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Der Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner surft eine riesige Welle vor der ikonischen Festung der portugiesischen Kleinstadt Nazaré.

Sebastian Steudtner: Der Sog der Wellen.

Der Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner jagt die ultimative Welle. Der Fotograf und Filmemacher Alex Laurel hat ihn dabei begleitet.
Mercedes-Benz Sebastian Steudtner Sog der Wellen.

Immer auf der Suche.

Der Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner ist ständig auf dem Sprung, um der ultimativen Welle nachzujagen. Sein Antrieb ist das ultimative Ziel: die höchste Welle der Welt zu surfen. Der Fotograf und Filmemacher Alex Laurel hat Steudtner ein Jahr lang begleitet, von den Trainingseinheiten in Hamburg bis in die tosenden Wellen von Nazaré. Entstanden ist eine Hommage an die gewaltige Kraft der Wellen, die einen Sog ausüben, dem man sich kaum entziehen kann – und die sich doch niemals bezwingen lassen.

Die Welle kommt, wann sie will.

Der Welle, die in diesem Moment mit voller Wucht auf die hinter ihm liegenden Klippen schleudert, schenkt Sebastian Steudtner keine Aufmerksamkeit. Seine Gedanken kreisen um eine andere Welle, eine Welle, von der er nicht weiß, ob er sie jemals erreichen wird, und die ihn doch niemals loslässt. Hier in Nazaré, dem kleinen Fischerort an der portugiesischen Atlantikküste, denkt Sebastian Steudtner darüber nach, wo er sie wohl findet, die größte Welle der Welt.

Steudtner ist auf der Jagd nach dem Weltrekord. Seit 2013 wird dieser von seinem amerikanischen Kollegen Garrett McNamara gehalten. Und Steudtner ist ihm dicht auf den Fersen, die höchste Welle, die er in der vergangenen Saison geritten ist, hat ihm eine weitere Nominierung für den Biggest Wave Award eingebracht – es ist seine dritte. Zweimal hat er die begehrte Auszeichnung bereits gewonnen.

Der Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner steht am Strand der portugiesischen Hafenstadt Nazaré und blickt auf das tosende Meer und die vor ihm brandenden Wellen.

Geduld zahlt sich aus.

Zum Weltrekord hat ihn die Riesenwelle in dieser Saison dennoch nicht getragen. Sie war schlicht und einfach nicht groß genug. Dabei war Steudtner bestens vorbereitet: Hunderte Kilometer hat er auf dem Laufband runtergerissen, unzählige Gewichte auf der Hantelbank gestemmt, Dutzende Taucheinheiten absolviert, um seine Lunge für den Moment zu trainieren, in dem das Wasser über ihm zusammenbricht. Dazu die Stunden, in denen er mit seinem Team über Wetter-Apps brütete, die unzähligen Reisen an die Orte, an denen es so aussah, als könnten die Herbst- und Winterstürme die eine, perfekte Welle an den Strand peitschen. In dieser Saison haben sie ihn nicht zum Ziel geführt. Aber die nächste Saison steht bereits vor der Tür.

Sebastian Steudtner hat sich eine graue Kapuze über den Kopf gezogen und blickt auf einen nicht sichtbaren Punkt außerhalb des Bildes. Im Hintergrund die Silhouette Hamburgs.
Gigantische, dunkle Wellenberge vor der portugiesischen Kleinstadt Nazaré. Am oberen Bildrand sieht man einen winzigen dunklen Punkt: den Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner.

Das Ziel fest im Blick.

Es ist diese Einstellung, die Sebastian Steudtner so weit gebracht hat. Mit 16 verlässt er seine Heimatstadt Nürnberg, um in Hawaii das Surfen zu lernen. Mit 19 entscheidet er sich, nur noch die größten Wellen zu reiten. 2010 gewinnt er zum ersten Mal bei den Big Wave Awards in der Kategorie „Biggest Wave“, 2015 gelingt ihm das erneut. Steudtner ist bislang der einzige deutsche Surfer, der den Award gewonnen hat. Jetzt hat er seinen Blick auf das nächste, größere Ziel gerichtet: den Weltrekord. Dieser wird seit 2013 von seinem amerikanischen Kollegen Garrett McNamara gehalten, eine Höhe von 24 Metern hatte die Welle damals.

Das Ziel fest im Blick.

