Während der Produktion ihres Debüt-Albums hat Alexa Feser viel Zeit an der Alster verbracht.

Alexa Feser: junge Weisheit.

Warmherzig, direkt und natürlich – Alexa Fesers Persönlichkeit spiegelt sich in ihrem Debüt-Album perfekt wider. Wir trafen die Musikerin vor ihrem Releasekonzert im Mercedes me Store Hamburg zum Interview.

Fotos: Lukasz Wolejko-Wolejszo
Text: Daniela Guday
  • Alexa Feser: junge Weisheit.

  • „Gold von morgen“.

    Wenn Musik berührt, eine Stimme den Raum erfüllt, dann ist das manchmal sogar sichtbar. Zum Soundcheck setzt sich Alexa an den Flügel. Die Bühnenbauer, Kellner und Caterer, die zuvor noch geschäftig unterwegs waren, bleiben stehen, und alle scheinen kollektiv in der Musik zu versinken.

    Alexa Feser ist ein Newcomer, der keiner mehr ist: Ihr Debüt Album „Gold von morgen“ veröffentlicht sie jetzt mit bereits erwachsenen 35 Jahren. Das Gute daran: Diese junge Weisheit kann man hören.

    Alexa Feser schafft es, mit ihrer warmen Stimme die Zuhörer zu verzaubern.

    Hafennächte.

    Alexa, schön dich zu treffen! Du bist in der Vorbereitung zu einem sehr intimen Konzert hier im Mercedes me Store Hamburg. Wie gefällt dir die Location und was verbindet dich mit Hamburg? 

    Die Location liegt direkt an der Alster, schöner kann eine Aussicht kaum sein. Aber auch der Store an sich ist sehr gemütlich. Außergewöhnlich für ein Konzert ist die Raumaufteilung, was ich aber gerade reizvoll finde.

    Zu Hamburg hat die deutsche Singer-Songwriterin eine ganz spezielle Bindung.

    Mit Hamburg verbindet mich meine Studiozeit im Boogie-Park, hier habe ich das Album aufgenommen. Der Produktionsprozess war nicht immer leicht. Ich habe mich mit meinem Innersten auseinandergesetzt. Da war das nächtliche, ziellose Herumlaufen am Hafen sehr hilfreich. Ich konnte mich neu sortieren.

    Elf Wahrheiten.

    Das Songwriting für dein Album hast du zusammen mit Steve van Velvet gemacht. Er sagt, dass ihr dabei einen besonders ungezwungenen und natürlichen Prozess hattet. Stellenweise habt ihr euch getroffen, um an den Songs zu schreiben und… 

    … wart dann im Kino (lacht). Steve und ich kennen uns schon seit acht Jahren und wir verstehen uns wirklich gut. Songwriting ist ja ein Prozess, den man nicht erzwingen kann. Deswegen haben wir uns Zeit gelassen; ich glaube, insgesamt haben wir fast drei Jahre an den Texten geschrieben. Alle Texte sind autobiografisch und sehr persönlich, da braucht man manchmal länger. Da ist kein Song dabei, den man als Lückenfüller bezeichnen könnte. Das sind eigentlich elf Wahrheiten. Oder auch Elflinge (lacht).

    Die Texte von Alexa Feser sind alle sehr autobiografisch und persönlich – für ihr erstes Album hat sie sich ganz besonders viel Zeit gelassen.
    Mit ihrem Debüt-Album „Gold von morgen“ landet Alexa Feser direkt in den Top 20 der iTunes Charts.

    Alles auf Musik.

    Vor ein paar Jahren wolltest du mit der Musik aufhören. Jetzt bist du mit deinem Debütalbum direkt in die Top 20 der iTunes Charts eingestiegen. Was denkst du heute über deine „Beinahe-Kapitulation“?

    Gut, dass ich es nicht getan habe! Vielleicht war das auch irgendwie ein Test. Für mich gab es aber nie einen Plan B, es gab nur die Musik.

    Trotzdem, irgendwann wird man 30 und wünscht sich mehr Lebensqualität: mal in den Urlaub fahren, mit Freunden essen gehen – für mich war das nicht immer drin. Aber jetzt bin ich doppelt froh, dass ich meinen Weg gegangen bin.

    Sting und die kleine rote Ukulele.

    Wenn du dir aussuchen dürftest, mit welchen drei Musikern du mal auf der Bühne stehen dürftest – wer wäre das? 

    Zuallererst Prince, das ist sicher. Vielleicht aber auch eine Band? Rammstein? Das wäre ein starker Kontrast! Dann auch Sting. Den habe ich auch schon mal getroffen.

    Wart ihr zusammen auf der Bühne? 

    (lacht) Nein, nein. Ich habe damals nebenher als Stewardess in Privatjets gearbeitet und habe die Europa-Tour von Sting begleitet. Seine Musiker waren immer sehr locker und haben mich öfter auf die Konzerte eingeladen. Sting selbst war sehr zurückhaltend.

    Die Tour von Sting ist Alexa besonders in Erinnerung geblieben.

    Bei einem Konzert war ich dann aber im Backstage Bereich und Sting stand nur wenige Meter von mir entfernt. Er war kurz davor auf die Bühne zu gehen, stimmte noch seinen Bass und fragt mich: „Hey Alexa, where is your Ukulele?“ Das war Wahnsinn! Sting! Er kannte meinen Namen! Und meine Ukulele! Ich hatte für mich privat immer meine kleine rote Ukulele dabei, mein ständiger musikalischer Begleiter.

    Als echte Musikliebhaberin geniesst es Alexa, sich abends durch ihre Plattensammlung zu hören.

    Liebe zur analogen Musik.

    Sammelst du selbst Musik? Wenn ja, eher analog oder digital?

    Ich bin mehr der Analog-Liebhaber, was auch an meiner Vergangenheit liegt: Ich habe einige Jahre als DJane gearbeitet und natürlich alle meine Platten noch zuhause stehen. Viel Zeug aus den 80ies, Tears for Fears, Depeche Mode.

    Ich bin hierbei ein echter Genießer. Ich schmeiße eine Platte an, lege mich auf mein Sofa und höre sie komplett durch – das ist meine Form, Musik zu erleben.

    Danke, Alexa! Viel Spaß auf der Bühne!

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