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  • Ein Sprinter dritter Generation befährt eine Straße
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    The making of the new Sprinter: Eine Legende betritt die Zukunft.

    Seit der Markteinführung 1995 ist der Sprinter der Van-Pionier schlechthin. Und auch der neue Sprinter setzt Maßstäbe und erfindet sein Segment in vielen Punkten neu. Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen der Entstehung der Transporter-Ikone.

    Autor: Marcel Schlegel

Der Sprinter – Schrittmacher.

Wie verbessert man einen Transporter, der einer ganzen Fahrzeugklasse ihren Namen gab? Wie verändert man einen Van, der seit seiner Einführung 1995 einem ganzen Marktsegment als Vorreiter dient – und sagenhafte 3,4 Millionen Mal vom Band lief? Und wie stellt man sicher, dass eine solche Legende auch in ihrer dritten Generation weiterhin in über 130 Ländern der Welt ihr Zuhause findet? Wie also schickt man den Sprinter in die Zukunft? Die Antwort: Man verbindet die Elemente der digitalisierten und vernetzten Welt mit den verlässlichen Werten und der akribischen Funktionalität, für die der Sprinter seit über 20 Jahren als unumstrittener Marktführer geschätzt wird. Und betritt damit Pioniergebiet. Erneut. „Obwohl der Sprinter ein überaus erfolgreicher und beliebter Transporter ist, sind wir überzeugt davon, dass wir die Spielregeln erneut ändern mussten, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in den Bereichen Transport und Mobilität selbst mitgestalten zu können“, erklärt Ulf Zillig, der Gesamtprojektleiter für die Sprinter bei Mercedes-Benz Vans. Der Sprinter – ein Transporter, der die Spielregeln also als Vorreiter definierte, sie nun auf die Bedingungen einer vernetzten Mobilität überträgt und damit das Large-Van-Segment erneut zielstrebig anführt.


Ein Sprinter in der Seitenansicht
Die Front des Sprinter von Mercedes-Benz

Einmal Pionier – immer Pionier.

Was indes macht den neuen Sprinter so einzigartig? Insbesondere seine Flexibilität und Variabilität, verrät Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans. In der Logistik- und Transportwelt der Zukunft seien das die entscheidenden Erfolgsfaktoren, betont der Chef der Transporter-Sparte. Der Kunde wünsche sich ein Fahrzeug, das sich perfekt an die eigenen individuellen Bedürfnisse anpassen lässt, so Volker Mornhinweg. „Ein gutes Fahrzeug alleine reicht nicht mehr aus. Ein Fahrzeug muss heute mehr sein als die bloße Summe seiner Teile.“ Der neue Sprinter präsentiert sich deshalb als Multitalent, das passgenaue Gesamtsystemlösungen für verschiedene gewerbliche Transport- und Mobilitätsanforderungen bereitstellt: mit einer bislang unerreichten Variantenvielfalt, neuen Vernetzungsdiensten und einer neuen Telematik-Generation. Der Sprinter bildet dabei die Speerspitze eines Strategiewechsels, den Mercedes-Benz Vans forciert – namentlich der vom reinen Fahrzeughersteller zum Anbieter ganzheitlicher Mobilitäts- und Konnektivitätslösungen. Einmal Pionier – immer Pionier.


Global Player leitet Strategiewechsel ein.

Die Devise: maximale Modularität. Ein Beleg? Mehr als 1.700 verschiedene Varianten lassen sich über die Aufbauarten, Antriebskonzepte, Kabinengestaltungen, Aufbaulängen, Tonnagen und Laderaumhöhen generieren. Die Bandbreite reicht vom einfachen Baustellenfahrzeug mit attraktivem Einstiegspreis bis hin zum hochwertig ausgestatteten Shuttle-Fahrzeug.


Der Sprinter – ein Van, der für jeden Anspruch und jede Branche die passende Lösung darstellt, der längst mehr ist als „nur“ ein Transporter. Er ist ein Multitalent.


Marktforschung: Kundenwünsche früh erkennen.

Wie aber wissen die Verantwortlichen von Mercedes-Benz, welche Ansprüche die Kunden an ihren neuen Sprinter richten und welche Bedürfnisse sie haben? Das Stichwort hier: Marktforschung. Und damit sind wir bei Norbert Kunz. Wesentlich für den Produkt- und Marketing-Verantwortlichen beim Sprinter: der Austausch mit Groß- und Flottenkunden, mit Aufbauherstellern, aber auch mit Privatkunden, die gezielt eingeladen wurden, Kunz und seinem Team in realistischen Anwendungssituationen Rückmeldungen zum Sprinter Prototypen zu geben. Wo positioniert man am besten die Ablagesysteme, wo die Getränkehalter?


