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  • Er sagt, sie sagt – mit dem smart fortwo cabrio durch Hongkong.
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    Er sagt, sie sagt – mit dem smart fortwo cabrio durch Hongkong.

    Die Fahrer: Inga Beckmann und Jonathan Maloney. Beziehungsstatus: verliebt. Ineinander, in die Stadt – und jetzt auch in den Wenderadius-Weltrekordler.

    Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,3 l/100 km;
    CO₂-Emissionen kombiniert: 99 g/km.* | Text: Jörg Heuer | Fotos: What the fox studios

Hongkongs Stadtverkehr.

Hongkongs Stadtverkehr ist speziell. Weltweit wohl einzigartig. In der Megacity am Perlflussdelta besitzt nur jeder Zwanzigste ein eigenes Auto. Für ungewöhnlich viele Erwachsene der über sieben Millionen Einwohner ist der Führerschein eher Ausnahme denn Regel. Grund: Es gibt ein Parkplatzproblem. Vor allem in den engbebauten Stadtteilen downtown. Auf der Halbinsel Kowloon leben bis zu 130.000 Menschen auf einem Quadratkilometer, so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Großes Gedränge, wenige Parkplätze. Und die, die es gibt, sind extrem teuer. Da kommen schnell mal um­gerechnet 1.000 Euro Monatsmiete zusammen. Nur fürs Parken. So nutzen neun von zehn Einwohnern Hongkongs lieber regelmäßig Nahverkehrsmittel. In der riesigen Stadt sollte der smart eine gute Figur abgeben. Die Deutsche Inga Beckmann und der hier aufgewachsene Jonathan Maloney checken das mal aus.


Große Stadt, kleines Auto. Gute Kombination.

Große Stadt, kleines Auto. Gute Kombination. Oder was meint ihr? Die Deutsche Inga, seit sechs Jahren in Hongkong, lächelt. Jonathan, in Hongkong geboren, nickt. Ihnen scheint zu gefallen, was sie sehen. Es kommt per Fahrstuhl aus dem dritten Stock des Parkhauses gleich gegenüber ihrem Büro im hippen Stadtteil Sheung Wan auf Hongkong Island.

Inga schnappt sich den Schlüssel des smart fortwo und macht einen Freudensprung. Sie liebt es zu fahren. Zwar besitzt sie kein eigenes Auto, doch immer wenn sich auf Dienstreisen außerhalb Hongkongs die Möglichkeit ergibt, bucht sie sich einen Leihwagen. In ihrer Wahlheimat ist sie allerdings noch keinen einzigen Kilometer gefahren.


Hallo, Kleiner!

Inga: Hallo, Kleiner! Du bist ja richtig süß. Es ist mir ein großes Vergnügen, deine Bekanntschaft zu machen.

Jonathan: Ich finde, der smart wirkt schon auf den ersten Blick sympathisch. Und dann ist er in den Farben von Hongkongs Flagge lackiert. Übrigens, du kannst mich gerne Jon nennen. Kleines Auto, kurzer Name.

Jon schlendert jetzt um den smart fortwo herum, zählt die Schritte.


Erstaunlich! Was für große Türen der smart hat.

Na ja, viel zu zählen gibt es da gar nicht. Seine rechte Hand streicht über das schwarze Verdeck. Inga blickt zum Himmel, dann auf die Wetter-App ihres Handys. 18 Grad Celsius sind angesagt. Frischer Wind, Wolken, verhangener Himmel. Doch sie winkt ab. Das Wetter wird schon schön. Heute ist das Fotografenpaar, das gerne im Team zusammenarbeitet und kürzlich erst Musikproduzenten-Legende Quincy Jones vor der Linse hatte, selbst Fotomotiv. Sie fotografiert ihn, er fotografiert sie – und ihre zwei Assistenten fotografieren sie beide. Mal mit, mal ohne Auto.


Jon: Was für große Türen der smart hat. Erstaunlich! Ich mag ja generell Autos, die anders sind. Und das hier ist definitiv anders als all die Supersportwagen, Luxuslimousinen und Geländewagen, die Hongkongs Straßenbild im Finanz- und Businessdistrikt sonst so prägen. Der smart ist nur halb oder ein Drittel so lang wie das durchschnittliche Hongkong-Auto.