Es ist diese Einstellung, die Sebastian Steudtner so weit gebracht hat. Mit 16 verlässt er seine Heimatstadt Nürnberg, um in Hawaii das Surfen zu lernen. Mit 19 entscheidet er sich, nur noch die größten Wellen zu reiten. 2010 gewinnt er zum ersten Mal bei den Big Wave Awards in der Kategorie „Biggest Wave“, 2015 gelingt ihm das erneut. Steudtner ist bislang der einzige deutsche Surfer, der den Award gewonnen hat. Jetzt hat er seinen Blick auf das nächste, größere Ziel gerichtet: den Weltrekord. Dieser wird seit 2013 von seinem amerikanischen Kollegen Garrett McNamara gehalten, eine Höhe von 24 Metern hatte die Welle damals.

Gigantische, dunkle Wellenberge vor der portugiesischen Kleinstadt Nazaré. Am oberen Bildrand sieht man einen winzigen dunklen Punkt: den Big-Wave-Surfer Sebastian Steudtner.

Rigorose Vorbereitung.

Um immer auf die ultimative Welle vorbereitet zu sein, folgt Steudtner einem rigorosen Trainingsplan: Höhentraining, um Kraft und Ausdauer zu verbessern; Apnoetauchen, um im Ernstfall unter Wasser möglichst lange die Luft anhalten zu können. Steudtner pumpt, rennt, stemmt und kämpft rund um die Uhr – um in dem Moment, in dem er sich ins Wasser stürzt, perfekt vorbereitet zu sein. „Beim Training gehe ich immer davon aus, dass die große Welle kommt. Die größte. Ich muss das Risiko eingehen. Nur so bin ich richtig vorbereitet, wenn sie dann tatsächlich anrollt.“

Sebastian Steudtner joggt durch Hamburg.
Mercedes-Benz Sebastian Steudtner Sog der Wellen.

Die Launen der Wellen.

Zur Vorbereitung gehört auch, die Wellen anhand von topografischen Karten akribisch zu studieren. „Es wäre verrückt, das nicht zu tun.“ Jeder Ort, ob in Südafrika, Tahiti, Portugal oder Irland, stelle ganz andere Ansprüche an die Surfer. Und da hört es nicht auf: „Jede Welle hat ihren eigenen Charakter. Was sie ausmacht, weißt du erst, wenn du auf ihr stehst.“

Die Launen der Wellen.

Zur Vorbereitung gehört auch, die Wellen anhand von topografischen Karten akribisch zu studieren. „Es wäre verrückt, das nicht zu tun.“ Jeder Ort, ob in Südafrika, Tahiti, Portugal oder Irland, stelle ganz andere Ansprüche an die Surfer. Und da hört es nicht auf: „Jede Welle hat ihren eigenen Charakter. Was sie ausmacht, weißt du erst, wenn du auf ihr stehst.“

Mercedes-Benz Sebastian Steudtner Sog der Wellen.

Rund um den Globus.

Die Vorbereitungen auf die Weltrekordwelle führen Steudtner dabei um die ganze Welt. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Wellen. Wellen, die noch keiner vor mir gesurft hat. Ich weiß, dass es noch so viele unerforschte Spots in Australien, Afrika und in Südamerika gibt. Und irgendwo schlägt die größte Welle, der Weltrekord, auf eine Küste. Vielleicht ist es Nazaré, vielleicht irgendwo anders. Ich möchte sie entdecken und dabei sein.“

Mercedes-Benz Sebastian Steudtner Sog der Wellen.
Sebastian Steudtner blickt auf sein Spiegelbild in einem beschlagenen Spiegel.

Zum Teil der Welle werden.

Es gehe ihm jedoch nicht darum, die Welle zu bezwingen, betont Steudtner. „Es wäre anmaßend, das zu behaupten. Eine Welle unterwirft sich nicht. Sie reist Tausende von Seemeilen – vom Zeitpunkt ihrer Entstehung bis hin zu dem Moment, an dem sie bricht. Sie ist viel größer, viel schwerer als ich. Ich kann sie nicht bezwingen. Aber ich kann ein Teil von ihr werden, zumindest für einen kurzen Moment, auf ihren allerletzten Metern.“ Vielleicht ist die große Welle bereits unterwegs? Sebastian Steudtner ist bereit.

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