Welche Probleme aus dem Alltag kennt ein Handwerker, die den Entwicklern und Designern ohne das Feedback aus der Praxis womöglich verborgen geblieben wären? So wurde aus einem Rohling Handgriff für Handgriff ein Van, der optimal auf seine Verwender und ihre alltäglichen Aufgaben zugeschnitten ist – so wurde aus einem Transporter sukzessive der Sprinter dritter Generation. Die Ergebnisse ihrer Marktumfragen zeigten Norbert Kunz und Co. einen weiteren Bedarf auf: den nach Vernetzung. „Unsere Kunden wollen wissen, wo ihr Fahrzeug sich befindet, wenn es im Einsatz ist“, berichtet Kunz.


Drei Männer vor einem Virtual-Reality-Bildschirm, der ein Mercedes-Benz Lenkrad zeigt

Infotainment-Systeme und Connectivity-Dienste.

Für Philipp Wex sind die neuen Infotainment-Systeme deshalb Gesicht, Herz und Seele des neuen Sprinter. Warum? „Wenn Sie in Ihrem Van sitzen, stellen die Infotainment-Systeme die Schnittstelle zwischen Ihnen und Ihrem Fahrzeug dar“, begründet der Infotainment-Verantwortliche. Durch die Sprachsteuerung und die diversen Touchscreens, die mittlerweile selbst im Lenkrad integriert sind, wird die Kommunikation zwischen Fahrer und Fahrzeug nochmals natürlicher. Ähnlich verhält es sich mit den innovativen Konnektivitätslösungen, die eine ganze Palette neuer und bewährter, aber noch einmal modifizierter Dienstleistungen ermöglichen, etwa den Flottenmanager. „Durch diese können Sie mit dem Fahrzeug interagieren, wenn Sie es selbst nicht steuern“, so Philipp Wex. „Vernetzung ist sozusagen die DNA des Sprinter.“


Design: Form folgt Funktion – und dem Herzen.

Doch jedes Fahrzeug braucht auch ein unverkennbares Äußeres – der Sprinter sowieso. Kai Sieber, der das Design bei Mercedes-Benz Vans verantwortet, kennt den Spagat und das Risiko, das im Projekt „Sprinter – dritte Generation“ steckt. Auf der einen Seite soll der Transporter seine markanten Züge behalten, denn so kennt man den Sprinter seit über zwei Jahrzehnten. Ferner gibt der Sprinter als Flaggschiff der Mercedes-Benz Vans Familie die äußerliche Richtung vor, sein Aussehen prägt auch Vito und Citan. Doch nicht nur das, denn bei den Kunden verkörpert der Sprinter mit seinem Design oftmals einen ganzen Fuhrpark – ja, er kann das Gesicht eines Unternehmens sein. Das Wichtigste aber: Gleichzeitig darf der Van seine alltagstaugliche Funktionalität nicht verlieren. Kai Sieber spricht in diesem Zusammenhang von der Dialektik aus „warm“ und „kalt“, die dem Design des neuen Sprinter innewohnt. „Der kühle Teil steht für Funktionalität. Dieser Part ist rational, streng. Er spricht das Gehirn an und folgt dem Motto: Ein Nutzfahrzeug muss funktionieren.“ Auf der Gegenseite aber steht der warme, weiche, der emotionale Teil. „Er spricht direkt mit dem Herzen“, so Kai Sieber. „Wir wollen, dass sich unsere Kunden in den Sprinter verlieben.“


Eine Hand mit Bleistift, die Hand zeichnet das Cockpit eines Sprinter
Mann gestaltet Sprinter Modell aus Ton

Philosophie der „Sinnlichen Klarheit“.

Wie lassen sich diese Pole vereinen? Die Verantwortlichen rund um Kai Sieber lösten das Spannungsfeld zwischen gestalterischer Faszination und dem essenziellen, funktionalen Aspekt mit der Mercedes-Benz Designphilosophie „Sinnliche Klarheit“. Charakteristisch hierfür: der Kontrast zwischen weichen, emotionalen und trotzdem klaren Linien. Ein Konzept, für das sich Andy Sugata im Bereich des Interieurs verantwortlich zeigte. Ihm war es insgesamt wichtig, mit dem produkttypischen Wesen des Sprinter nicht komplett zu brechen. Der Sprinter müsse als Sprinter erkennbar bleiben. „Der Sprinter ist eine Legende“, weiß Sugata. „Viele Menschen weltweit benutzen den Namen ,Sprinter‘ synonym mit Transporter.“


Ob Hitze oder Kälte – Sprinter trotzt Extrembedingungen.

