Gemeinsam mit Nick Knights renommierter Fashion-Website SHOWstudio präsentiert Mercedes-Benz die Highlights und Gewinner des diesjährigen Festival Hyères.

Hyères Festival 2013.

Gemeinsam mit der Fashion-Website SHOWstudio präsentiert Mercedes-Benz die Highlights und Gewinner des diesjährigen Festivals.
Text: Alex Bohn
  • Hyères Festival 2013.

  • Einmal im Jahr wird die charmant verschlafene Hafenstadt Hyères im Süden Frankreichs aus ihrer pittoresken Ruhe gerissen.

    Einmal im Jahr wird die charmant verschlafene Hafenstadt Hyères im Süden Frankreichs aus ihrer pittoresken Ruhe gerissen. Dann begegnen sich in der kubistischen Villa Noailles aufstrebende Jungtalente aus den Bereichen Mode und Fotografie sowie einflussreiche Förderer aus Industrie und Medien. Gerade jährte sich das Hyères International Festival of Fashion and Photography zum 28. Mal und die Künstler Salvador Dali, Man Ray und Jean Cocteau, die vor knapp hundert Jahren bei ihren Freunden – den Mäzenen Charles und Marie-Laure de Noailles – in der Villa ein und aus gingen, hätten an den neusten Talenten ihre helle Freude gehabt.

    Mit seiner Kollektion Celebration präsentiert der Berliner Designer Henning Jurke festlich schillernde Abendmode im Stil der 20er Jahre.

    Feiern wie in den 20ern.

    Mit seiner Kollektion Celebration präsentiert der Berliner Designer Henning Jurke festlich schillernde Abendmode im Stil der 20er Jahre – paillettenverzierte Anzüge und Steppjacken aus einem Material, das wie Bonbonfolie glitzert und knistert. Die Abfolge der Looks ist clever orchestriert: Henning Jurke inszeniert unterschiedliche Stimmungen – von der großen Vorfreude, über den Höhepunkt der Party, bis zur Ernüchterung am Morgen danach.

    Allein unter Brüdern.

    Eine fast surrealistisch anmutende Fantasie über die Verwandlung eines Mädchens zum Jungen zeigt die Schweizerin Camille Kunz. Sie wuchs als einziges Mädchen unter Brüdern auf: „Für eine Weile wollte ich auch lieber ein Mann sein“, erzählt die zierliche Frau mit dem kurzen, blonden Pixie-Haarschnitt, „mit meiner Kollektion erkunde ich spielerisch die Kleidung meiner Brüder.“ Dabei zitieren die Schnitte eine typisch männliche Silhouette – mit ausladenden Schultern und schmaler Taille – und schöpfen aus dem Fundus typischer Jungenbekleidung: Kapuzenjacken, Blousons, knielange Shorts und Sportschuhe. Die Materialien hingegen sind komplex und in ihrer Anmutung fantastisch – glänzendes braunes Latex trifft auf digitalbedruckte Stoffe in Polyesteroptik; mintgrünes Lackleder steht neben filigranen Prints.

    Eine fast surrealistisch anmutende Fantasie über die Verwandlung eines Mädchens zum Jungen zeigt die Schweizerin Camille Kunz.

    Persönliche und ausdrucksstarke Mode.

    „Wir haben nach einem sehr persönlichen Statement gesucht“, sagt Felipe Oliveira Baptista – in diesem Jahr Vorsitzender der Mode-Jury in Hyères und außerdem Creative Director im Haus Lacoste sowie als Designer unter eigenem Namen fester Bestandteil der Pariser Modewoche. In der Vergangenheit hat er den prestigeträchtigen Grand Prix du Jury Première Vision bereits selbst einmal gewonnen – jetzt sichtet er die Arbeiten von hunderten Bewerbern und wählt mit der hochkarätig besetzten Jury hervorragende Kollektionen wie die von Yvonne Poei-Yie Kwok (Gewinnerin des Prix du Public du Palais de Tokyo) aus, die mit ihren Kleidern den Stil von Zirkusartisten zitiert. Persönlich und intim ist die Inspiration der Chinesin Shanshan Ruan, die mit dem Prix du Public de la Ville d’Hyères ausgezeichnet wurde.

    Felipe Oliveira Baptista ist in diesem Jahr Vorsitzender der Mode-Jury in Hyères.

    Im Zentrum ihrer duftigen und leichten Frauenkollektion steht das Bild einer Frau in Bewegung, wie Shanshan Ruan es vor ihrem inneren Auge sieht.

    Finnische Kultur trifft auf Haute Couture.

    Besonders eindrucksvoll aber ist die Kollektion der finnischen Designerin Satu Maraanen, der in diesem Jahr der Grand Prix du Jury Première Vision verliehen wurde. In ihrer Kollektion verbindet die Absolventin der Aalto University in Helsinki die Grandezza alter Haute Couture – ausladende Hüte, überdimensionale Schleifen, skulpturale Outfits – mit der Idee eines einfachen Waldspaziergangs, für den man „sich äußerst praktisch kleiden muss“, wie sie selbst sagt. In dieses Spannungsfeld bringt sie darüber hinaus die textile Tradition Finnlands ein – ihre aufwendigen Drucke erinnern an Aquarellmalerei und grobe Pinselstriche und auch die klaren Farben verweisen auf eine finnische Pionierin der Mode und des Textildrucks: Armi Ratia, die 1951 das Modeunternehmen Marimekko gründete, welches bis heute mit seinen unkomplizierten, grafischen Prints erfolgreich ist.

    Besonders eindrucksvoll aber ist die Kollektion der finnischen Designerin Satu Maraanen, der in diesem Jahr der Grand Prix du Jury Première Vision verliehen wurde.

    Verwandte Themen.