um 1900 eröffnet. Wartung spielte im Bewusstsein der Fahrzeugbesitzer keine große Rolle – warum sollte man Geld für etwas ausgeben, wenn es nicht kaputt ist. Dass Wartung auch dem Erhalt der Sicherheit dient, war vielen noch nicht klar.

Ein Auto kostete in etwa so viel wie ein Haus und verschlang im Unterhalt noch einmal ungefähr die gleiche Summe – kein Wunder beim nicht gerade niedrigen Verbrauch an Kraftstoff, Wasser und Öl. Um Öl zu sparen, wurde es durch ein Tuch gefiltert und wieder zum Auffüllen benutzt – eine Art des Ölwechsels, die uns heute etwas unsachgemäß erscheint.

Der Kundendienst gewinnt an Bedeutung.

In den 1960er-Jahren begann man, Serviceforderungen in Lastenheften zu dokumentieren und damit reparatur- und wartungsfreundliche Konstruktionen auf den Weg zu bringen. Mit dem Einzug der Elektronik in die Mercedes-Benz Fahrzeuge brach eine neue Ära an. Der Kundendienst stellte sich mit neuer Prüftechnik auf die veränderten Anforderungen ein. Mehr und mehr Schulungszentren wurden eröffnet, um unsere Service-Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.

Technischer Kundendienst an Mercedes-Benz Fahrzeugen in den 1960er Jahren.
Ein Mercedes-Benz Service-Techniker checkt den Motorinnenraum eines Mercedes in den 1980er Jahren.

Neue Geräte zur Fehlerdiagnose.

Die technischen Systeme bei Mercedes-Benz wurden immer komplexer. Damit wurde es auch immer schwieriger, die Ursache für Störungen der Elektroniksysteme zu finden. Reichten in den 1980er-Jahren noch ein Prüfadapter mit Buchsenkasten und Diagnosehandbuch, mussten in den Folgejahren neue Geräte zur Fehlerdiagnose entwickelt werden. Im Rahmen des „Case-Projekts“ (Computer aided Service) wurde der Handheld-Tester entwickelt. Ein griffiges Gerät, mit dem sich Fehler auslesen und zugleich löschen ließen.

Mit Einführung der Bussysteme wurde diese Diagnoseart durch die moderne „STAR DIAGNOSE“ zur Analyse und Behebung von Schäden abgelöst. In weiterentwickelter Form wird diese heute noch beim Mercedes-Benz Service verwendet.

Ein Mercedes-Benz Service-Techniker bei der Diagnose eines Mercedes-Benz Cabriolets.

Vom Mechaniker zum Mechatroniker.

Mit zunehmender Anzahl und Komplexität der Assistenzsysteme in den Fahrzeugen veränderte sich in den 2000er-Jahren auch das Berufsbild unserer Service-Techniker. Waren sie früher hauptsächlich mit dem Austausch von Bauteilen beschäftigt, wurde jetzt ein Großteil der Aufgaben mit dem PC erledigt. Neben den Werkzeugen änderte sich gleichzeitig die Berufsbezeichnung. Aus dem Mechaniker wurde der Mechatroniker. Bei allen Veränderungen blieb eine Sache jedoch immer gleich – der Auftrag, die Sicherheit unserer Fahrzeuge und Kunden zu erhalten.

Lebenslanges Lernen und Spezialisierung.

Man lernt nie aus – das gilt auch für den Beruf eines Service-Technikers bei Mercedes-Benz. Regelmäßige Schulungen und Weiterbildungen sorgen dafür, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer auf dem neuesten Stand sind und Ihr Mercedes in besten Händen ist.

Bringen Sie Ihren Mercedes heute in eine Mercedes-Benz Werkstatt, kümmert sich ein ganzes Team erfahrener Experten und Spezialisten um den Service. Durch die Teamstruktur wird der Wissenstransfer gestärkt und gewährleistet, dass selbst kompliziertere Problemfälle gelöst werden. So können Sie sicher sein, immer den besten Service für Ihren Stern zu erhalten.

Ein Mercedes-Benz Service-Techniker erklärt einem Kunden im Werkstattbereich die Service-Arbeiten an dessen Fahrzeug.

Verwandte Themen.