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  • Felix Jaehn unterwegs mit dem E-Klasse 400 4Matic Coupé in Austin, Texas.
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    Felix Jaehn: Gib mir Beat.

    Felix Jaehn gehört zu einer neuen Generation von Musikern. Im E-Klasse 400 4MATIC Coupé begab sich der Deutsche auf Inspirationstour durch die Musikstadt Austin.

    Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,4–8,1 l/100 km;
    CO2-Emissionen kombiniert: 189–183 g/km.2

    Interview: Ina Brzoska | Fotos: Jens Rüssmann

Der Kopfhörer wandert im Team, alle wippen.

Der Duft von Grillkohle zieht durch den Saloon, Kellner servieren blutrot triefende Steaks, dazu in flüssigem Käse versunkene Makkaroni. Felix Jaehn lehnt an einem Holztisch, weißer Sweater, neongelbe Sneaker, die Tolle sorgsam empor gebürstet. Sein Team hat ihm diese Mittagspause bei Terry Black’s versprochen, weil Felix ein echter Foodie ist und weil Barbecue zu dieser Tour durch Austin definitiv dazugehört. Er nutzt die kurze Pause, stülpt den Kopfhörer über. Es ist ein Song seines neuen Albums. „Das ist ein echter Ohrwurm“, sagt er, „der nächste Sommerhit. Hier, Tim, musst du auch mal hören.“ Der Kopfhörer wandert im Team, alle wippen. Auf Felix’ Wangen bilden sich bestechend niedliche Grübchen.

Felix Jaehn genießt seinen neuen Song – und später die Aussicht.

Felix Jaehn genießt seinen neuen Song – und später die Aussicht.

Felix Jaehn in der Hope Outdoor Gallery, in der sich Graffiti-Künstler verewigen.

Jaehn in der Hope Outdoor Gallery, in der sich Graffitikünstler verewigen.


Er mag es locker.

Seine Musik bringt selbst einen coolen Finnen wie Rennfahrer Valtteri Bottas zum Tanzen. Wie am Abend zuvor, da legte Felix Jaehn zum Abschluss des Formel-1-Wochenendes beim Mercedes-AMG Petronas Team auf. Zur Begrüßung bietet er das „Du“ an, er mag es locker. Der DJ aus Mecklenburg-Vorpommern gilt als einer der Erfinder des Tropical House, einer Art exotisch-rhythmischer Elektromusik. Und er landete schon internationale Nummer-1-Hits, da hatte er gerade sein Abitur. Heute füllt er weltweit Stadien.


„Wichtig ist eine gute Hook.“

Felix, kann man einen Sommerhit eigentlich planen?

Felix Jaehn: Oh, das ist schwer. Da kommt so viel zusammen. Was gefällt der Crowd, für welchen neuen Trend ist die Zeit reif? Fest steht, Sommerhits haben eine gewisse „Cheesiness“, sie sind ein bisschen drüber, so wie „Cheerleader“ oder „Despacito“. Wichtig ist eine gute Hook.

Eine Hook?

Das ist meistens der Chorus. Die Hook ist das, was im Ohr bleibt.


Aber wie findest du die richtige Hook? Es gibt doch Millionen Songs …

Das ist ein Gefühl. Eine sehr persönliche Wahrnehmung in einem speziellen Moment, das hängt auch von der Laune ab.

Saftige Entrecotes werden gereicht. Der Fotograf drapiert noch ein paar grüne Bohnen dazu – Felix möchte Vegetarier unter seinen Fans nicht vor den Kopf stoßen.


Auf geht’s: Für Felix Jaehn endet die Tour mit dem E 400 4MATIC Coupé. Der Tag ist aber noch nicht vorbei.

Auf geht’s: Für Felix Jaehn endet die Tour mit dem E 400 4MATIC Coupé.


„Ich treffe im Studio jeden Tag andere Leute.“

Ist das Geheimnis eines Songs, der bei den Leuten im Ohr hängen bleibt, eher die Intuition oder eher die Recherche?

Beides, denke ich. Ich reise viel und besuche Songwriter in Studios. Ich war in den letzten Monaten in Kopenhagen, Amsterdam, in Stockholm, zuletzt in London. Überall. Das sind Writing Sessions, ich treffe im Studio jeden Tag andere Leute. Wir reden über alles, was uns so bewegt, dann kommt man auf Ideen und wirft sich die Bälle zu. Es geht darum, etwas Neues zu erfinden. Was auch immer das sein könnte.

