Dr. Dieter Zetsche auf der Bühne von Mercedes-Benz.

Mercedes-Benz: Vorreiter des digitalen Wandels.

Digitale Transformation bei Mercedes-Benz: vom Automobilhersteller zum vernetzten Mobilitätsdienstleister.

  • Mercedes-Benz: Vorreiter des digitalen Wandels.

  • Der Erfinder des Automobils treibt den Wandel.

    Die Automobilindustrie verändert sich grundlegend, das Tempo nimmt zu. Neben der „Globalisierung“ gilt die – im Wirtschaftskontext auch mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“ belegte – „Digitalisierung“ als weiterer Megatrend. Mercedes-Benz ist ein Vorreiter dieser Entwicklung: Der Erfinder des Automobils treibt den Wandel vom Automobilhersteller zum vernetzten Mobilitätsdienstleister aktiv voran. Die Strategie und den aktuellen Stand der Entwicklung erläuterte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars, am Vorabend der IAA 2015 in Frankfurt.

    Dr. Dieter Zetsche und der „Concept IAA“.

    Mit der Fahrzeugstudie „Concept Intelligent Aerodynamic Automobile“, kurz „Concept IAA“, präsentierte Zetsche ein konkretes Beispiel für die faszinierenden Möglichkeiten der digitalen Produktentwicklung.

    Dr. Dieter Zetsche erläutert die Bedeutung der Digitalisierung für Mercedes-Benz.

    Digitalisierung als zentrales Thema.

    Bei Mercedes-Benz ist die Digitalisierung seit Jahren ein zentrales strategisches Thema in allen Unternehmensbereichen. Technische Innovationen wie die Elektrifizierung des Antriebsstrangs und insbesondere das autonome Fahren sind ohne die digitale Transformation nicht denkbar. Dasselbe gilt für die Produktion, wo die Marke mit dem Stern ebenfalls eine führende Rolle einnimmt. Und mit der fortschreitenden Digitalisierung im Bereich Marketing und Vertrieb trägt Mercedes-Benz parallel den veränderten Kundenerwartungen und dem damit verbundenen Wandel im Kommunikationsverhalten Rechnung.

    Kunden und Mitarbeiter im Fokus.

    „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die vollständige Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette – von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb“, so Zetsche am Vorabend der IAA in Frankfurt.

    Dr. Dieter Zetsche, Prof. Dr. Thomas Weber, Ola Källenius, Markus Schäfer, Gorden Wagener.

    „Diese digitale Transformation ist bei uns in vollem Gange. Mercedes-Benz wandelt sich vom Automobilhersteller zum vernetzten Mobilitätsanbieter, wobei der Mensch – als Kunde und Mitarbeiter – immer im Mittelpunkt steht. Damit entwickeln wir das Unternehmen konsequent weiter und sichern unsere Zukunftsfähigkeit ab.“

    Mehr Tempo, mehr Präzision, mehr Vielfalt.

    Besonders weit fortgeschritten ist die Digitalisierung bei Mercedes-Benz im Bereich Forschung und Entwicklung. Zum Vergleich: In den 1970er Jahren waren Computerdarstellungen mit etwa tausend Elementen möglich. Ein Jahrzehnt später waren es bereits 25-mal so viele. Heute sind es bis zu 80 Millionen Elemente, Tendenz weiter steigend. Das „Digital Prototyping“ beschleunigt die Entwicklung von neuen Automobilgenerationen aber nicht nur, sondern es erhöht ihre Qualität und bietet Möglichkeiten zur Steigerung der Vielfalt. Das zukünftige Auto wird bei dieser Methode bereits in einer frühen Phase als digitaler Prototyp simuliert und optimiert.

    „Mithilfe der digitalen Prototypen verbessern wir unter anderem die passive Sicherheit unserer Fahrzeuge – schneller, präziser und effizienter als je zuvor“, so Prof. Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

    Das „Concept IAA“: Das „IAA“ steht für Intelligent Aerodynamic Automobile.

    Ausgefeiltere Aerodynamik. Effizientere Produktion.

    Ein weiteres, besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Aerodynamik. „Das Stichwort heißt Big Data, die Auswertung von Massendaten aus unterschiedlichsten Quellen“, so Weber weiter. „Bevor wir ein neues Auto auch nur in die Nähe unseres Windkanals lassen, hat es als komplettes Datenmodell bereits viele digitale Tests erfolgreich bestanden.“ Welche Möglichkeiten und Potenziale sich dadurch für die Serienentwicklung ergeben, ist unschwer zu erraten. Ein Beispiel: Schon bei den aktuellen Serienmodellen stellt Mercedes-Benz fast in allen Klassen den jeweiligen Aerodynamik-Weltmeister. Beim Formel 1-Team werden die Chancen der Digitalisierung bereits maximal genutzt. Für Anbauteile wie aerodynamische Features bis hin zu neuen Motor- und Antriebsteilen ist der Weg vom Datenmodell im Computer auf die Rennstrecke oft beeindruckend kurz und schnell. Auch die Produktion wird dank Digitalisierung flexibler und effizienter. Das Ziel ist die intelligente Fertigung, die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und durch eine bessere Ergonomie für die Mitarbeiter auszeichnet.

