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  • Mann macht Handstand auf Treppe.
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    Herz über Kopf: So wirkt der Handstand auf Körper und Geist.

    Kindern fällt es leicht, doch Erwachsene verlassen ungern den sicheren Boden unter den Füßen. Gerade deshalb ist es eine gute Idee, regelmäßig Handstand und Co. zu üben.

    Text: Rebecca Randak

Keine Ausreden.

Es gibt diesen Moment in Yogaklassen, in dem ein Raunen durch die Reihen geht und die Hälfte der Schüler*innen irgendwo zwischen ängstlich, aufgeregt und Hilfe suchend im Raum umherblickt. Die nächste Haltung steht an: der Handstand. Oder eine andere Asana – so nennt man die Körper-Übungen im Yoga –, bei der man die Beine in die Luft streckt, um eine Weile umgekehrt zu balancieren. Vielen Menschen erstarren schon beim bloßen Gedanken daran, die sichere Erdung aufzugeben. „Ich habe keine Kraft in den Armen!“ oder „Ich kann das nicht!“ sind die üblichen Argumente, warum der Handstand an diesem Tag ausfallen muss.


Mann macht Handstand vor Wohnungen.
Mann macht auf Treppe Handstand.

Der Kopf, nicht der Körper, ist die Hürde.

Natürlich gibt es physische Gründe, die es unmöglich machen, Handstand zu üben. Ein kaputtes Handgelenk oder eine akute Schulterverletzung zum Beispiel. Körperliche Einschränkungen sind jedoch in den seltensten Fällen das Problem: Es ist der Kopf, der uns einen Strich durch die Rechnung macht.


Vertrauen in die eigene Stärke.

Dass das Gehirn der Körperteil ist, der am schwierigsten zu trainieren ist, erklärte einst der große Yogameister B. K. S. Iyengar. Damit hat er besonders in Bezug auf den Handstand an der Wand recht: Auf körperlicher Ebene ist er eine relativ einfache Asana, die von einem gesunden Menschen leicht zu meistern ist: Es sind keine Verrenkungen oder starke Dehnungen nötig – man dreht den Körper einfach einmal um. Darauf zu vertrauen, dass die eigenen Hände und nicht die Füße das eigene Gewicht tragen werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.


Mann macht Handstand vor orangefarbener Säule.
  • Mann macht Handstand vor farbenfroher Wand.
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Warum es sich lohnt, Handstand zu üben.

Obwohl Yogis und Yoginis oft Angst vor Umkehrhaltungen, vor allem dem Handstand, haben, platzen sie fast vor Stolz, wenn sie zum ersten Mal auf Kopf oder Händen stehen. Klar, die Erfahrung, etwas vermeintlich Unmögliches zu schaffen, gibt Selbstvertrauen und hilft, die Perspektive auch im übertragenen Sinne zu wechseln: Die eigenen Grenzen weiten, der Geist öffnet sich und es wird auch im Alltag leichter, Unbekanntem mit Gelassenheit zu begegnen.


Gerade für Kopfmenschen sind Umkehrhaltungen ein Segen: Man stellt im wahrsten Sinne des Wortes das Herz über den Kopf – ein guter Kniff, um die ewig ratternden Gedanken in den Griff zu bekommen. Und heißt es nicht ohnehin, dass man die besten Entscheidungen im Herzen trifft?


Mann macht Handstand auf einer Haltestange vor einer Wand.

Übung für Körper und Geist.

Auch wenn der Handstand vor allem mental wirkt, sind auch seine körperlichen Vorzüge nicht zu unterschätzen: Der Handstand stärkt Schultern, Arme und Handgelenke und dehnt den Brustkorb. Darüber hinaus ist er ein natürlicher Wachmacher: Besonders morgens wirkt er wie ein starker Espresso. Vielleicht ist es viele Jahrzehnte her, dass Sie zuletzt einen Handstand versucht haben. Doch das ist kein Grund, es nie wieder auszuprobieren. Die Freude, seinen Körper auf Händen zu balancieren, ist keineswegs Kindern vorbehalten. Wenn Sie sich alleine zu Hause nicht trauen, melden Sie sich für einen Yoga-Kurs an, in dem dynamisches Vinyasa-Yoga unterrichtet wird. Dort können Sie sich Schritt für Schritt und mit Unterstützung der Lehrer*innen an das Projekt „Herz über Kopf“ herantasten.