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Russendisko.

Zeitgeschichte auf vier Rädern.
Produktion: 2012 Paramount Pictures
Text: Julia Stelzner
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Musikalische Grüße aus Russland.

Eine Russendisko muss man sich in etwa so vorstellen: eine laute Mischung aus russischen Folklorerhythmen und schnellen Beats, zu der junge Erwachsene ausgelassen tanzen. Gegen den Flüssigkeitsverlust wird Wodka getrunken. Pur. Am DJ-Pult steht Wladimir Kaminer, Autor und Initiator der Russendisko. Seit mehr als 20 Jahren finden diese Musikveranstaltungen mittlerweile im Kaffee Burger im Osten von Berlin statt und sind damit eine Legende im Berliner Nachtleben. Doch nicht nur das, Kaminer widmete seiner Partyreihe einen ganzen Roman, der in diesen Tagen auch als Film in die deutschen Kinos kommt. Und dieser erzählt weit mehr als vom niemals enden wollenden Nachtleben der Hauptstadt.

Vom Roman zum Kinofilm.

In seinem autobiografischen Roman Russendisko von 2010, der sich über 1,5 Millionen Mal verkauft hat, beschreibt Wladimir Kaminer die Vorgeschichte und Anfänge der Russendisko. Der russisch-jüdische Emigrant erzählt darin, wie er im Sommer 1990 mit seinen zwei Freunden Mischa und Andrej nach Berlin auswanderte, ohne zu wissen, was sie dort erwarten würde.

Dass Kaminers Buch jede Menge Potential für eine Verfilmung barg, war nicht zu überlesen. Nach 12 Jahren dann endlich die Umsetzung: Russendisko kommt, inszeniert von Oliver Ziegenbalg, in die deutschen Kinos. In der Hauptrolle: Matthias Schweighöfer (What a man, Rubbeldiekatz und Schiller). An seiner Seite: Friedrich Mücke (Friendship) als Mischa und Christian Friedel (Das weiße Band) als Andrej. Die drei Freunde vereint auch im Film die Vorliebe für Musik, Frauen, Autos und Alkoholika.

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Kaminer sagt selbst: „Wir waren immer gut drauf“ – auch wenn sie wenig hatten. Ihr stolzestes Besitztum im Film ist ein Mercedes /8, der eine nicht zu verachtende Nebenrolle spielt. Ihn kaufen sie von ihrem Begrüßungsgeld.

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Wohnung auf vier Rädern.

Doch der Oldtimer ist mehr als nur Transportmittel für Dosenbier und Ausflüge zum See. Da Wladimir, Mischa und Andrej nach ihrer Einreise erstmal sparen müssen, dient die Limousine als Fluchtwagen, Schlaf- und Wohnzimmer zugleich. Regisseur Oliver Ziegenbalg verbindet mit dem Strich 8 persönliche Jugenderinnerungen: „Wir sind immer mit diesem Strich Achter in der Gegend rumgefahren.“

Im Gepäck: ein Gefühl von Sicherheit und Zuversicht. Denn die kastige Limousine wirkt wie eine Trutzburg und bewegt sich dabei unglaublich imposant. Ziegenbalg bestätigt das: „Man cruist durch eine Stadt und alles ist irgendwie easy und lässig und toll.“

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Oldtimer in Kultverfilmung.

Auch der Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer ist längst Fan: „Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit diesem unverwüstlichen Kultauto bei den Dreharbeiten durch Berlin zu fahren. Es ist einfach ein cooler Wagen.“ Denn der /8 hat selbst eine beeindruckende Geschichte vorzuweisen, gehörte er doch in den Siebzigern zu den meistverkauften Autos auf dem deutschen Markt. Heute ist das Oldtimer-Modell ein gelebtes Stück der deutschen Vergangenheit und passt damit perfekt in einen Film wie Russendisko.

Alle Infos zum Film Russendisko, inklusive Trailer und Vorwort vom Autor gibt es unter: www.russendisko-derfilm.de

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