Nach dem Barbecue geht die Tour weiter. Nächster Stopp: die Hope Outdoor Gallery am Rande der Innenstadt, wo sich der beste Blick auf Austins Skyline bietet. Besucher kraxeln den kleinen Hügel hinauf, um ihre Namen mit Spraydosen zu verewigen. Die texanische Sonne brennt, Felix Jaehn tupft sich Schweißperlen von der Stirn. Er atmet tief ein, blickt auf die Stadt.


„Eine ganz große Ehre.“

Sind Musiker heute freier als früher?

Man hat sicher mehr Möglichkeiten, sich zu promoten – heute kann jeder einfach loslegen. Ich war am Anfang ja auch selfmade. Ich habe Songs gemacht, auf SoundCloud hochgeladen und dann Blogger angeschrieben. Ich brauchte kein Riesenstudio oder eine Plattenfirma.

Das machen heute ganz bestimmt viele Musiker so und sind trotzdem nicht so erfolgreich wie du …

Bei mir war viel Glück dabei. Und klar, um richtig Gas zu geben, brauchst du natürlich irgendwann ein großes Label und ein Team.


Dein Song mit Herbert Grönemeyer für den Deutschen Fußball-Bund – gehört so etwas zur Erfolgsstrategie?

Es gab die Idee, das aus der Nationalmannschaft heraus zu entwickeln, und da haben sie mich gefragt, ob wir gemeinsam ins Studio gehen. Eine ganz große Ehre.

Herbert Grönemeyer ist 60, du bist 23 Jahre alt.

Es war cool. Wir haben uns viel unterhalten. Auch privat. Darüber, wie es ist, plötzlich berühmt zu sein. Es erklärt einem ja keiner vorher, was da auf einen zukommt.


Mini-Donuts mit Nutella versüßen Foodie Felix Jaehn den Feierabend.

Mini-Donuts mit Nutella versüßen Foodie Felix Jaehn den Feierabend.


„Zu Hause lassen wir die Hecke höher pflanzen.“

Was hat er dir geraten?

Er meinte, ich solle an mir festhalten und meinem Gefühl vertrauen. Ich soll mich nicht verbiegen lassen.

Das ist doch sicher einfacher gesagt als getan.

Ja, weil so viele Leute von außen auf einen einreden, die auch alle Experten sind. Dass man dann trotzdem sagt: Nee, das mag ich nicht. Das ist wichtig. Es geht aber auch um so banale Dinge wie Fanpost. Die lasse ich nicht mehr an mich, sondern an meine Mom schicken. Zu Hause lassen wir gerade auch die Hecke höher pflanzen, damit ich im Garten sitzen kann, ohne dass irgendwer gleich Fotos macht und im Internet hochlädt.

Nächster Spot: die turbulente Ausgehmeile an der Rainey Street. Hier warten Bars in bunten Containern, Live-Konzerte, Lichterketten. Felix Jaehn stoppt an einem pinken Foodtruck und bestellt Mini-Donuts mit Nutella-Dip.


„Ich versuche zu meditieren.“

Du bist ständig in aller Welt unterwegs und führst naturgemäß ein unstetes Leben. Wie sieht für dich eigentlich ein Alltag aus?

Das ist nicht einfach. Ich stehe oft woanders auf, immer zu anderen Zeiten. Ich versuche zu meditieren, jeden Morgen nach dem Aufstehen für zehn Minuten. Aber ich habe den krassen Flow noch nicht gefunden. Man muss dranbleiben, denke ich.

Willst du selbst mal Familie haben?

In ein paar Jahren auf jeden Fall. Da wird so ein Lifestyle wie jetzt natürlich nicht mehr gehen.


Was machst du dann?

Ich kann mir gut vorstellen, eine eigene Produktionsfirma zu gründen. Dann schicke ich Künstler um die Welt und sitze immer noch im Studio und mache Musik. Ich habe mir immer einen Mentor gewünscht, der sagt: Komm, Felix, so machen wir das jetzt. Und dann machen wir das so.