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  • Der Parkservice: ein Projekt von Daimler und Bosch, das die Sensoren entwickelt hat.
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    Automated Valet Parking: Parken lassen!

    Es ist ein Pilotprojekt – und bald können Sie das Automated Valet Parking sogar testen. Daimler Projektleiter Carsten Hämmerling über eine Weltpremiere.

    Interview: Johannes Schwenkel | Fotos: Daimler AG, Claus Morgenstern

Weltweit einzigartig.

Es wirkt noch ein wenig gespenstisch. Autos, die von selbst einparken und später von selbst wieder angerollt kommen. Das „Automated Valet Parking“ (AVP), das fahrerlose Parken, ist ein Pilotprojekt, der Ansatz weltweit einzigartig, und es bietet bereits einen konkreten Vorgeschmack auf die Zukunft.

Herr Hämmerling, wie funktioniert für mich als Kunde das fahrerlose Parken?

Der Vorgang ist simpel: Mit Ihrem Smartphone senden Sie einen Befehl, dann fährt das Auto von seinem Stellplatz zur Pick-up Area im Parkhaus zu Ihnen. Sie steigen ein, fahren davon, und wenn Sie das Auto wieder parken wollen, stellen Sie es in die Drop-off Area. Sie steigen aus, schicken wieder per Smartphone einen Befehl, und das Auto fährt allein zurück zum Stellplatz. So sparen Sie sich Zeit und Nerven bei der Parkplatzsuche – und gewinnen Zeit für andere Dinge.

Wie kommt das Auto durch das Parkhaus?

Dafür hat unser Projektpartner Bosch Sensoren entwickelt. Diese sind mit einem Zentralrechner im Parkhaus verbunden, dieser wiederum sendet einen Funkbefehl an die Schnittstelle im Fahrzeug. Die Sensoren steuern letztlich den Wagen. Und sie würden auch Objekte in der Fahrspur registrieren und das Auto zum Halt bringen – etwa ein Kind, das sich von der Mutter losgerissen hat.

Das „Automated Valet Parking“ (AVP), das fahrerlose Parken, ist ein Pilotprojekt.
Das „Automated Valet Parking“ (AVP), das fahrerlose Parken, ist ein Pilotprojekt.

„Größtmögliche Sicherheit.“

Wie viele Sensoren haben Sie in diesem Parkhaus installiert?

Um größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, steht alle sechs Meter ein hüfthoher Poller mit einem Sensor. Dieser Laser-Scanner ist eine Handbreit über dem Boden angebracht, damit er zum Beispiel auch gestürzte Kinder erkennt.

Wie exakt steuern die Sensoren das Auto?

Wir haben eine Positionsgenauigkeit von wenigen Zentimetern erreicht und können so zwei Fahrzeuge mit nur zehn Zentimeter Abstand voneinander parken. So wird der kostbare Platz im Parkhaus in bislang unerreichter Effizienz genutzt. Im Vergleich zum üblichen Parkbetrieb können wir bis zu 20 Prozent mehr Autos abstellen.

Ein Mercedes steckt sowieso schon voller Sensoren – warum nutzen Sie nicht diese?

Das hätten wir machen können. Aber wir haben uns für die externe Lösung entschieden. Auch ein relativ einfaches Auto wird so autonom fahren können. Eine der Ideen ist: Sie können diesen Service mieten und dann wieder abbestellen.


„Das Projekt hilft uns, ganz viel zu lernen.“

Wann können ihn die Kunden nutzen?

Demnächst starten wir in Stuttgart das weltweit erste Pilotprojekt: Sie können sich bei der Mercedes Niederlassung für eine Testfahrt anmelden. Diese liegt gleich neben dem Parkhaus, und dort können Sie sich einen Wagen in die Pick-up Area kommen lassen.

Welche Erkenntnisse erhoffen Sie sich?

Das Projekt hilft uns, ganz viel zu lernen. Angenommen, Sie haben ihr Auto bereits weggeschickt und merken, dass Sie den Schirm im Kofferraum vergessen haben – wie lösen wir dieses kleine Problem effizient?


Und so wird das System verbessert?

Genau. Zumal das Parkhaus im Mischverkehr betrieben wird – das heißt: 99 Prozent aller Autos werden dort herkömmlich von ihren Fahrern eingeparkt. Zwischen diesen Fahrzeugen verkehren unsere beiden automatisierten Testwagen. Wenn wir genug Erfahrungen gesammelt haben, können wir etwa die Anzahl der Sensoren reduzieren und trotzdem die gleiche Sicherheit bieten.

Fühlen Sie sich als Pionier des autonomen Fahrens?

Ja, wir sind schon ein bisschen stolz. Aber dieser Stolz ist hart erarbeitet.


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