    Eine Live-Performance auf der Bühne von Mercedes-Benz bei der IAA 2015.

    Mehr Interaktion.

    Die digitale Revolution endet jedoch nicht, wenn ein Fahrzeug die Werkshalle verlassen hat. Auch im Vertrieb nutzt Mercedes-Benz die Möglichkeiten der Digitalisierung. Online-Stores ergänzen die bisherigen Vertriebsstandorte und ermöglichen jederzeit die Bestellung und das Leasing eines Fahrzeugs. Auch in der realen Welt wird verstärkt auf digitale Interaktion gesetzt: Die Mercedes me Stores sind mit zahlreichen digitalen Gestaltungselementen ausgestattet.

    Interessierte können an Multi-Touch-Screens und Plasma-Bildschirmen ganz unkompliziert ihr Wunschfahrzeug konfigurieren. Außerdem interagieren täglich bereits über eine halbe Million Menschen über die globalen Social-Media-Plattformen von Mercedes-Benz mit der Marke, mehr als bei jedem anderen Automobilhersteller.

    Mercedes me: personalisierte Markenwelt.

    Den einfachsten Zugang zur personalisierten Markenwelt bietet das Onlineportal von Mercedes me. Hier ist Mercedes-Benz jederzeit erreichbar. Das Spektrum reicht von der elektronischen Terminvereinbarung für den klassischen Kundendienst über die individuelle Vernetzung mit dem eigenen Fahrzeug bis hin zum Angebot von persönlich abgestimmten Finanzdienstleistungen. Zudem findet der Kunde Angebote, die sich nicht nur auf das eigene Auto beschränken: Beispielhaft dafür stehen Mobilitätsdienstleistungen wie car2go sowie Informationen über Lifestyle-Aktivitäten und Entertainment-Angebote. Mercedes me ist vor einem Jahr gestartet, Kunden können sich dabei europaweit von überall und zu jeder Zeit mit ihrem Fahrzeug verbinden.

    Mercedes me bietet eine personalisierte Markenwelt.

    Zu den Innovationen bei Mercedes me zählt der neue Lifestyle-Konfigurator, der den klassischen Fahrzeugkonfigurator ergänzt: Der Kunde kann dabei seine individuellen Vorlieben für Einrichtung, Reiseziele oder Sportarten angeben und bekommt auf Grundlage seiner Auswahl ein Fahrzeug vorgeschlagen, das zu ihm passt.

    Fahrzeugkommunikation und Datenschutz.

    Die schnelle Entwicklung der Kommunikationstechnik eröffnet noch ganz neue Perspektiven. Experten gehen beispielsweise davon aus, dass ein 5G-Mobilfunknetz bis zu 100-mal schneller sein wird als LTE. Umfangreiche Software-Updates für das Auto zum Beispiel sind dann auch online nur noch eine Sache von Sekunden. Gerade deshalb ist Datenschutz für das Unternehmen ein besonders wichtiger Faktor.

    Publikumsmagnet und digitaler Transformer: das Mercedes-Benz „Concept IAA“ umringt von Journalisten.

    Dieter Zetsche: „Die Chancen sind also groß, genau wie unsere Verantwortung für die Privatsphäre unserer Kunden und dafür, dass persönliche Informationen nicht an Dritte gelangen. Auf der anderen Seite bedeutet diese Verantwortung auch, dass unsere Fahrzeuge sicher sein müssen gegen Manipulationen von außen. Deshalb ist es unser Anspruch und unser Ziel, unsere Autos so sicher wie möglich zu machen. Dafür treiben wir einen hohen Aufwand.“

    Einzigartiger Blick: Frontansicht des Mercedes-Benz „Concept IAA“.

    Der digitale Transformer: „Concept IAA“.

    Was die Digitalisierung für das Produkt Automobil konkret bedeuten kann, zeigt Mercedes-Benz auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt mit dem „Concept IAA“ (Concept Intelligent Aerodynamic Automobile). Die Steigerung von Tempo und Effizienz durch Digitalisierung lässt sich eindrucksvoll durch Zahlen belegen: Die Designentwicklung, die früher allein bis zu zwei Jahre gedauert hätte, wurde in weniger als elf Monaten geschafft. Das Mercedes-Benz „Concept IAA“ ist zwei Autos in einem: Aerodynamik-Weltrekordler mit einem cw-Wert von 0,19 und viertüriges Coupé mit faszinierendem Design. Die Studie, die auf der IAA in Frankfurt ihre Weltpremiere erlebt, schaltet ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h automatisch vom Design-Modus in den Aerodynamik-Modus und verändert durch zahlreiche aktive Aerodynamik-Maßnahmen ihre Gestalt.

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