Der Prototyp des Sprinter steht – nun wird sichergestellt, dass der neue Van von Mercedes-Benz stets zuverlässig ist. Dafür musste sich der Sprinter zahlreichen Erprobungen und Tests unterziehen, unter anderem bei Extrembedingungen. Mal in Andalusien, wo Mirko Bänisch und sein Team den Sprinter bei extremer Hitze testen. Oder in Schweden, wo geprüft wird, wie der Transporter mit dem Stern auf Eiseskälte reagiert. Mirko Bänisch ist in der Entwicklung bei Mercedes-Benz Vans für die Erprobung und die Freigabe des Sprinter zuständig.


Sein Team bringt den Sprinter also ganz bewusst an die Grenzen des Möglichen, denn auch in diesen Grenzbereichen müsse das Fahrzeug noch sicher und zuverlässig funktionieren, sagt Mirko Bänisch. Der Sprinter bestand alle Tests. Er ist bereit für den Markt – und bereit für die Produktion.


Zwei Männer reden in einem Büro miteinander, einer zeigt auf einen Bildschirm

Nur das Beste – der Markenwert des Sterns.

Auch für den Bereich der Herstellung gilt jene Maxime, die den ganzen Entwicklungsprozess der neuen Sprinter Generation auszeichnet: allerhöchste Qualität – ohne Wenn und Aber. „Qualität ist ein Markenwert von Mercedes-Benz“, begründet Andreas Rein aus dem Qualitätsmanagement Van. Um diese zu erreichen, setzt Mercedes-Benz nicht nur beim neuen Sprinter auf die allerneueste und innovative Technologie. Qualität ist für Rein aber mehr als die Summe von guten Einzelteilen. „Im Zentrum steht immer der Gesamteindruck des Fahrzeugs, und damit ein Qualitätsgefühl, das der Kunde spürt. Liebe zum Detail und höchste Qualität in jeder Pore – das ist es, was einen Mercedes-Benz auszeichnet“, sagt Andreas Rein.


Frontantrieb: Herausforderung in der Produktion.

Gebaut wird der neue Sprinter unter anderem in den USA und Argentinien – aber vor allem natürlich in den Stammwerken in Düsseldorf und Ludwigsfelde. Wie aber kommen Produktionsabläufe von Deutschland und Europa in die anderen Werke auf der Welt? Darum kümmert sich Martin Kelterer von Mercedes-Benz Vans Operations Engineering. Seine Antwort: Industrie 4.0. „Schneller auf die Markterfordernisse zu reagieren, schneller an den Kundenanforderungen zu sein – das ist unser Job.“


Produktionsstätte des Sprinter in Düsseldorf
Roboterarme im Werk von Mercedes-Benz in Düsseldorf

Innovationen erfordern innovative Prozesse.

Armin Willy, der die Produktion im Düsseldorfer Leitwerk lenkt, berichtet von den großen Herausforderungen, welche die Umstellung des Herstellungsprozesses mit jedem neuen Fahrzeug mit sich bringt. Erstmals ist der Sprinter zum Beispiel mit Frontantrieb erhältlich. „Jede Neuerung hat erhebliche Auswirkungen auf Produktionsabläufe und Produktionsanlagen“, erklärt Armin Willy. Vor jedem Produktionsbeginn steht daher zunächst eine akribische Schulung der Mitarbeiter. Auch hier greift Mercedes-Benz auf die neuesten Technologien zurück, beispielsweise kamen Virtual-Reality-Anwendungen zum Einsatz. Nichts wird bei Mercedes-Benz dem Zufall überlassen. Jeder Sprinter soll einzigartig sein. Weil sich der Sprinter an die individuellen Kundenbedürfnisse anpassen lässt, kümmern sich Armin Willy und seine Kollegen in der Produktion individuell um jedes einzelne Fahrzeug. Der Düsseldorfer Leiter betont: „Wir sind als Werk Düsseldorf stolz darauf, den neuen Sprinter auf die Straße zu bringen, und werden unseren Kunden auch weiterhin Top-Qualität liefern.“