Inga: Das Beste, lieber Jon: Es ist ein Cabrio. Ich bin richtig aufgeregt. Endlich mal wieder den Fahrtwind im Gesicht spüren. Ich habe schon Entzugserscheinungen. Auf geht’s!


Viele Hongkonger besitzen keinen Führerschein.

Voller Vorfreude reißt sie die Tür auf – doch stoppt abrupt in ihrem beschwingten Bewegungsfluss. Jon fängt laut an zu lachen. Inga hat glatt vergessen, dass in der ehemaligen britischen Kronkolonie Linksverkehr herrscht. Wie in England. Sie hat die Beifahrertür erwischt.

Jon: Ich kann zwar und würde sehr gerne fahren, doch ich darf nicht. Jedenfalls nicht auf öffentlichen Straßen. Weil ich, wie so viele Hongkonger, einfach keinen Führerschein besitze. Steig du also mal bitte auf der richtigen Seite ein. Aber wir müssen später ein Privatgelände finden, wo ich mal das Steuer übernehmen kann.

Inga: Dann sei heute besonders nett zu mir. Sonst fährt nur einer. Ich!


Schlichtes, klares Design.

Sie stellen Sitze und Spiegel ein, machen es sich bequem und lassen die Blicke über die Armaturen im Cockpit schweifen. Schlichtes, klares Design. Keine verwirrenden Spielereien. Automatikschaltung. Keine Fragen. Inga startet den Motor, fädelt die 71 Pferdestärken in den fließenden Verkehr ein. Es ist Samstag. Für Inga und Jon hoffentlich Supersamstag.

Jon: Wow, so viel Platz! Ich bin zwar kein Riese, aber ich kann tatsächlich die Beine voll ausstrecken.

Inga: Das Gefühl, im Kleinstwagen zu sitzen, hat man erst, wenn man sich umdreht.


Der Usain Bolt unter den Cabrio-Verdecken!

An einer roten Ampel stehend, guckt sie auf den Sekundenzeiger. Auf ihr Zeichen hin öffnet Jon per doppelten Knopfdruck das Verdeck. Und genau in diesem Moment kämpft sich die Sonne durch die Wolken. Perfektes Timing.

Inga: Handgestoppte zwölf Sekunden. Krass!

Jon: Der Usain Bolt unter den Cabrio-Verdecken!

Ihr habt das Verdeck jetzt im Stehen geöffnet. Müsst ihr gar nicht, denn es funktioniert auch bei voller Fahrt. Solltet ihr später auf der Stadtautobahn unbedingt ausprobieren. Doch jetzt fängt es erst mal an zu nieseln. In Hongkong kommen die Wetterwechsel oft rasant. Also Verdeck flott wieder zu. Bei immerhin Tempo 50. Das funktioniert schon mal.


Der smart schenkt mir ein großes Stück Freiheit.

Dann geht die Fahrt – die A-Klasse der Fotoassistenten im Schlepptau – weiter durch Downtown in Richtung Süden. Über eine Stauseebrücke ins Grüne. Berge, Palmen, Meerblicke. Hongkong ist nicht nur Wolkenkratzer, Bankenmetropole und Menschenmengen. Es besteht aus 263 Inseln, großen Naturschutz­gebieten, Urwäldern und vielen Traumstränden. Nur ein knappes Drittel der Gesamtfläche von gut 1.100 Quadratkilometern ist bebaut. Ingas und Jons erstes Ziel: Tai Tam Tuk, ein kleines Fischer- und Wassersportdorf, direkt an der Tai Tam Bay gelegen. Sie geht hier fast jedes Wochenende ihrem Hobby nach: Wakeboarding.

Von ihrer Wohnungstür in Hongkong City bis zur Bucht sind es bei fließendem Verkehr am Wochenende gut zwanzig Fahrminuten, die sie meist mit dem Taxi zurücklegen muss. Weil sie ja kein eigenes Auto besitzt. Noch nicht!


