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  • Vans & Drones in Zürich.
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    Vans & Drones in Zürich.

Pilotprojekt zur On-Demand-Lieferung.

Mercedes-Benz Vans, der US-amerikanische Drohnensystementwickler Matternet und der Schweizer Online-Marktplatz siroop haben in Zürich ein Pilotprojekt für effiziente On-Demand-Lieferungen von e-Commerce-Produkten per Transporter und Drohne gestartet. Das Pilotprojekt, das am 25. September mit ersten Tests begann, stellt einen Meilenstein für autonome Flugsysteme dar: Zum ersten Mal finden umfangreiche Drohneneinsätze autonom und ohne Sichtkontakt mit Transportern als Landeplattformen in einem urbanen Umfeld statt, um ein vollautomatisiertes e-Commerce-Drohnensystem zu testen. Die Entwicklung des Gesamtprojekts folgt dabei einem iterativen Ansatz mit schneller Erprobung und ständiger Optimierung.


Paketzustellung mit Drohnen.

Im Zuge des rund dreiwöchigen Pilotprojekts können Kunden beim Online-Marktplatz siroop ausgewählte Produkte bestellen. Diese sind maximal zwei Kilogramm schwer und für den Transport per Drohne geeignet. Zur Produktpalette gehören zum Beispiel Kaffee oder Elektronikartikel. Die Kunden erhalten diese noch am selben Tag. Der Händler bestückt die Drohnen direkt nach Eingang der Bestellung in den eigenen Räumlichkeiten. Sie fliegen daraufhin zu einem von zwei im Projekt genutzten Vito mit integrierter Drohnen-Landeplattform. Die Vans halten an einem von insgesamt vier fest definierten sogenannten „Rendezvous-Punkten“ im Züricher Stadtgebiet. Dort übernimmt der Paketzusteller die Produkte und liefert sie an die Endkunden aus, während die Drohne zum Händler zurückkehrt. Über die gesamte Prozesskette hinweg wird die Zeit vom Eingang der Bestellung bis zur Endauslieferung beim Kunden gemessen und mit der für eine herkömmliche Lieferung notwendigen Dauer verglichen, um daraus Erkenntnisse über die Effizienz des Prozesses zu gewinnen.

Vito mit integrierter Landeplattform.

Mit integrierter Präzisionslandetechnologie auf dem Dach werden die prototypischen Vito zur vernetzten und sicheren Landeplattform für Matternet-Lieferdrohnen. Ziel des Projekts ist, die Effizienz und das Serviceniveau der On-Demand-Lieferungen zu verbessern und dadurch einen Mehrwert für Händler und Endkunden zu schaffen. Das Projekt wurde vom Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL gemäß der SORA-Methodologie (Specific Operational Risk Assessment) der Joint Authorities for Rulemaking on Unmanned Systems (JARUS) unter Zustimmung aller zuständigen Schweizer Behörden genehmigt.


Sicherheit steht im Mittelpunkt des Projekts, das an fünf Tagen pro Woche ausschließlich bei günstigen Wetterbedingungen sieben Stunden lang läuft. Matternet-Drohnen sind mit dem gleichen Sense-and-Avoid-System in das Schweizer Luftraumsystem integriert, das von Hubschrauberbetreibern und anderen Nutzern des unteren Luftraums verwendet wird. Sie sind außerdem mit einem Fallschirm-System ausgestattet, das im Falle einer Störung automatisch ausgelöst wird.


siroop: Erster Pilotkunde.

Das „Vans & Drones“-Konzept wurde von Mercedes-Benz Vans und Matternet bereits im September 2016 beim Van Innovation Campus vorgestellt. Das Pilotprojekt in Zürich mit siroop als erstem Nutzer des Systems ist die nächste Stufe in der Weiterentwicklung des Konzepts. Das Paket wird hierbei nicht direkt per Drohne zum Endkunden, sondern zum Zustellfahrzeug geliefert, welches die Lieferung auf der letzten Meile übernimmt. Die Nutzung der Vans als intelligente, mobile Landepunkte für die Matternet-Drohnen macht verschiedene Anwendungsfälle möglich und hat eine ganze Reihe von Vorteilen.


Die Vorteile.

  • Ein kürzerer Lieferzyklus und geringere Kosten im Vergleich zu bestehenden Zustelldiensten. Lieferungen können unabhängig von der Verkehrslage schneller zugestellt werden.
  • Integration von Drohnensystemen in die Logistik-Kette, ohne Änderung des Kundenverhaltens. Kunden werden wie gewohnt von einem Fahrer beliefert.
  • Händler und Logistikunternehmen können ihren Kunden eine echte On-Demand-Lieferlösung anbieten, ohne dass sie zusätzliche Infrastruktur benötigen. Firmen mit einer Transporter-Flotte können diese noch wirksamer einsetzen und On-Demand-Services anbieten.
  • Drohnen landen auf dem Dach des Transporters in rund zwei Metern Höhe, wodurch die Sicherheit von Passanten gewährleistet ist.
  • Bei den Drohnen handelt es sich um Matternet Drohnen des Typs M2, die eine Traglast von maximal zwei Kilogramm und eine Reichweite von etwa 20 Kilometern haben. In den vergangenen Monaten wurde das integrierte System kontinuierlich verfeinert und in Vorbereitung auf den Einsatz im städtischen Umfeld umfangreich getestet.

Nächste Entwicklungsschritte.

Das Pilotprojekt ist der erste Schritt in einem iterativen Prozess, hin zu einer Systemlösung mit einem klaren Zielbild: eine dynamische Routenplanung mit flexiblem Drohneneinsatz und automatisierter Auftragssteuerung für schnelle, zuverlässige und effiziente On-Demand-Lieferung. In Zukunft soll die Drohnenlieferung in konventionelle Liefertouren dynamisch integriert werden. Die Transporter würden also nicht mehr an vordefinierten Haltepunkten auf die Drohnenankunft warten, sondern während ihrer regulären Touren an einem geeigneten Haltepunkt durch die Drohne beliefert werden. So können eilige Sendungen in eine laufende Auslieferungsfahrt eingesteuert und damit schneller den Kunden zugestellt werden.