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  • Frau bedient Smartphone.
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    Sind Sie ein Smombie? 7 Tipps für den Umgang mit dem Smartphone.

    Verbunden mit der ganzen Welt, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Doch bleibt dabei nicht der zwischenmenschliche Kontakt auf der Strecke?

    Text: Rebecca Randak

Die Entstehung der Smombies.

Für Menschen, die vom Blick auf ihr Smartphone so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen, gibt es eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung: Smombies. Diese Wortschöpfung aus Smartphone und Zombie wurde 2015 vom Langenscheidt-Verlag zum „Jugendwort des Jahres“ gekürt. Ein Phänomen, das bei Weitem nicht nur Jugendliche betrifft.


Frau bedient Smartphone.
Tischgruppe spielt mit Smartphones.

Der ständig erreichbare „Homo digitalis“.

Der Informatiker Alexander Markowetz spricht in seinem Buch „Digitaler Burnout“ sogar von der Entstehung einer neuen Gattung Mensch, dessen Leben sich vorwiegend in der digitalen Welt abspielt. Mit dem Smartphone erledigt der „Homo digitalis“ seine Einkäufe, schließt neue Bekanntschaften und schreibt Nachrichten. Studien haben ergeben, dass selbst der durchschnittliche Smartphone-User täglich etwa 180 Mal das Telefon checkt.


Wie im Rausch.

Der Griff zum Smartphone birgt ein gewisses Suchtpotenzial. Wie bei einem Glücksspielautomaten hoffen wir auf Belohnungen, die uns für kurze Zeit ablenken oder glücklich machen. Trifft eine neue E-Mail ein oder bekommen wir ein Like für ein Instagram-Bild, belohnt uns unser Hirn mit dem Glückshormon Dopamin. Ein Gefühl, das wir so oft wie möglich erfahren wollen. Doch ähnlich wie beim Spielautomaten ist das Glück von kurzer Dauer. Der Smartphone-Rausch hält nicht lange an und geht auf Kosten zwischenmenschlicher Verbindungen. Grund genug, das Teil öfter mal auszuschalten.


Smartphones auf Tisch.
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So gehen Sie schlau mit Ihrem Smartphone um:

1. Push-Benachrichtigungen ausschalten.

Häufiges Aufleuchten des Telefon-Displays lenkt vom eigentlichen Geschehen ab. Zudem suggeriert es Ihnen, dass Sie sofort reagieren müssen. Dies kann Sie in akuten Stress versetzen. Mit dem Ausschalten der Benachrichtigungen nehmen Sie sich selbst den Druck, ständig zum Telefon greifen zu müssen.

2. Das Telefon zum Telefonieren nutzen.

Unter den zahlreichen Funktionen eines Smartphones kommt die wichtigste manchmal zu kurz: das Telefonieren. Statt mehrere E-Mails oder Nachrichten zu tippen, rufen Sie doch einfach kurz an. Das spart Zeit und schafft mehr Nähe.

3. Handy-freie Zeiten und Zonen.

Definieren Sie Orte, an denen das Telefon tabu ist. Ein guter Startpunkt für eine digitale Auszeit ist zum Beispiel ein gemeinsames Essen mit Familie oder Freunden. Natürlich mit einem sogenannten Handy-Turm in der Mitte des Tisches. Ein zweiter Schritt wäre, Ihr Schlafzimmer zur Telefon-freien Zone zu erklären und Ihren alten Wecker zu „reaktivieren“.

Finden Sie Gefallen an diesen Pausen? Dann gehen Sie doch jede Woche in den „Technology Sabbath“, angelehnt an die jüdische Ruhezeit von Freitag- bis Samstagabend, und schalten das Handy einen Tag lang aus.


4. Zelebrieren Sie Achtsamkeitsmomente.

Es gibt viele Situationen, in denen man automatisch zum Telefon greift: beim Warten auf den Bus oder an der Supermarktkasse. Lassen Sie in diesen Momenten das Telefon ganz bewusst in der Tasche und nehmen Sie sich einen Moment für sich. Wie fühlen Sie sich gerade? Atmen Sie tief ein und aus und genießen den kurzen Augenblick mit sich selbst.

5. Eine neue Kommunikationsetikette.

Früher galt es als unhöflich, jemanden während der Mittagszeit und nach 20 Uhr anzurufen. Ganz so streng müssen Sie Ihre Kontaktpflege selbstverständlich nicht halten. Vielleicht kann die eine oder andere Kontaktaufnahme dennoch bis zum nächsten Morgen warten.

6. Die Nutzung von Apps.

Falls Sie nicht widerstehen können, gibt es App-Hilfe: Auch die Macher von Offtime sehnten sich nach einer Auszeit im Alltag. Die Anwendung blockiert und filtert Anrufe sowie bestimmte Apps auf Ihrem Telefon, sodass Sie bei der Arbeit leichter der Ablenkung widerstehen und nach Feierabend die geschäftliche E-Mail erst gar nicht öffnen. Unterstützend wirkt auch die App Workflow Timer, mit der Sie feste Zeiten für konzentriertes Arbeiten und die Pausen dazwischen definieren können. Sie werden erstaunt sein, wie viel Arbeit Sie in 30 ungestörten Minuten erledigen können.


Frau checkt Smartphone.

So gehen Sie schlau mit Ihrem Smartphone um II:

7. Ab in den Entzug

Wenn keine App mehr hilft, gibt es eine etwas radikalere Lösung: den kalten digitalen Entzug. Vom Schweigekloster bis zum digitalen Detox-Camp gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich eine sehr bewusste Auszeit vom digitalen Leben zu nehmen und zurück zum analogen zu finden. Ganz gleich, ob Sie sich kleine oder größere Veränderungen wünschen: Der bewusste Umgang mit Ihrem Smartphone verhilft Ihnen zu mehr Zeit, Ruhe und Gelassenheit. Denn Sie müssen nicht immer erreichbar sein. Niemand wird es Ihnen verübeln.