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  • Bunte Blätter werden platziert.
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    Glücksformel: Wie ein zufriedenes Leben gelingt.

    Was macht wirklich glücklich? Die Meinungen gehen bei dieser Frage auseinander. Zu Unrecht, denn die Wissenschaft hat eine sehr eindeutige Antwort gefunden.

    Text: Rebecca Randak

Was macht glücklich?

Die Frage danach, was uns Menschen glücklich macht, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst: Ein paar Euro mehr auf dem Gehaltsscheck, fünf Kilo weniger auf der Waage oder jemand, in den man sich Hals über Kopf verliebt – jeder hat da so seine Vorlieben.


Bunte Blätter auf rosa Grund.
Strichmännchen aus Holz und Blättern.

Zum Glück braucht es nicht viel.

Nun liefern Wissenschaftler der Harvard Medical School die Antwort. Seit über vierzig Jahren befragen Professor George E. Vaillant, der derzeitige Leiter der sogenannten Grant-Studie, und seine Kolleg*innen 268 männliche Harvard-Absolventen aus den Jahren 1939 bis 1944 – unter ihnen war auch John F. Kennedy – im Hinblick auf ihr individuelles Lebensglück. Parallel dazu wurden in der Schwester-Studie, der Glueck-Study, Schuljungen aus der Bostoner Innenstadt untersucht. Die erhobenen Daten lassen keinen Zweifel aufkommen: Nicht die Höhe des Einkommens, nicht die Anzahl der Freunde und auch nicht der Bildungs- oder Familienstand sind ausschlaggebend für die individuelle Zufriedenheit. Allein die Qualität unserer engen Beziehungen bestimmt, wie glücklich wir sind.


  • Strichmännchen aus Holz mit rotem Kopf aus Blatt.
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Auf die Liebe kommt es an!

Allen Singles, die nun einen Schreck bekommen haben, gibt Vaillant Entwarnung: „Das mit Abstand Wichtigste ist die Bindung. Dabei geht es nicht unbedingt um die Bindung zum Lebenspartner, sondern eher um die grundsätzliche Beziehung zu anderen Menschen.“ (George E. Vaillant im Interview auf Spiegel Online). Aus der Studie geht auch hervor, dass der Einfluss früherer Lebensumstände auf unser Glücksempfinden mit zunehmendem Alter sinkt.


So verdienten Männer mit einer guten Mutter-Beziehung im Schnitt 87.000 Dollar mehr im Jahr als jene, die sie als schlecht bezeichneten. Und Männer, die in der Kindheit ein gutes Verhältnis zu ihren Vätern hatten, waren im Erwachsenenalter nachweislich weniger von Angststörungen betroffen. Eigentlich keine große Überraschung, denn die aufgezählten Ereignisse bedeuten gewöhnlich eine massive Veränderung innerhalb des Familiengefüges, das gewöhnlich auf enger Bindung aufbaut.


Strichmännchen aus Holz mit Blatt als Kopf.

Der Umgang entscheidet.

Falle ich nach einem tragischen Ereignis in ein tiefes Loch, aus dem ich nicht mehr herauskomme? Oder suche ich Unterstützung bei einer Therapeut*in, Trauerbegleitung oder im Freundeskreis? Lande ich in der Depression, betäube den Schmerz mit Alkohol oder treibe ich zum Ausgleich Sport und erlaube es mir, zu weinen, bis es weniger wehtut? Vor einer Krise ist niemand gefeit. Manche Menschen schafften es jedoch, sie gut zu bewältigen, während andere in ihr stecken blieben.

Wie lassen sich diese Erkenntnisse nun auf den Alltag übertragen?


Glücklich ist, wer von Herzen liebt.

Ganz gleich, was Studien sagen, irgendwie haben wir es alle schon geahnt: Es sind nicht das gute Essen oder der schöne Urlaub, die uns glücklich machen. Es sind die guten Beziehungen zu Menschen, die wir mögen und die uns wohlgesinnt sind. Deshalb: Investieren Sie mehr Zeit in gute Beziehungen statt in Ihre Karriere. Ihr Lebensglück liegt wahrscheinlich schon in Ihrem Bett – und nicht in Ihrem E-Mail-Fach.


Grünes Kleeblatt auf rosa Grund.