Eine 30 Jahre lange Beschäftigung verbindet.

Stanley Kubrick und sein treuer Fahrer Emilio D’Alessandro.

Eine Reihe voller Klassiker. Ein Gastbeitrag von 032c.
  • Stanley Kubrick und sein treuer Fahrer Emilio D’Alessandro.

  • Emilio D’Alessandro mit Kubricks Wagen.

    Mehr als ein Chauffeur.

    Emilio D’Alessandro: Fahrer, Kurier, Sekretär, Vermögensverwalter und Schnittstelle zum Rest der Welt. Das alles ist der ehemalige italienische Formel-Ford-Fahrer für den Regisseur von „Clockwork Orange“, „Eyes Wide Shut“, „Full Metal Jacket“ und weiteren Klassikern der Filmgeschichte: Stanley Kubrick. Mit 18 verließ Emilio sein kleines Heimatdorf in der Cassino-Region, um der Wehrpflicht zu entkommen. In England arbeitete er zunächst als Mechaniker, entdeckte jedoch bald seinen Hang zum Rennsport und trat sogar gegen spätere Formel-1-Fahrer wie Emerson Fittipaldi, James Hunt und Niki Lauda an. Die Wirtschaftskrise brachte den begnadeten Fahrer zu Kubrick und wurde ab 1971 für 28 Jahre lang, bis zum Tode Kubricks, eingestellt.

    Drei Jahrzehnte Treue.

    Während Dreharbeiten in Deutschland in den späten 50er Jahren hat Kubrick sein erstes, schwarzes Auto von Mercedes-Benz erworben. Das war der Auftakt einer neuen Leidenschaft, denn der Filmemacher blieb die nächsten 30 Jahre den deutschen Premiummodellen treu, viele davon vom Stuttgarter Hersteller. Laut Emilio hielt Kubrick seinen Mercedes für das ideale Auto: kraftvoll, aber ruhig; geräumig, doch kompakt. Die Tatsache, dass Mercedes in den 70er und 80er Jahren einen Ruf als sicherster und zuverlässigster Hersteller hatte, bestätigte das Faible des Regisseurs noch mehr. Auf die schwarze Karosserie folgte ein goldener 450er SEL, der eines Tages mit dem eigenen Haus kollidierte.

    Stanley Kubrick bei der Arbeit.

    Danach setzte er seinen roter 350er SE vor allem bei seinem Horrorklassiker „Shining“ ein. Beim Dreh von „Barry Lyndon“ versuchte der Hauptdarsteller Ryan O’Neal sogar, ihm seinen weißen 280er SEL samt Chauffeur abzuwerben, so dass Kubrick ihm ein eigenes Modell mit Fahrer anbot.

    Konstante.

    „Alle Autoren, die von Kubrick engagiert wurden, haben Ähnliches erlebt. Die Fahrt in seinem Wagen zum entlegenen Landsitz, die tägliche Arbeit mit einem charmanten und interessanten, wenn auch anspruchsvollen Auftraggeber. Und auch, wenn sich die Autos abwechselten so blieb Emilio eine Konstante“, betont Ko-Autorin des Shining-Drehbuchs Diane Johnson. Viele Drehbuchautoren und Schauspieler bestätigen, dass ohne die Fahrt im deutschen Wagen keine Zusammenarbeit denkbar war. Wer mit dem Meister arbeiten wollte, stieg ein. Regisseur Alex Infascelli, der an einer Dokumentation über Emilios Leben arbeitet, kann gar nicht genug hervorheben „welch großen Einfluss Emilio auf Stanley Kubrick, wie wir ihn kannten, hatte. Selbstverständlich hätte es Kubrick auch so gegeben, aber er wäre ein anderer gewesen“.

    Während Dreharbeiten in Deutschland in den späten 50er Jahren hat Kubrick sein erstes, schwarzes Auto von Mercedes-Benz erworben. Das war der Auftakt einer neuen Leidenschaft, denn der Filmemacher blieb die nächsten 30 Jahre den deutschen Premiummodellen treu, viele davon vom Stuttgarter Hersteller. Laut Emilio hielt Kubrick seinen Mercedes für das ideale Auto: kraftvoll, aber ruhig; geräumig, doch kompakt. Die Tatsache, dass Mercedes in den 70er und 80er Jahren einen Ruf als sicherster und zuverlässigster Hersteller hatte, bestätigte das Faible des Regisseurs noch mehr. Auf die schwarze Karosserie folgte ein goldener 450er SEL, der eines Tages mit dem eigenen Haus kollidierte. Danach setzte er seinen roter 350er SE vor allem bei seinem Horrorklassiker „Shining“ ein. Beim Dreh von „Barry Lyndon“ versuchte der Hauptdarsteller Ryan O’Neal sogar, ihm seinen weißen 280er SEL samt Chauffeur abzuwerben, so dass Kubrick ihm ein eigenes Modell mit Fahrer anbot.

    Das ist kein U-Boot.

    Emilio gewann Kubricks Herz endgültig, als dieser sich als der einzige Führerscheinbesitzer entpuppte, der den gelben Unimog steuern konnte, einen Mercedes-Benz-Allrad-Laster. Seit 1951 wird der Mercedes-Benz Unimog produziert, dessen Name ein Akronym des Wortes UNIversal-MOtor-Gerät ist. Den Laster hatte der Regisseur zum Dreh von „Barry Lyndon“ einem Bauern abgekauft. Beim ersten Anlassen erinnerte der Sound des 16-Gang-Ungeheuers „an ein Maschinengewehr“, während das Äußere „einem gelben U-Boot ähnelte“.

    Der Unimog von Mercedes-Benz verlangt ganz besondere Fahrerqualitäten ab.

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