Wir trafen die Designer Saturo und Kiyoshi Inoue in Paris.

The Inoue Brothers.

Die beiden Modedesigner und Brüder Satoru und Kiyoshi Inoue haben es sich zur Aufgabe gemacht, hochwertige Produkte mit Social Entrepreneurship zu vereinen. Wir trafen die beiden Autodidakten in Paris, um über ihre aktuelle Produktion in den Anden Perus zu sprechen.
  • The Inoue Brothers.

  • Die aktuelle Kollektion ist aus Aupreme Royal Alpaca und Vikunja-Wolle.

    © Troels Jepsen und Natalia Siodmiak

    Nachhaltigkeit und Exklusivität.

    Fasst man die Kleidungsstücke des Modelabels The Inoue Brothers an, ist man augenblicklich von deren Haptik angetan. Das verarbeitete Material fühlt sich weich, warm und gleichzeitig leicht an. Die Gelegenheit hierzu bekomme ich während der Men’s Fashion in Paris, auf der die beiden Brüder und Designer in einem Showroom im Bastille Design Center ihre Herbst/Winter Kollektion 2013 der internationalen Presse und den Einkäufern präsentieren. Auf das Material angesprochen, erklären sie mir mit leuchtenden Augen, dass es sich um Vikunja-Wolle handelt, eines der feinsten Materialien der Welt, das von den indigenen Völkern Perus auch als Haare der Götter bezeichnet wird.

    Stricktechniken.

    Den Wunsch, Mode zu machen, hatten Satoru und Kiyoshi bereits seit Teenagerzeiten; geklappt hat es aber erst im Jahr 2005, als sie durch einen gemeinsamen Freund auf einer Reise nach Bolivien mit der indigenen Kultur und Handwerkskunst in Kontakt kamen.

    Hier haben sie zum ersten Mal für sich die Möglichkeit gesehen, ihre Entwürfe unter den Bedingungen produzieren zu können, die für sie unabdingbar sind: Nachhaltigkeit, traditionelle Handwerkskunst, Exklusivität und Transparenz.

    © Troels Jepsen und Natalia Siodmiak
    Hier haben sie zum ersten Mal für sich die Möglichkeit gesehen, ihre Entwürfe unter den Bedingungen produzieren zu können, die für sie unabdingbar sind: Nachhaltigkeit, traditionelle Handwerkskunst, Exklusivität und Transparenz.
    In Paris präsentieren The Inoue Brothers ihre mittlerweile siebte Strickkollektion.
    © Troels Jepsen und Natalia Siodmiak

    Ein nachhaltiges Business-Modell.

    Auf der Suche nach der besten Faser sind sie schließlich auf eine Manufaktur im Süden Perus aufmerksam geworden. Hier in den Anden kooperieren sie seither mit der Forschungseinrichtung Pacomarca sowie lokalen Produzenten und haben daraus ein nachhaltiges Business-Modell entwickelt: Ihre Kollektionen, die sie vor allem in Japan und Europa verkaufen, können sie durch diese Partnerschaft in der feinsten Supreme Royal Alpaca und Vikunja-Wolle herstellen. Im Gegenzug kann durch das Label als Abnehmer die Qualität des Materials überhaupt erst gewinnbringend produziert werden, so dass die traditionsreiche Produktionsform für die Menschen vor Ort wieder wirtschaftlich attraktiv wird und somit überhaupt aufrechterhalten werden kann.

    Interview mit The Inoue Brothers.

    An ihren Designs arbeiten die Brüder, die in Kopenhagen aufgewachsen sind und deren Eltern aus Japan stammen, räumlich getrennt von einander: Während Satoru in Kopenhagen lebt und nebenher als Grafikdesigner arbeitet, lebt Kiyoshi in London und ist gleichzeitig auch als Hairstylist tätig. In Paris präsentieren sie nun ihre mittlerweile siebte Strickkollektion, die sie selbst als ihre bislang fokussierteste Arbeit beschreiben, die durch die Verwendung unterschiedlicher Stricktechniken aber gleichzeitig auch die Vielfalt des Handwerks widerspiegelt. Doch merkt man ziemlich schnell, dass es ihnen bei ihrer Arbeit weit mehr als um ihre Produkte geht. Die Geschichte dahinter ist die Botschaft, die sie an die Industrie und die Konsumenten senden möchten.

    © Troels Jepsen und Natalia Siodmiak
    © Troels Jepsen und Natalia Siodmiak

    Bei einem gemeinsamen Nachmittag in Paris erfahre ich mehr über ihren kreativen Ansatz, wie es ist, als Geschwister zusammen zu arbeiten sowie ihre Pläne für die Zukunft.

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