Schöne Aussichten: DMY 2012.

Designer beschäftigen sich nicht nur

mit ansprechender Optik: Ein gutes

Produkt vereint durchdachte Konzepte

mit angenehmer Nutzung.

Auf dem DMY-Festival 2012 lag das

Augenmerk deshalb vor allem auf

zukunftsweisenden Prototypen.

Text: Sissy Dille
Fotos: Arian Rassoul
  • Schöne Aussichten: DMY 2012.

  • Gelungene Kombination.

    Der stillgelegte Flughafen Tempelhof in Berlin zählt zu den schönsten Festival-Locations der deutschen Hauptstadt und bot damit die perfekte Kulisse für das DMY International Design Festival Berlin, das vom 6. bis 10. Juni sein 10-jähriges Jubiläum feierte. Auf insgesamt 20.000 Quadratmetern stellten 700 internationale Designer und Hochschulen neue Produkte, Prototypen und innovative Konzepte vor.

    Was ursprünglich als kleines dezentrales Festival für junge Designer aus Berlin begann, ist mittlerweile zum weltweit anerkannten Design-Festival avanciert. Hier erhalten nicht nur herausragende Absolventen der großen internationalen Designhochschulen eine erste Bühne für ihre Entwürfe, sondern auch etablierte Designer, die ihre vielfältigen innovativen Konzepte und aktuellen Forschungsprojekte präsentieren.

    Lamia Michna und Robert König von TAPE OVER.
    Lamia Michna und Robert König von TAPE OVER.

    Die Vision, einen internationalen Ort für zukunftsträchtiges Design zu schaffen, überzeugte auch Mercedes-Benz. Erstmals auf dem Festival vertreten, wurde hier das neue Concept Style Coupé präsentiert, welches das Tapeart-Künstlerduo TAPE OVER mit geometrischen Formen in Szene setzte.

    Einer der inhaltlichen Schwerpunkte lag auf dem Kulturjahr China in Deutschland. Mit 189 Arbeiten von 22 Designern aus den Bereichen Möbel-, Mode-, Grafik- und Multimediadesign präsentierte China New Design Revisit and Reflect die bisher umfangreichste Ausstellung chinesischen Designs. Ein dazugehöriges Meer aus 109 Objekten des täglichen Lebens – in durchsichtigen Folien verschweißt und auf einem Reisbett angerichtet – bot seltene Einblicke in die Ursprünge und zukünftige Entwicklung chinesischen Designs und dokumentierte nebenbei den rasanten Wandel der dortigen Alltagsästhetik, Kultur und Gesellschaft. Des Weiteren konnten die Besucher die prämierten Arbeiten des DMY-Awards bewundern: In Kooperation mit dem Bauhaus-Archiv, Museum für Gestaltung, wurden zehn besonders innovative Beispiele herausragenden Produktdesigns aus insgesamt mehr als 500 Einreichungen aus 30 Nationen honoriert.

    PERK Pioneer aus der Serie des China New Design.
    PERK Pioneer aus der Serie des China New Design.

    Die prämierten Arbeiten zeichnen sich durch originelle Ansätze aus, die sich nicht nur in ausgesprochen innovativen Objekten niederschlagen, sondern auch neue Konstellationen, Perspektiven und interaktive Sozialräume schaffen. Die vollständige Liste der Jury-Highlights kann hier abgerufen werden.

    Innovative Unikate: Niederländisches Design.

    Nicht im Wettbewerb, aber ebenfalls ganz weit vorn in Sachen Innovation und Avantgarde lag mit Connecting Concepts ein Ausstellungskonzept, das ein großzügiges Gewächshaus mit gestalterischem Leben füllte. Vorgestellt wurden hier Unikate niederländischen Designs, welche mit ausgeklügelten Konzepten und kongenialen DIY-Ideen unseren Alltag ein gutes Stück einfacher, interessanter und flexibler gestalten möchten. Mit im Programm: garantiert Sweatshop-freie Glue Jeans mit Klebenähten oder Tische aus simplen Styroporschichten, die durch Kunstharz erstaunliche Eleganz und Stabilität erhalten.

    Ein Blick in die Connecting Concept Ausstellung.
    Ein Blick in die Connecting Concept Ausstellung.
    Möbeldesign von Nagarya aus Tel Aviv.
    Möbeldesign von Nagarya aus Tel Aviv.

    Geballte Vielfältigkeit auf internationalem Niveau.

    Außerdem gab es viele internationale Designüberraschungen: Während der dänische Architekt Sigurd Larsen mit schlichter Raffinesse beweist, dass Beton auch als Schreibtischplatte eine ausgezeichnete und überraschend leichtfüßige Figur machen kann, kreiert Amir Raveh mit seiner Designwerkstatt Nagarya spannungsgeladene Interior-Unikate, die Möbelteile und Werkstattreste in hybridisierte Versatzstücke unterschiedlicher Formen, Farben und Materialien verwandelt. Doch neben diesen geballten Präsentationen, Workshops, Seminaren und Party-Events lockte das DMY-Festival mit der „Langen Nacht der Designstudios“. 50 Berliner Studios in der gesamten Stadt öffneten ihre Türen für das interessierte Publikum. Mehr Informationen zum DMY-Festival unter www.dmy-berlin.com

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