Inga: Ich resümiere: Der smart schenkt mir gerade ein großes Stück Freiheit.

Jon: Dieses Auto macht irgendwie Sinn in so einer Stadt wie dieser. Für dich sowieso. Ich glaube, du bist drauf und dran, dich zu verlieben.

Inga: Bist du eifersüchtig?

Jon: Nein. Ich sehe dich doch gerne glücklich.

Jim, 55, lässiger Typ mit wettergegerbtem Gesicht, Betreiber einer Surf- und Wassersportschule an der Bay, begrüßt das Pärchen per Handschlag. „Cooles Auto habt ihr da. Gefällt mir. Klein, kompakt. Sieht mir auch nicht unsportlich aus.“

Jon: Darf ich das hier auf deinem Gelände mal Test fahren? Ein paar smarte Runden drehen?


Weniger ist manchmal mehr.

Jim hat nichts dagegen. Inga wirft ihrem Freund den Schlüssel zu. Er startet den Motor und checkt, ob der smart wirklich, wie er gelesen hat, den inoffiziellen Wenderadius-Weltrekord hält. Hält er. Und Jon macht sich auf dem Fahrersitz ein Stück größer, wirft das Kinn hoch und streckt den Daumen stolz nach oben. Hey, Jon, nicht du hältst den Weltrekord, der smart hält ihn. Und das schafft er von ganz alleine. Da sind gar keine besonderen Fahrkünste nötig.

Inga: Kommt bei dir jetzt der Gedanke auf, doch noch den Führerschein zu machen?

Jon: Irgendwie schon. Wie gesagt, den smart finde ich cool. Er ist so ganz nach meinem Motto: Weniger ist manchmal mehr.

Bei geöffnetem Verdeck passen Fotokoffer und Stativ sowieso, aber auch Ingas Wakeboard an Bord.


Sie lassen sich einfach treiben.

Jon parkt den Wagen am Ufer, setzt sich zu Inga auf die offene Ladeklappe, die Fotoassistenten machen ihren Job, bevor es zurück nach Hongkong Downtown geht. Das Verdeck surrt öfters auf und zu. Scheint ihnen Spaß zu machen. Das Paar cruist durchs heimische Viertel Sheung Wan.

Dann parken sie den smart in der öffentlichen Tiefgarage und essen in Tim’s Kitchen zu Mittag. Chinesische Gerichte. Gedämpftes Gemüse, Shrimps und Schwein. Gut gelaunt geht der Roadtrip durch Hongkong weiter. Sie lassen sich einfach treiben. Inga gefällt, dass Passanten sich umdrehen. Manche lächeln, zücken sogar ihr Smartphone, um den hier noch seltenen Stadtflitzer zu fotografieren.


Der Sound des Wagens wird satter.

Inga: Ich schlage vor, wir fahren zur roten Klostermauer und von dort ein paar Blocks weiter zum teakha-Teehaus.

Jon: Einverstanden. Sind beides auch gute Foto-Locations.

Das sind sie wirklich. Und der Tee ist seinen Preis, umgerechnet zehn Euro pro Person, wert. Doch den Höhepunkt der Stadtrallye heben sie sich bis zum Schluss auf. Die kurvige, fast serpentinige Traumstraße hinauf zu Hongkongs 552 Meter aufragendem Hausberg Victoria Peak – sicher eine der schönsten Touren der Welt. Inga schaltet jetzt auch mal in den manuellen Modus um. Der Sound des Wagens wird satter, die Musik aus den Boxen lauter.

smart!

Jon genießt derweil den Ausblick über die Palmen am Hang: hinunter auf die Meerenge Victoria Harbour, an deren Ufern sich die von schleierhaftem Dunst verhüllten Hochhäuser von Hongkong Central und der Halbinsel Kowloon beeindruckend und steil in den Himmel recken.

Jon: Wahnsinn.

Inga: Wunderschön.

Auf ein letztes Wort, ihr zwei. Wie war der Roadtrip durch Hongkong?

Jon und Inga (unisono): smart!