Jean-Marcs und sein Mercedes-Benz 560 SL. © Nick Vordermann

New Nordic Cuisine und New Yorker Coolness.

Als Teil unserer Zusammenarbeit mit Freunde von Freunden treffen wir dieses Mal einen der bekanntesten Restaurantbetreiber New Yorks – Jean-Marc Houmard.
  • New Nordic Cuisine und New Yorker Coolness.

  • Jean-Marcs ACME ist eines der angesagtesten Restaurants in NYC. © Nick Vordermann

    Aus dem Büro in die Brasserie.

    Versucht man spontan in den angesagten Restaurants New Yorks noch einen Tisch für Freitagabend zu bekommen, kann man leicht enttäuscht werden. Schließlich gehört das Dinner zum festen Bestandteil des New Yorker Nachtlebens und da die eigene Wohnung meistens nicht genügend Raum bietet, um Freunde einzuladen, trifft man sich halt auswärts. ACME in NoHo ist einer dieser aktuell gehypten Läden. Anfang 2012 von Jean-Marc Houmard und seinen Partnern (Jon Neidich und Huy Chi Le, mit dem Houmard bereits das Indochine betreibt) eröffnet, gehört es zu den Top-Adressen der New Yorker Kreativszene und so sitze ich bei meinem ersten Besuch dann gleich auch am Nachbartisch von Street-Style-Liebling und Schmuckdesigner Waris Ahluwalia. Neben der lässigen Inneneinrichtung im Stil einer Brasserie und der lockeren Atmosphäre überzeugt das ACME natürlich mit seiner Küche.

    Nordic Cuisine für New Yorks Kreativszene.

    Um sich vom Rest abzuheben, hat Jean-Marc Houmard niemand geringeren als den dänischen Chefkoch Mads Refslund für sein Konzept überzeugen können. Der Mitbegründer des Noma in Kopenhagen, eines der besten Restaurants der Welt, bringt die New Nordic Cuisine nun also dem amerikanischen Publikum näher und so gibt es bei ACME u.a. Makrelen-Tarte mit schwarzem Trüffel und eingelegtem Gemüse, arktischen Saibling mit Meerrettich und Buttermilch und meinen Favoriten, Garnelen-Bison-Carpaccio mit Holunderbeeren und Roggen.

    Jean-Marc prüft die Reservierungen für den Abend. © Nick Vordermann

    Ein paar Tage nach meinem Besuch im Restaurant treffen wir den sympathischen Schweizer Jean-Marc Houmard in seiner Wohnung in Greenwich Village und erfahren, warum er sich als angehender Jurist letztendlich doch lieber für das Restaurantgeschäft in NYC entschieden hat, was er an seinem Mercedes-Benz 560 SL liebt und welches Restaurant er neben seinen eigenen noch empfehlen kann.

    Jean-Marc Houmard gegenüber seiner Wohnung in Greenwich Village. © Nick Vordermann

    „Irgendwann habe ich das Restaurant dann gemanagt.“

    Nach deinem Jurastudium in Genf bist du in den 1980er Jahren nach New York gezogen. Was war damals dein Ziel?

    Ursprünglich ging es eigentlich nur um ein sechsmonatiges Praktikum bei einer Anwaltskanzlei. Da es unbezahlt war, bin ich abends noch kellnern gegangen und so zum Indochine gekommen.

    Ich habe die Kanzlei gehasst. Das New Yorker Nachtleben hingegen hatte es mir angetan. Irgendwann habe ich das Restaurant dann gemanagt und 1992 gemeinsam mit zwei Indochine-Kollegen schließlich übernommen. Im Anschluss wollte ich dann noch einmal sechs Monate bleiben… und irgendwann gar nicht mehr zurück bzw. jemals als Jurist arbeiten.

    Jean-Marc lebt den American Dream.

    Restaurantkarriere per Zufall.

    War New York denn so, wie du es dir ursprünglich vorgestellt hattest?

    Eigentlich überhaupt nicht. Im East Village wurde mir damals sehr schnell klar, wie viele verschiedene Facetten New York zu bieten hat, und dass hier auch eine kreativere, eher alternative und künstlerische Szene existiert. Ich habe mir damals mit zwei anderen Leuten ein sehr heruntergekommenes Apartment geteilt – für 100 Dollar pro Person – so dass ich durch eine einzige Kellnerschicht meine Miete drin hatte, was natürlich super war.

    Hättest du jemals erwartet, dass du im Restaurant-Business landest?

    Nein, das hat sich einfach ergeben. Während meiner Arbeit im Indochine habe ich damals auch gemalt – es war dieser New Yorker Boheme-Traum. Aber irgendwann, nach mehreren Jahren im Indochine, wurde mir klar, dass ich mich entscheiden muss – entweder hänge ich mich richtig rein, oder ich muss mich neu orientieren.

    Jean-Marc Houmard nimmt uns mit zu seinen Lieblinsorten. Erste Station ist das Gasoline Alley Coffee. © Nick Vordermann

    Und dann dachte ich: Warum eigentlich nicht? Und so begann meine Restaurantkarriere.

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